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Testbericht

16. August 2011

Knackig, dynamisch und sparsam oder sparsam, komfortabel und geräumig? Wer einen Kombi sucht, der möglichst selten an der Zapfsäule parkt, steht schnell vor der Entscheidung: VW Passat Variant oder BMW 3er Touring. Warum? Beide sind dank effizienter Dieselmotoren beeindruckend sparsam. Zur Einstimmung die NEFZ-Verbräuche: BMW 320d Touring Efficient Dynamics Edition: 4,3 L/100 km, VW Passat Variant 2.0 TDI BMT, 4,6 L/100 km.

Verbräuche um 4,5 Liter möglich Nun mag manch einer monieren, der VW Passat sei doch viel länger. Stimmt, über 24 Zentimeter. Und viel schwerer. Stimmt nicht. Acht Kilo Mehrgewicht zeigen, dass sich die 1,5-Tonner hier erstaunlich nahe sind. Auch in Sachen Sparmaßnahmen ähneln sie sich. So sind beide im Sinne einer besseren Aerodynamik tiefergelegt, rollen auf speziellen Reifen, sammeln fleißig ihre Bremsenergie wieder ein und schalten via Start-Stopp an der Ampel selbsttätig den Motor aus. Viel Aufwand, der sich aber rechnet. Hält sich der Fahrer brav an die Angaben des ebenfalls angepassten Schaltpunktrechners, sind Verbräuche um 4,5 Liter möglich. Konkret: Auf der zahm angegangenen Normrunde genehmigte sich der 163 PS starke BMW 320d lediglich 4,2 L/100 km, der VW Passat exakt gleich viel. Somit gebührt beiden die Krone des derzeit sparsamsten Mittelklasse-Kombis. Zusammen mit dem über 4.000 Euro niedrigeren Grundpreis - VW verlangt für den Passat Variant 2.0 TDI BMT in der getesteten Comfortline-Variante 32.635 Euro - ist dem Wolfsburger Traditionskombi damit schon mal der Klassensieg im Kostenkapitel sicher. Daran ändert auch ein Blick auf die flotter eingefahrenen Testverbräuche nichts. Mit 6,6 und 6,8 Liter Diesel/100 km (VW) schenken sich die beiden Kostverächter wenig. BMW 3er auch als Sparvariante dynamisch Umso größer fallen die Unterschiede in den weiteren Kategorien aus. Der BMW 3er erfüllt alle Erwartungen und gibt auch als Sparvariante ganz den durchzugsstarken Dynamiker. 100 km/h stehen nach nur 8,3 Sekunden auf der Uhr (VW: 10,7 s), selbst höhere Autobahntempi erreicht der 380 Nm starke Selbstzünder locker, aber hörbar kernig. Der schwächere VW Passat 2.0 TDI kann mit seinen 320 Nm nur mühsam folgen - hält sich dafür aber akustisch zurück. Passend dazu fängt sein Fahrwerk, ausgerüstet mit dem variablen Dämpfersystem DCC, nahezu jede Querfuge und Bodenwelle gekonnt ab. Respekt. Genau so komfortabel muss ein großräumiger Familienkombi sein. Wer mag, kann die Dämpfer auf Sport stellen und erhält ein dezent strafferes Fahrwerk inklusive nachgeschärfter Lenkung (Aufpreis 1.085 Euro). Der BMW präsentiert sich hier entsprechend härter, sportlicher und gibt besonders Fugen ungefilterter weiter. Diese Abstimmung verhilft dem VW Passat zum Sieg im Kapitel Komfort und adelt - der BMW-Kenner ahnt es schon - den 3er zum Handling-Held.

VW Passat mit mehr Platz und Komfort Ob auf der Landstraße oder in der Wedelgasse, der kleine Kombi kurvt mit einer gelassenen Leichtigkeit um die Ecken, die selbst Anhängern des Frontantriebs ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte. Größten Anteil daran haben die sehr exakte und feinfühlige Lenkung (Servotronic optional) sowie die angesprochene Tieferlegung um 15 Millimeter. Genug gefahren, schließlich werden Kombis vor allem zum Wegpacken angeschafft. Hier spielt der VW Passat Variant seine Länge von 4,77 Metern aus. Auch wenn der kompakte BMW ausreichend Platz und Komfort bietet - gegen 603 gut nutzbare Liter kommt der Lifestyle-Kombi mit 460 Litern nicht an. Interessant sind auch die Quadermaße. Lässt sich im vorne wie hinten deutlich luftigeren Passat eine immerhin 73 × 89 × 66 Zentimeter große Kiste verstauen, darf sie im 3er nur 37 Zentimeter lang und 91 breit sein. VW Passat deutlich besser ausgestattet Ansonsten lassen sich beide Kombis mit netten Extras wie Gepäckraumnetz, Wendeboden, Klappbox (alles 320d, 230 Euro) oder teilbarem Ladeboden inklusive Staufächern in der Reserveradmulde (2.0 TDI, 123 Euro) artgerecht aufrüsten. Der VW Passat ist als Comfortline aber deutlich besser ausgestattet. Selbst Parkpiepser, Berganfahrassistent sowie Licht- und Regensensor sind im Preis inbegriffen.

Der BMW wird seinem Premiumanspruch nur durch die höherwertige Material- und Verarbeitungsqualität gerecht. Weiterer Luxus ist teuer. Die Entscheidung, ob der Dynamiker oder doch der Raumriese die bessere Wahl ist, bleibt jedem selbst überlassen. Der bessere Allrounder ist jedenfalls der VW Passat Variant.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-08-16

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