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Testbericht

5. Mai 2014
Nein, mangelnder Erfolg war nicht der Grund, den Golf Plus in Rente zu schicken. In Deutschland fand der Van über 500.000 Käufer, womit er hierzulande hinter der viertürigen Limousine die beliebteste Karosserieversion der Golf-Familie war – noch vor dem Variant.

VW Golf Sportsvan dynamischer gezeichnet Als Nachfolger schickt VW nun den neuen Sportsvan an den Start. Wie der Name schon sagt, soll er dynamischer auftreten und so auch Käufer ansprechen, denen der Golf Plus zu bieder war – ohne dessen Kundschaft zu verprellen. Dazu haben die Designer vor allem die Proportionen verändert. War der Vorgänger nur höher als die entsprechende Golf-Limousine, strecken sich beim VW Golf Sportsvan Karosserie (plus acht Zentimeter) und Radstand (plus fünf Zentimeter) gegenüber dem viertürigen Golf VII in die Länge. Die Höhe blieb gegenüber dem Vorgänger jedoch fast unverändert.Deshalb bleiben der bequeme Ein- und Ausstieg und die erhöhte Sitzposition als Komfortmerkmal auch im VW Golf Sportsvan erhalten. Zwar sitzt der Fahrer nun knapp einen Zentimeter tiefer als im Golf Plus, doch je nach Sitzeinstellung immer noch mindestens sechs Zentimeter höher als in der aktuellen Golf-Limousine. Die großen Fensterflächen lassen viel Licht ins Interieur. Erstmals schmälert ein zusätzliches Seitenfenster die beim Golf sonst charakteristisch breite C-Säule. Wem die verbesserte Übersichtlichkeit nach schräg hinten nicht genügt, der bekommt auf Wunsch erstmals einen Blind-Spot-Sensor samt Ausparkassistent, der unter anderem beim Rückwärtsfahren vor drohendem Querverkehr warnt.

VW Golf Sportsvan bietet viel Beinfreiheit Im Fond spielt der VW Golf Sportsvan seine größten Stärken gegenüber dem konventionellen Golf aus. Durch den verlängerten Radstand können hier selbst große Passagiere ihre Beine fast ausstrecken. Zudem lässt sich die Neigung der dreifach geteilten Lehne (40:20:40) stufenweise einstellen. Wie beim Vorgänger ist die im Verhältnis 60:40 geteilte Sitzbank serienmäßig in Längsrichtung verschiebbar, wobei der Verstellbereich mit 18 Zentimetern nochmals zwei Zentimeter größer ausfällt. Auch der Gepäckraum bietet mehr Platz: Das Basisvolumen steigt von 424 auf 500 Liter unter der Abdeckung, bei ganz nach vorn geschobener Bank sind es gar 590 Liter. Dann entsteht jedoch eine Lücke, in der kleines loses Gepäckgut gerne verschwindet. Die starre Gepäckraumabdeckung passt dagegen bei Nichtgebrauch unter den höhenverstellbaren Ladeboden, der in der oberen Stellung wiederum eben mit der Ladekante abschließt. Ausklappbare Platten decken die Ritzen zu den vorgeklappten Rücksitzlehnen ab, die sich auch vom Gepäckraum aus entriegeln lassen. Dann schluckt der Sportsvan dachhoch bis hinter die Vordersitze beladen bis zu 1.520 Liter – im 22 Zentimeter längeren Variant sind es 605 bis 1.620 Liter.Eine flach umlegbare Beifahrersitzlehne (Option) komplettiert die hohe Variabilität des jüngsten Mitglieds der Golf-Familie. Ansonsten unterscheidet es sich nur im Detail von seinen Brüdern. Von seiner erhöhten Position blickt der Fahrer auf das bekannte Cockpit. Mit dem Sportsvan führt VW ein beheizbares Lenkrad in die Golf-Familie ein, dazu kommen durchweg bekannte, aber auf Euro 6 umgestellte Motoren die bis zu 20 Prozent weniger als im Vorgänger verbrauchen sollen. Stärkster Benziner ist vorerst der 1.4 TSI mit 150PS.

Name hält das Versprechen Damit bereitet es dem VW Golf Sportsvan keine Mühe, jenes Maß an Dynamik zu vermitteln, das sein Name verspricht. Fahrgefühl, Handling und Komfort unterscheiden sich ohnehin kaum von dem seiner Brüder. Und im Gegensatz zum Vorgänger bleiben ihm Extras wie adaptive Dämpfer nicht vorenthalten, ebenso wenig die Progressivlenkung aus dem GTI. Es wäre also kein Wunder, wenn der Sportsvan künftig nicht nur bei Golf-Plus-Fahrern verstärktes Interesse hervorrufen würde. Zum Vergleich: Als Viertürer ist der Golf rund 1.400 Euro, als Variant nur 400 Euro günstiger als der Sportsvan.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-05-05

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