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Testbericht

13. Oktober 2010

Die Batterien sind zu teuer, die Ladezeiten zu hoch und die Reichweiten zu niedrig - der schnelle Weg zur Elektromobilität frustriert. Aber wieso diese Hektik? Müssen wir denn wie vom Stromschlag getroffen gleich von der Verbrenner-Generation in das Volt-Zeitalter hopsen?

Toyota Prius Plug-in fährt rund 20 Kilometer rein elektrisch Ein gleitender Übergang erscheint als die praxistauglichere Lösung, und für den hat Toyota was in petto. Nachdem der japanische Auto-Gigant bereits beim Hybrid den beharrlichen Pionier gespielt hat, tritt er mit dem Prius Plug-in-Hybrid nun in die zweite große Elektrifizierungsphase ein. Auf nur homöopathische Phasen rein elektrischen Fahrens bei den normalen Hybriden folgt nun das erste richtige Stromer-Erlebnis. Zumindest rund 20 Kilometer weit soll er ohne Verbrennung laufen. Das klingt erst mal nach wenig, bedeutet aber nichts anderes, als dass statistisch gesehen die meisten Pendlerfahrten von der Wohnung zur Arbeitsstelle rein elektrisch absolviert werden können - wenn die Infrastruktur stimmt. Und damit sind nicht die hochtrabenden Projekte für öffentliche Ladestationen gemeint, sondern die Versorgung mit Steckdosen an den Stellen, wo das Auto am meisten steht: Heim und Arbeit. Bis zu 100 km/h sind im E-Betrieb drin Aber kennen Sie einen großen Firmenparkplatz mit anzapfbarer 230-Volt-Versorgung? Eben. Doch das ist nicht das Problem des Prius Plug-in. Er ist die Henne, die Strom-Eier müssen die anderen legen. Und er macht seine elektrische Sache richtig gut. Je nach Fahrweise legt er im Test zwischen zehn und 20 Kilometer durchaus zügig und leicht surrend zurück. Bis zu 100 km/h sind im E-Betrieb drin. Beim Test schaffte der Toyota sogar 112. Doch dann geht die Ladung schon sehr zügig aus. Wer also besonders viel Kurzstrecke fährt, straft eine alte Autofahrer-Weisheit Lügen, dass diese den Verbrauch in die Höhe treibt. Denn solange die tägliche Strecke im Rahmen der E-Reichweite bleibt, springt der bekannte 1,8-Liter-Motor nur ab und zu mal kurz an, um sich fit zu halten. So prangt denn auch im Test ganz stolz auf der Infografik im Armaturenbrett: "Verbrauchsbestwert 0,0 Liter für 15 km." Toyota Prius schafft niedrigsten Testverbrauch Der Konsum des Prius Plug-In ist extrem abhängig von den Bedingungen und die Angabe des offiziellen Durchschnittsverbrauchs von 2,6 Liter pro 100 Kilometer (entspricht 59 g CO2/km) ein auf einer komplizierten Formel basierendes, rein rechnerisches Konstrukt. Auf der 288 Kilometer langen Normrunde im Test schluckte der Toyota Prius 4,2 L/100 km. Das liegt etwas höher als der Wert des normalen Toyota Prius von 3,9 Litern. Was leicht zu erklären ist, da der Plug-in-Hybrid nur auf ein paar Prozent der Strecke rein elektrisch fährt und sich danach im exakt gleichen Hybridmodus wie sein konventioneller Bruder bewegt. Der hat aber nicht 70 Kilogramm mehr Batteriegewicht zu schleppen. Interessant wird es beim Testverbrauch, denn hier kommen die Kurzstreckenfahrten dem Plug-in voll zugute: 4,8 L/100 km sind noch einmal sensationelle 15 Prozent weniger als beim normalen Hybrid und damit der niedrigste Testverbrauch, den auto motor und sport für einen Benziner je ermittelt hat. Weder die Fahrleistungen, noch die Bremse schwächeln Der reale CO2-Ausstoß liegt entsprechend niedrig. Nun gut, werden Kritiker einwenden, aber auf jeder Kilowattstunde Strom liegt nach dem EU-Strommix eine CO2-Last von 575 Gramm. Der Strom muss also sauberer werden, oder er fließt aus einem speziellen Solar-Carport. Der Toyota Prius Plug-in alleine macht seine Sache als Antriebs-Vorreiter jedoch hervorragend, da er das eine tut - elektrisch fahren -, ohne das andere zu lassen: genug Reichweite bieten. Bei fallenden Preisen für die Akkus könnte sie sukzessive noch größer werden. Sobald er in seinem Hybridmodus werkelt, fährt er sich exakt so, wie man es von einem Toyota Prius gewohnt ist. Das heißt, weder die Fahrleistungen noch die Bremse schwächeln im Test. Was stört, ist immer noch die Diskrepanz zwischen dem absolut zukunftsweisenden Antriebskonzept und den nur durchschnittlichen Auto-Qualitäten, was Handling, Komfort und Qualitätsanmutung angeht. Aber bis Mitte 2012 ist ja noch etwas Zeit für Feintuning. Dann geht der Toyota Prius Plug-in nämlich von seiner 600-Stück-Erprobungsphase in den wirklichen Verkauf.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-10-13

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