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Testbericht

19. April 2009

"Pünktlich zum 21. Jahrhundert!" So hieß der Slogan, als Toyota 1997 das erste in Großserie gebaute Hybridauto vorstellte, den Toyota Prius. 2003 kam die zweite Generation mit modernerem Design und kleineren Batterien, von der allein im letzten Jahr weltweit 285.000 Stück verkauft wurden. Insgesamt rollten bereits 1.280.000 Prius von den Fließbändern. Die meisten davon laufen jedoch in Japan und den USA, der Europa-Anteil hat sich bei etwa zehn Prozent eingependelt. Der Grund dafür liegt für die Toyota-Leute in Japan auf der Hand: Am Toyota Prius hafte der Ruf eines "Autos für den Stau", das für die Fahrweise der Europäer und vor allem für Autobahnen wenig geeignet sei. Deshalb standen bei der Entwicklung der dritten Generation des Toyota Prius bessere Fahreigenschaften und ein stärkerer Antrieb im Fokus, ohne die Grundkonzeption zu ändern. Also wurde der Hubraum des Benzinmotors im Toyota Prius von 1,5 auf 1,8 Liter vergrößert, die Leistung von 78 auf 98 PS erhöht.

Blitzförmige Toyota Prius Scheinwerfer Des Weiteren hat man am Energiemanagement des Toyota Prius gearbeitet und eine Wasserpumpe mit elektrischem Antrieb eingebaut. Zusätzlich erhielt der Auspuff einen Wassermantel, um die überschüssige Wärme des Kühlwassers zu speichern. Damit strebt man eine Verkürzung der Warmlaufphase und eine Senkung des Verbrauchs an. Gleichzeitig wurde der Elektromotor im neuen Toyota Prius-Modell von 50 kW ohne Reduktionsgetriebe auf 59 kW mit Getriebe und kraftvollem Drehmoment verbessert. Doch zunächst zur Optik. Äußerlich fallen beim neuen Toyota Prius besonders die Scheinwerfer auf, die wie beim Nissan 370Z ein blitzförmiges Design haben. Zudem wurden die Stoßfänger und die Heckpartie des Toyota Prius modifiziert, um den Luftwiderstand zu senken. Völlig neues Toyota Prius-Interieur Dem gleichen Zweck dienen die um 25 Millimeter nach vorn versetzten A-Säulen sowie weitere Detailmaßnahmen, die den cW Wert von 0,27 auf 0,25 reduzieren. Ansonsten blieben die Linien und Abmessungen des Toyota Prius weitgehend erhalten, Länge (plus 15 Millimeter) und Breite (plus 20) wuchsen nur geringfügig. Dagegen präsentiert sich das Interieur in völlig neuem Stil. Aus der riesigen Mittelkonsole ragt wie ein Pilz der Ganghebel heraus, der ein wenig an den SMG/DKG-Schaltknüppel von BMW erinnert. Sobald man die runden Pads rechts und links auf dem Lenkrad berührt, erscheint eine Anzeige auf dem Display.

Science-Fiction-Gefühl im Toyota Prius Auch Klima- und Musikanlage des Toyota Prius werden von hier aus bedient. Man fühlt sich fast wie in einem Raumschiff der Star-Wars-Filme, solch ein Science-Fiction-Gefühl bekommt man in diesem Cockpit. Nach dem Druck auf den Starterknopf geht es los. Die erste Ausfahrt mit dem Prius findet auf der Rennstrecke von Toyota, dem Fuji Speedway, und innerhalb des Geländes statt. Schließlich handelt es sich hier um einen Prototyp, der noch keine Genehmigung für öffentliche Straßen hat. Zuerst ist nur der Elektromotor im Einsatz, dessen gestiegene Kraft beim Anfahren sofort spürbar wird. Die Fortbewegung bis zur Zündung des Ottomotors fühlt sich zugleich weich und entschieden an, und beim Treten des Gaspedals geht es munter voran. Dabei vermittelt schon die größere Spurweite (vorne plus 40, hinten plus 20 Millimeter) eine deutlich bessere Straßenlage, die selbst europäische Ansprüche und Bedürfnisse zufrieden stellen dürfte. Leider konnten wir den neuen "Power Mode" nicht testen, mit dem eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 10,4 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreicht werden soll. Auch eine realistische Verbrauchsangabe muss einem späteren Test vorbehalten bleiben, aber für den japanischen Normzyklus gibt Toyota eine Reichweite von 30,4 Kilometer pro Liter Benzin an. Umgerechnet bedeutet das ein Durchschnittskonsum von 3,3 Liter auf 100 Kilometer und ein CO2-Ausstoß von 89 g/km. Möglicherweise kann auch im europäischen Verbrauchszyklus die Vier-Liter-Marke unterboten werden. Übrigens hat der neue Toyota Prius wie sein Vorgänger eine Nickel-Metallhydrid-Batterie, doch wurde auch hier die Leistung von 25 auf 27 kW erhöht. Ferner hat die Erhöhung der elektrischen Spannung des Inverters von 202 auf eine Hochspannung von 650 Volt zum Ergebnis, dass man im puren Elektromodus bei einer Geschwindigkeit von 55 km/h bis zu zwei Kilometer ohne Emission fahren kann.

Kaltstartgarantie bei bis zu minus 30 Grad Celsius Im übrigen garantiert der Hersteller eine Kaltstartfähigkeit bei bis zu minus 30 Grad. Eine interessante Zusatzausstattung im Toyota Prius sind die Solar-Paneele für das Dach, die Elektrizität für den Betrieb der Lüftung während des Parkens liefern. Was die Sicherheitsausstattung angeht, schreitet der neue Toyota Prius mit großen Schritten voran: Insgesamt sechs Airbags hatte er bisher schon, aber jetzt kommen aktive Kopfstützen, blinkende Bremslichter, der Spurhalteassistent LKA (Lane Keep Assistant), ein aktiver Tempomat mit automatischer Bremsfunktion sowie ein Pre-Crash-System hinzu. Dazu besitzt der Japaner auch erweiterte aktive Sicherheit, bei der die elektrische Servolenkung mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm VSC (ESP und ABS) zusammenwirkt. Geringer Preisaufschlag für den Toyota Prius Trotz der zahlreichen Verbesserungen und Zusatzoptionen fällt der Preisaufschlag für den Toyota Prius eher bescheiden aus. Das liegt sowohl daran, dass plötzlich mit den Honda Insight ein echter Widersacher hinzugekommen ist, als auch an den gestiegenen Produktionszahlen, wodurch sich Kostenvorteile inzwischen deutlich bemerkbar machen. Schließlich wurde beim gegenwärtigen Toyota Prius-Modell der Preis noch aufgrund eines erwarteten Monatsabsatzes von nur 5.000 Exemplaren kalkuliert, obwohl zuletzt die fünffache Stückzahl für insgesamt 44 Länder vom Band lief. Kein Wunder, dass Toyota beim Hybrid auf steigende Nachfrage setzt. Denn bereits ein Jahr nach dem Start des Toyota Prius III in diesem Sommer steht der Wechsel zu Lithium-Ionen-Batterien auf dem Programm, deren Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten ist. Und schon im Jahr 2012 soll es eine Plug-in-Version geben, deren Akkus sich am heimischen Stromnetz aufladen lassen. Um den technischen Fortschritt auch optisch sichtbar zu machen, wird die Karosserie deutliche Änderungen erfahren. Dazu soll später mit der gleichen Technik ein kleineres Modell im Toyota Yaris -Format folgen, jedoch kein Mildhybrid wie bei Honda . Schließlich ist mit der langjährigen Erfahrung bei Toyota auch das Selbstvertrauen gewachsen, die Technik und die Kosten im Griff zu haben, zumal anders als bei vielen Herstellern die entscheidenden Komponenten in Eigenregie entwickelt und produziert werden. Angesichts dieser Perspektiven kann sich Chefingenieur Ozuka ein erwartungsvolles Lächeln nicht verkneifen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-04-19

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