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Testbericht

1. März 2012

Fehlt bloß noch Uniform mit Schirmmütze - dann wäre das Bild des automobilen Dienstmannes perfekt. Schon bisher zählte der Toyota Avensis in schöner Carina-Tradition nicht gerade zu den Showstars. Das aktuelle Facelift inklusive markanterem Kühlergrill und Scheinwerfern samt Tagfahrlicht wird daran wenig ändern. Mit knapp 4,80 Meter Außenlänge mittendrin im Revier der nutzwertigen Mittelklasse-Kombis, fasst der Kofferraum des Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D immer noch zwischen 543 und 1.690 Liter - einfach beladbar und sauber gegliedert mit ausklappbaren Ösen und einem leicht bedienbaren Trennnetz.

Vier Personen reisen bequem auf etwas schaumstoffigen Sitzen, im geräumigen Fond darf man sich sogar ein wenig rekeln. Vorn legt Toyota wert auf dezenten Stil und einfache Bedienung: sauber gezeichnete Rundinstrumente, eindeutige Tasten und Regler, Bordcomputer in Monochrom, keine Sperenzchen. Die teils neu gestalteten Oberflächen im Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D sind blendfrei in zart geschäumtem Kunststoff, mit gaaaanz wenig Chrom verziert. Touchscreen im Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D Life Serie Regelrecht poppig wird es dann beim Infotainment mit Berührungsbildschirm, Rückfahrkamera, iPod-Anschluss und Bluetooth-Funktionen. Es ist bei der Version Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D Life für 27.800 Euro serienmäßig, nur das Navigationsmodul kostet 550 Euro extra, bietet dafür Sprachsteuerung. Die Vorlesefunktion von SMS bleibt allerdings der Top-Version Executive vorbehalten. Im Gegensatz zum modifizierten, 124 PS starken Zweiliter-Diesel, bei dem ein neuer Turbolader, der zweigeteilte Ölsumpf und die reibungsärmere Steuerkette Fahrbarkeit und Verbrauch verbessern sollen.

Und tatsächlich: Der Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D gefällt mit entspannter, gleichmäßiger Leistungsabgabe nach einem klitzekleinen Turboloch sowie einer exakten Sechsgangschaltung mit passender Übersetzung. Weniger erfreulich: die Laufkultur des mit maximal 2.000 bar Einspritzdruck arbeitenden Diesels. Bis ins Lenkrad kribbelnde Vibrationen sowie präsentes Nageln erinnern ans Selbstzünderprinzip. Spaß macht der kleinste Avensis-Diesel trotzdem, zumal die leichtgängige, ausreichend präzise Lenkung sogar zu dezenten Kurvenabenteuern einlädt. Bei der Federung des Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D hätte es hingegen ruhig noch etwas mehr Feintuning sein dürfen. Sie arbeitet straff, spricht unwillig an, neigt bisweilen zum Stuckern. Nicht schlimm, aber spürbar. Andererseits - so ein fester Händedruck kann bei einem Dienstmann nicht schaden.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-03-01

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