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Testbericht

13. Juni 2010

Die Geschichte des VW Golf Plus ist eine Geschichte mit kleinen Missverständnissen: VW wollte mit der Einführung des Golf V den vorher durchaus erfolgreichen Kombi Variant abschaffen. An seiner Stelle sollte der Plus die Bedürfnisse aller raumbedürftigeren Golf-Fahrer erfüllen: hochbauend, eher ein Zwitterwesen zwischen Kompaktwagen und Van. So zumindest hatte VW den Kundenwunsch interpretiert. Doch es kam anders. Der VW Golf Plus fand zwar viele Fans, den Wunsch nach einem klassischen Kombi konnte er jedoch nicht ausmerzen. Viele ehemalige Variant-Fahrer wechselten zur Konkurrenz Ford Focus Turnier und Opel Astra Caravan. Also führte Volkswagen den Variant 2007 wieder ein.

VW Golf Plus 1.2 TSI als etablierte Größe im Golf-Programm Was jedoch nicht das Ende des VW Golf Plus bedeutete. Der hat sich mit seinen pragmatischen Stärken inzwischen zu einer etablierten Größe im Golf-Programm entwickelt. Wer einen angenehmen, rückenschonenden Einstieg, eine etwas höhere Sitzposition und luftigere Innenproportionen schätzt, für den ist der Plus eine echte Alternative. An diesen Stärken hat auch das letztjährige Mini-Facelift (Frontretuschen, neue Infotainmentsysteme) weder im positiven noch im negativen Sinne etwas verändert. Durch seine elf Zentimeter mehr Bauhöhe sitzen Passagiere aufrechter, mit extrem viel Kopffreiheit. Im normalen VW Golf logieren die Sessel sieben Zentimeter tiefer, mit stärker geneigter Lehne. Das Interieur des VW Golf Plus selbst wirkt spürbar konservativer, aber sehr aufgeräumt und mit einer rekordverdächtigen Anzahl von Lüftungsdüsen bestückt. Die Bedienung ist unkompliziert und logisch, jedoch stört etwas die hohe Position des Infotainment-Systems. Dadurch lassen sich die großen Touchscreen-Systeme zwar gut ablesen, aber die Hand baumelt beim Bedienen recht haltlos in der Luft, anstatt sich wie beim normalen Golf bequem auf dem Schalthebel abzustützen. Speziell während der Fahrt werden Eingaben so unkoordinierter. VW Golf Plus 1.2 TSI im Fahrbericht: typischer Vertreter der aktuellen Downsizing-Generation Was den VW Golf Plus noch grundsätzlich vom Basis-Golf unterscheidet, ist seine variable Rückbank. Die lässt sich für jeden Sitz einzeln in der Position verschieben - mehr Beinfreiheit oder Kofferraum - und auch umklappen. Wobei der etwas korpulent wirkende Hochdach-Golf im Vergleich zum VW Golf Variant weniger Ladevolumen bietet: Statt 505 Liter stehen nur 395 Liter zur Verfügung. Mit umgeklappten Rücksitzen herrscht dann aber wieder annähernd Lade-Patt zwischen den beiden Brüdern. Ein ganz typischer Vertreter der aktuellen Downsizing-Generation ist der neue 1,2-Liter-Turbobenziner mit besonders kleinem Hubraum und zusätzlicher Aufladung. Wer bei nur 1,2 Liter Hubraum müdes Vorankommen erwartet, den wird der Direkteinspritzer im VW Golf Plus überraschen. Mit seinen maximal 175 Nm Drehmoment schiebt er den Plus durchaus lässig voran und bleibt dabei mit 7,3 Liter Verbrauch sparsam. Äußerst behutsame Gaspedalstreichler kommen sogar auf Werte unter sechs Liter. Typisch für die neuen kleinen VW-Benzinmotoren lässt er durch seinen leisen Lauf den Fahrer im Stand grübeln, ob der Motor nicht vielleicht doch ausgeschaltet ist. Ist er auch manchmal: Start-Stopp gehört wie rollwiderstandsoptimierte Reifen beim Blue Motion Technology zum Ausstattungsumfang. Passend zum ruhigen Lauf gebärdet sich der VW Golf Plus auch nicht als wilder Kurvenstürmer. Er lenkt sauber ein, wankt ein wenig und absolviert Kurvenkombinationen mit der golftypischen Unkompliziertheit und hoher Fahrsicherheit. Beim Komfort wirkt er, auch aufgrund seines höheren Gewichts, noch etwas gelassener als die Limousine. Wer will, kann sogar über eine halbe Tonne zuladen.Der Basispreis ist mit 20.775 Euro eher am oberen Ende im Vergleich zur Konkurrenz. Aber hier spielt ihm - typisch Golf - der niedrigere Wertverlust in die Karten.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-06-13

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