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Testbericht

26. November 2009

Ein bisschen wurmt es immer noch. Da hatte man mit dem Drei-Liter- Lupo das sparsamste Serienauto der Welt im Programm, doch blöderweise interessierten sich 1999 noch zu wenig Autokäufer für CO2-Emissionen oder Verbrauchsrekorde. Und selbst Öko-Vorreitern war der happige Aufpreis zum Serien-Lupo meist zu hoch. Für VWs Marketing-Abteilung wäre der Kleine heute ein Hit - allein, um der Hybrid-Fraktion Paroli bieten zu können. Doch so langsam verraucht der Ärger über den frühen und nachfolgerlosen Tod des Sparfüchschens. Denn inzwischen erreichen VW -Modelle ähnliche Verbrauchswerte ohne Leichtbaukomponenten oder sonstige teure Technik, die dem Vorzeige-Zwerg 2005 den wirtschaftlichen Garaus machten.

Blue Motion Golf verbrauchsärmer als Toyota Prius Im neuen VW Golf Blue Motion reduzieren etwa Leichtlaufreifen die Fahrwiderstände, ebenso eine gründlich überarbeitete Aerodynamik mit Dachkantenspoiler im GTI -Look, Tieferlegung um 15 Millimeter sowie windschnittigere Schürzen und Kühlergitter. Die Lichtmaschine speist zudem nur beim Bremsen und Ausrollen Strom in die Batterie ein, um dem 1,6-Liter-TDI beim Beschleunigen nicht zur Last zu fallen. Hinzu kommt ein Start-Stopp-System, das den Diesel im Stand ausknipst, sowie eine drehzahlsenkende Übersetzung des Fünfganggetriebes. Wie schon im Vorgänger verzichtet VW auf den sechsten Gang, da er zumindest nach dem Normzyklus zu keiner weiteren Verbrauchsreduzierung führt. Doch die vielen kleinen, aber unspektakulären Maßnahmen zeigen auch so Wirkung: Mit einem Normkonsum von 3,8 Litern unterbietet der Askese-Golf nicht nur den regulären 105-PS-TDI um 0,7 Liter, er liegt sogar ein Zehntel unter dem benzingetriebenen Hybrid Toyota Prius ( der Toyota Prius im Einzeltest ). Der entscheidet jedoch wegen der höheren Energiedichte von Diesel die CO2-Wertung mit 89 zu 99 g/km für sich. Der VW Golf Blue Motion rechnet sich erst nach 100.000 Kilometern Glücklicherweise wurde beim Feilen am Verbrauch nicht gleich noch der Fahrspaß abgeschmirgelt: Trotz langer Übersetzung, die dem Vierzylinder bei 100 km/h gerade mal 1.600/min zubilligt, legt sich der Spar-Golf kräftig ins Zeug. Die enorme Gangspreizung verlangt beim Überholen allerdings schon mal den Griff zum Schalthebel. Komforteinbußen müssen Blue-Motion-Käufer ebenfalls kaum befürchten. Selbst Tieferlegung und Leichtlaufreifen ändern nichts daran, dass weder kurze noch lange Unebenheiten für Unruhe sorgen. Da der VW Golf auch in seiner 99-Gramm-Variante mit toller Geräuschisolierung begeistert und sonst zu keinen Abstrichen zwingt, spricht nur die Preisdifferenz von rund 1.000 Euro für den Standard-TDI. Vom vermutlich höheren Wiederverkaufswert abgesehen, rechnet sich die Öko-Variante erst nach über 100.000 Kilometern. Immerhin sprechen für den auf dem Trendline basierenden Blue Motion neben einem reineren Umweltgewissen auch Alufelgen, Multifunktionsanzeige und ein schmuckeres Cockpit.

VW Polo Blue Motion ist der Drei-Liter-Lupo-Nachfolger Im überarbeiteten VW Passat Blue Motion setzt VW ebenfalls auf den 1,6-Liter-Diesel. Obwohl schon der Vorgänger seinen 110 PS starken Zweiliter per Start-Stopp abschaltet, konnte der Normverbrauch des neuen Motors mit seiner geringeren inneren Reibung um 0,5 auf 4,4 Liter gedrückt werden. Gerade für den Variant ein beeindruckender Wert, da er über 1.700 Liter Gepäck schluckt und trotz Downsizing-Motor souverän antritt. Doch der legitime Nachfolger des Rekord- Lupo heißt eindeutig VW Polo Blue Motion ( der VW Polo im Top Test ). Seine 3,3 Liter auf 100 Kilometer machen ihn zum derzeit sparsamsten Fünfsitzer der Welt, und dank dem 45-Liter-Tank reichen angesichts der Durchschnittslaufleistung in Deutschland von 11.000 Kilometern ganze acht Tankstellenbesuche im Jahr - entsprechend zurückhaltende Fahrweise vorausgesetzt. Der VW Polo Blue Motion hat nur noch drei Zylinder Mit seinem intelligenten Lademanagement, Start-Stopp sowie Feinschliff bei Aerodynamik inklusive verkleidetem Unterboden und im Windkanal geschliffenen Felgen ist er nach ähnlichem Muster gestrickt wie seine größeren Brüder. Allerdings wurde deren TDI eines Zylinders beraubt. Der neue 1,2-Liter kommt jedoch immer noch auf stramme 180 Nm Drehmoment und zieht nach Durchschreiten einer spürbaren Anfahrschwäche ab 2.000/min mit kehligem Dreizylinder-Schnattern davon. Im Vergleich zum ebenfalls dreizylindrigen Pumpe-Düse-Vorgänger läuft der Neue jedoch vor allem im Teillastbereich deutlich weicher und leiser. Dass der Öko-Polo keine rollende Verzichtserklärung sein soll, zeigt die großzügige Serienausstattung mit Alufelgen, Tempomat, Lederlenkrad, Mittelarmlehne sowie Nebellampen. Allerdings wird der VW Polo Blue Motion dadurch fast 1.800 Euro teurer als der 75 PS starke Vierzylinder-Basis-TDI.

VW setzt auf Verbrauchsreduktion statt Hybridantrieb Nahezu zeitgleich mit der Einführung der drei Ober-Sparer lassen sich für fast alle Modellreihen so genannte Blue-Motion-Technology-Pakete ordern. Ziel ist es, die jeweils genügsamste Motorvariante durch Start-Stopp-Systeme oder sonstige Maßnahmen noch weiter auf Diät zu setzen. Bis Spritspar-Konzepte wie Hybrid- oder Elektroantriebe für breite Käuferschichten bezahlbar werden, setzt VW also voll auf Verbrauchsreduktion des Verbrennungsmotors. Wenn das der selige Drei-Liter-Lupo noch erlebt hätte.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-11-26

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