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Testbericht

19. Mai 2015
Vielleicht werden sie es in Hannover irgendwann bereuen, den VW Caddy eben Caddy getauft zu haben. Warum? Gucken Sie sich die vierte Auflage des beliebten Nutztieres einmal gründlich an: Klare Linien, harte Kanten, markante Scheinwerfer. Der Neue hat durchaus Stil und wirkt längst nicht mehr so harmlos wie seine Vorgänger. Passt da ein putziges "kädi“ wirklich dazu?Ansonsten hat sich vergleichsweise wenig geändert. Wie gewohnt bietet VW den 4,41 Meter langen Caddy (und ebenso den 47 Zentimeter längeren Maxi) als robusten Lieferwagen, als praktischen Van oder in einer Mini-Camper-Ausführung an. Ende des Jahres folgt zudem der Cross-Caddy.

VW Caddy mit guten Sitzen und überschaubarer Variabilität
Am altmodischen aber robusten Sitzkonzept hält VW ebenso fest. So lässt sich die massige zweigeteilte Dreiersitzbank der zweiten Reihe zwar einklappen oder ausbauen – verschiebbar ist sie aber nicht. Gleiches gilt für die gegen Aufpreis lieferbare Zweierbank im Kofferraum, die man lediglich umklappen oder ausbauen kann. Im Gegenzug sitzt es sich auf den Bänken im VW Caddy recht bequem und natürlich mangelt weder an Beinfreiheit noch an Laderaum.Ein paar umwerfende Literzahlen gefällig? Nach "Einwickeln“ der zweiten Sitzbank entsteht im kurzen Caddy ein Volumen von 2.850 Litern. Im Maxi sind es sogar 3.700 Liter. Und wer den nun umklappbaren Beifahrersitz tatsächlich umlegt, kann bis zu 2,55 Meter lange Gegenstände bis nach vorne schieben.

Schickeres Interieur im neuen VW Caddy für mindestens 18.243 Euro
Nur bitte nicht ganz ran ans Armaturenbrett. Denn hier sorgen jetzt sauber eingepasste und farbige Dekorblenden für mehr Charme im wie gewohnt übersichtlichen und sauber strukturierten Cockpit. Ebenso neu an Bord: das aus Golf und Co bekannte Infotainmentsystem samt Mirror-Link, dazu Park- und Notbremsassistenten, ACC und Frontscheibenheizung. Eine Web-Anbindung gibt es aber noch nicht. Die Ausstattungslinien des VW Caddy selbst sind ebenfalls leicht verändert. Die Basisvariante wurde auf Conceptline umfirmiert. Darüber parken die Varianten Trend-, Comfort-, sowie Highline, und der Camper hört nun auf den Namen Beach. All jene, die einen klassischen Van suchen, müssen mindestens zum Trendlinie greifen. Dann sind die Bleche innen komplett verkleidet, Armauflagen mit Stoff bezogen, Kopfairbags gibt’s ebenso und erst hier besteht Zugriff auf alle Motoren.

Dreizylinder kommt im Herbst
Als Euro-6 konforme Antriebsquellen bietet VW nun drei Benziner, vier Diesel und einen Erdgas-Verbrenner an. Günstigste Variante: der mit 84PS etwas dürre VW Caddy 1.2 TSI für 18.243 Euro. Schon interessanter, für ein Nutzfahrzeug noch ungewöhnlich und erst im Herbst verfügbar: der mit 175Nm recht potente Einliter-Dreizylinder. Benziner-Spitzenmotorisierung für den nun etwas sanftmütiger abrollenden Caddy ist der bekannte 1.4 TSI mit 125PS (ab 22.467 Euro). Kultiviert und leise bringt er den Fünfsitzer flott, aber nicht so rasant in Schwung, wie sich es so manch einer vielleicht erhofft.

TDI mit 4,2 Liter NEFZ-Verbrauch
Richtig in Fahrt kommt der VW Caddy erst mit dem Zweiliter-TDI (150PS, ab 26.662 Euro). Laufruhig und 340Nm stark, drückt der Diesel den kantigen Van kräftig voran und wirkt im Verbund mit dem präzise schaltbaren Sechsganggetriebe sehr stimmig. In 9,2 Sekunden spurtet der Caddy so gerüstet auf 100km/h. Schluss ist bei 194km/h. Ebenfalls mit Durchzug: eine 122PS starke Variante mit 300Nm, die ihre Power via variablen Allradantrieb auf alle vier Räder abgibt (25.811 Euro).

VW Caddy 1.6 TDI als Empfehlung
Deutlich günstiger (21.947 Euro) und letztlich dennoch die praktikabelste Lösung dürfte aber der 102PS starke Ableger des VW Caddy sein. Dank einem Drehmoment von 250Nm und einer gut gestuften Fünfgangbox reichen seine Kräfte für den Alltagsbetrieb locker aus. Kleiner Tipp: für 2.023 Euro mehr schraubt VW auch ein Sechsgang-DSG an den Diesel. Besonders sparsam ist hingegen die BlueMotion-Variante des 102PS starken TDI, für die Volkswagen einen NEFZ-Wert von 4,2 l/100 km bekannt gibt.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-05-19

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