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Testbericht

8. Juli 2009

Szenario Nummer eins: Der VW Blue-Sport macht noch eine Tournee über einige Messen und parkt dann für immer im Werksmuseum, denn das offizielle Ja zur Produktion des Mittelmotorsportlers gibt es noch nicht. Doch Szenario Nummer zwei gilt als sicher: Der Zweisitzer läuft ab Ende 2012 vom Band.

Technik aus dem VW-Baukasten Technisch spricht ohnehin nichts dagegen. Der große Baukasten des VW -Konzerns hält so ziemlich alles parat, um den VW Roadster Blue Concept auffahren zu lassen. Tatsächlich stellt nicht einmal die eher exotische Mittelmotor-Anordnung ein echtes Hindernis dar, denn der modulare Querbaukasten eignet sich nicht nur für Frontmotoren. Die Hinterachse vom aktuellen Golf – um ein Paar Antriebswellen bereichert, ansonsten jedoch nur moderat bearbeitet – passt offensichtlich auch ohne weiteres unter das eng geschnittene Blechkleid der Studie. Vorn kommt dagegen die Technik vom Polo zum Einsatz, seine Achse und Lenkung komplettieren das Fahrwerk. Der Blue Concept-Motor kommt vom US-Jetta Den Motor stiftet der amerikanische Cousin Jetta Clean-Diesel mit Stickoxid-Speicherkat, was auch den ungewöhnlichen Namen erklärt. Denn "Blue" haben die Autohersteller als Synonym für besonders saubere Diesel entdeckt. Mit dem Blue-Sport sollte den US-Boys dann auf der Messe in Detroit gezeigt werden, dass Diesel heute nicht mehr automatisch mit schmutzig, langweilig und träge gleichzusetzen ist. Im Zweisitzer treffen zudem 180-TDI-PS auf 1.269 Kilogramm Leergewicht. Das verspricht Freude beim Fahren, und das Versprechen wird eingelöst. Was nicht zuletzt auf die nahezu ideale Gewichtsverteilung zurückzuführen ist, bei der 48 Prozent auf der Vorder- und die restlichen 52 Prozent auf der Hinterachse liegen. Der VW Roadster federt ordentlich Unmittelbar folgt der Blue-Sport den Lenkbefehlen des Fahrers, ohne zickig Haken zu schlagen, durchmisst Kurven präzise und auf Wunsch sehr flott, ohne eine nennenswerte Seitenneigung zuzulassen. Übertrieben hart ist er dabei nicht ausgelegt, obwohl der Komfort hinten in seinem Lastenheft angesiedelt war. Er federt ordentlich, stolpert lediglich bei sehr langsamer Fahrt über Kanaldeckel, wird mit steigender Geschwindigkeit jedoch geschmeidiger. Gemessen daran, wie klassische Roadster mit ihren Passagieren umgehen, ist der Blue-Sport ein Charmeur.

Der Diesel passt gut zum VW Blue Concept Erst wenn die Verwerfungen der Straße wirklich grober Natur sind, offenbaren Schwingungen in derKarosserie, dass es sich bei diesem Auto um ein handgefertigtes Einzelstück handelt. Ein bisschen steifer darf es schon noch werden. Kräftiger darf, muss es aber nicht unbedingt sein. Die Motorisierung passt erstaunlich gut zum knapp vier Meter langen Zweisitzer, vielleicht auch, weil die Schalldämm-Maßnahmen bei der Studie eher rudimentär ausfallen. So hört man das bassige Motorbrummeln, das vom Pfeifen des Turboladers überlagert wird, viel stärker als gewöhnlich – das passt zum Roadster-Gedanken. Passform wie ein Handschuh Auch die Sitzposition macht deutlich, worum es dem Blue-Sport geht. Er umschließt Pilot und Beifahrer innig, ohne sie unnötig einzuengen, Platzangebot und Ergonomie erinnern sehr an die Porsche 911 der achtziger Jahre. Das unten abgeflachte Lenkrad mit den Schaltpaddeln für das sechsstufige DSG-Getriebe liegt gut zur Hand, die schnörkellosen Armaturen lassen sich bestens ablesen. Seine kurzen A-Säulen sind deutlich weniger im Blick als bei vielen anderen Autos, so lässt sich die Ideallinie leicht anpeilen. Angelassen wird per Druck auf den Wahlschalter des DSG, der beim Konzeptauto ein Drehknopf ist. Den Eco-Modus für besonders sparsames Fahren mit Start-Stopp-Funktion aktiviert man dagegen am Lenkrad, genau wie die Sporteinstellung des Getriebes, in der die Gänge länger gehalten werden. Das wirkt verspielt, aber es ist ja ein Showcar.

Der VW Blue Concept ist erfolgversprechend Das zeigt sich auch beim Verdeck, vor allem bei der Farbe. Orange ist nicht für jeden das Richtige, die manuelle Betätigung dagegen passt zum puristischen Konzept eines Roadsters und sollte unbedingt in die Serie gerettet werden. Die Botschaft an die Wolfsburger Entscheidungsträger ist klar: bauen. Am Erfolg eines solchen Modells kann es wenig Zweifel geben, denn schon der Karmann Ghia ist schließlich mit einem ganz ähnlichen Konzept zu einer Ikone in der VW-Historie geworden: brave Käfer-Großserientechnik ansprechend verpackt. Damit wäre auch die Position in der Modellpalette geklärt, nämlich als sportliche Zweisitzer-Alternative zum Beetle Cabrio, das preislich als Orientierungshilfe dienen dürfte. Je nach Motorisierung und Ausstattung soll der VW Roadster zwischen 22.000 und 25.000 Euro kosten. Nur über den Namen sollte nochmal ernsthaft nachgedacht werden. Der sollte so knackig sein wie das ganze Auto. Wie wär’s mit VW Roadster?

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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-07-08

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