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Testbericht

4. März 2010

Rollende Verzichtserklärungen sehen anders aus: Sowohl der VW Passat Variant als auch der Volvo V70 spielen im Alltag eher die Rolle des automobilen Alleskönners, sind als Geschäftswagen auf langen Strecken ebenso geeignet wie für die große Urlaubsreise mit der ganzen Familie.

Blue Motion heißt bei Volkswagen die Spar-Zauberformel Dennoch geben - ausgestattet mit der entsprechenden Motorisierung - beide 4,8-Meter-Kombis vor, an der Tankstelle ebenso knausrig zu sein wie ein Kleinwagen und im Normzyklus nicht mehr als fünf Liter pro 100 Kilometer zu verbrauchen. Blue Motion heißt die Zauberformel bei Volkswagen, die den Verbrauch des Passat auf 4,4 Liter drücken soll. Dazu rollt der Variant auf mit Leichtlaufreifen besohlten Alurädern, speist beim Bremsen Energie zurück in die Batterie und schaltet den Motor beim Ampelstopp selbstständig aus und wieder ein. Eine optimierte Aerodynamik und eine Schaltanzeige im Cockpit runden das Sparpaket ab. Der Volvo V70 benötigt einen halben Liter mehr auf 100 km als der VW Passat Der Drive genannte V70 von Volvo greift auf ähnliche Maßnahmen zurück, verzichtet jedoch auf das Start-Stopp-System und benötigt auf dem Papier mit 4,9 L/100 km einen halben Liter mehr als der VW Passat. Doch ein Update steht bereits vor der Tür. Aktuell bestellte Volvo V70 Drive sollen sich dank intelligenter Batterieaufladung und reduzierter Reibung beim Antrieb von Lichtmaschine und Klimaanlagen-Kompressor künftig mit 4,5 Litern begnügen. Solche Werte wären nicht möglich ohne die beiden optimierten Dieselmotoren. Mit jeweils 1,6 Liter Hubraum und etwas über 100 PS fallen sie für diese Fahrzeuggröße nicht eben üppig aus, und es stellt sich die berechtigte Frage, ob vor lauter Freude am Sparen der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt. Keineswegs, wenn man keine überzogenen Erwartungen an die Dynamik stellt.

VW Passat und Volvo V70 stemmen zwischen 240 und 250 Nm auf die Kurbelwelle Dank Aufladung stemmen beide zwischen 240 (Volvo) und 250 Nm (VW) auf die Kurbelwelle, wobei der V70 sein Maximum etwas später (bei 1.750/min) als der Passat erreicht. In der Praxis macht sich das in einer spürbaren Anfahrschwäche des Schweden bemerkbar, zu wenig Gas führt rasch zum unfreiwilligen Motorstopp. Ansonsten schlägt sich auch der Volvo-Vierzylinder überaus wacker, grummelt lediglich beim Beschleunigen wie ein Diesel und hält sich sonst unauffällig im Hintergrund. Geduld fordert der Volvo V70 etwa an Autobahnsteigungen, sonst hilft nur der Griff zu der mit langen Wegen ausgestatteten Fünfgang-Schaltung. Der VW Passat fühlt sich trotz gleicher Abmessungen kompakter an In der Ebene wünscht man sich jedoch eher einen sechsten Gang, um noch drehzahlschonender gleiten zu können. Denn entspanntes Reisen bereitet auf den bequemen Volvo-Sitzen viel Vergnügen, zumal der V70 mit einem geradezu sänftenartigen Federungskomfort aufwartet. Fehlt eigentlich nur noch ein Automatikgetriebe, das für den Drive jedoch nicht zu haben ist. Flotte Kurven sind nicht seine Stärke, Lenkung und Fahrwerk mangelt es im Vergleich zum VW an Präzision. Entsteht im Volvo stets der Eindruck eines großen und schweren Wagens, fühlt sich der Passat trotz ähnlicher Abmessungen spürbar kompakter und leichter an.

Der VW Passat entwickelt im fünften Gang deutlich mehr Dynamik Kein Wunder, der Testwagen wiegt fast 250 Kilogramm weniger und entwickelt im höchsten Gang deutlich mehr Dynamik, obwohl bei ihm die fünfte Fahrstufe ebenfalls lang übersetzt ist. Im Paket mit der feinfühligen Lenkung, der präzisen Schaltung und den gut konturierten Sitzen wirkt der VW Passat eine Klasse agiler. Beim Ausbügeln von Querfugen muss er sich jedoch dem Volvo geschlagen geben. Der Passat rollt straffer ab, ohne deshalb unkomfortabel zu sein - auch er beherrscht diese Disziplin überdurchschnittlich gut. Beim Thema Verbrauch bleibt der Volvo V70 dem VW Passat auf den Fersen An der Tankstelle hat der VW hingegen wieder die chrombeplankte Nase vorn. Den niedrigen ECE-Wert erreicht er in der Praxis zwar nicht, aber 5,6 Liter/100 km im Versuchsdurchschnitt sind für Gewicht und Größe aller Ehren wert. Der Volvo bleibt ihm mit 6,1 Litern dicht auf den Fersen, obwohl der Testwagen noch ohne die jüngsten Optimierungen auskommen musste. Trotz der günstigen Verbräuche zählen VW Passat und VolvoV70 nicht zu den Schnäppchen in der Mittelklasse. Als Blue Motion kostet der Variant ab 29.025 Euro, der Volvo beginnt gar erst bei 30.910 Euro. Der Volvo V70 zeichnet sich durch eine umfangreiche Serienausstattung aus Dafür wartet der Volvo V70 mit einer umfangreicheren Serienausstattung auf. CD-Radio, Klimaautomatik oder ein Laderaum-Trennnetz kosten bei ihm kein Extrageld. Massive Solidität verströmt der Volvo V70 auch im Innenraum und bei Detaillösungen wie etwa den Fixierschienen im Kofferraum. Das Ambiente des auf der Trendline- Ausstattung basierenden Blue Motion kann da nicht ganz mithalten. Somit entpuppt sich der Volvo V70 Drive für Freunde großer Kombis mit Hang zur Gelassenheit als Geheimtipp - nicht besser, aber viel individueller als der ausgewogene VW Passat. So oder so - Verzicht sieht anders aus.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-03-04

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