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Testbericht

7. November 2010

Laut aktueller Preisliste beginnt der Einstieg beim VW Golf noch mit dem 80 PS starken 1,4-Liter ab exakt 16.825 Euro. Für weitere 400 Euro stehen mehrere Optionen bereit: Man kann den Zündschlüssel dank "Keyless Access" stets in den Tasche lassen (355 Euro) oder die Klimaanlage zur Zwei-Zonen-Automatik (350 Euro) aufrüsten. Metallic-Lack (495 Euro) oder ein einfaches CD-Radio (480 Euro) sind schon teurer. Oder man investiert die Summe in die neue 85-PS-Version des bekannten 1.2 TSI-Motors, die den letzten nicht aufgeladenen Benziner jetzt als Basistriebwerk ablöst.

VW Golf stemmt dank Turbotechnik 160 Nm auf die Kurbelwelle Das treibt den im Vergleich zur Konkurrenz ohnehin nicht günstigen Einstiegspreis jedoch weiter nach oben, verschafft dem VW Golf aber auch eine Ausnahmestellung - alle anderen setzen in dieser Leistungsklasse noch auf drehmomentschwache Saugmotoren. Dank Turbotechnik stemmt der 1,2-Liter-Direkteinspritzer im Fahrbericht maximal 160 Nm auf die Kurbelwelle des VW Golf - ohne Aufladung wären dafür mindestens 1,6 Liter Hubraum nötig. Zudem steht das Drehmoment-Maximum über einen breiten Bereich zwischen 1.500 und 3.500/min zur Verfügung. Der alte 1,4-Liter erreicht da noch nicht einmal seinen niedrigeren Scheitelpunkt (132 Nm bei 3.800/min). Nach einer kurzen Anfahrschwäche stellt der VW Golf 1.2 TSI über den am häufigsten genutzten Drehzahlbereich mehr Schub bereit und fühlt sich im Alltagsbetrieb deutlich angenehmer und souveräner an. Dabei muss er sich in den beiden obersten Gängen vier und fünf mit einer extrem langen Gesamtübersetzung abmühen, die in der Sechsgangbox der 1.450 Euro teureren 105-PS-Version nahezu den Stufen fünf und sechs entspricht. Der Turbo-Golf zeigt seinem Vorgänger klar die Rückleuchten Das drückt naturgemäß aufs Temperament, lässt sich aber durch häufiges Betätigen der butterweichen Fünfgangschaltung mildern. Dennoch zeigt der VW Golf dem 80-PS-Vorgänger auch im Durchzug klar die Rückleuchten. Sehr frühes Hochschalten, wie es die serienmäßige Schaltpunktanzeige bereits bei 1.200/min fordert, quittiert der ansonsten ausgesprochen laufruhige Vierzylinder im Fahrbericht mit leichten Brummfrequenzen, bevor er den VW Golf gemächlich, aber durchaus spürbar beschleunigt - dem bisherigen Sauger gelingt das selbst mit einem wesentlich höheren Drehzahlniveau kaum. Zweck dieser Auslegung ist ein möglichst niedriger Verbrauch.

Verbrauch steigt selten über sieben Liter Bei gleichmäßigem Landstraßentempo lässt sich der sehr günstige Normwert (5,5 L/100 km) auch in der Praxis realisieren. Selbst ohne entsprechende Zurückhaltung fließen selten mehr als sieben Liter durch die Einspritzdüsen - im Schnitt konsumiert der VW Golf 1.2 TSI im Fahrbericht etwa einen Liter weniger als der auslaufende 1.4-Vorgänger. Damit dürfte der VW Golf auch all diejenigen überzeugen, die trotz aller Freude über den Zuwachs an Dynamik und Laufkultur extrem aufs Geld achten. Denn über die geringeren Kosten für Benzin und Kfz-Steuer amortisiert sich der 400 Euro höhere VW Golf TSI-Kaufpreis bei 10.000 Kilometern pro Jahr bereits nach rund zwei Jahren.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-11-07

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