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Testbericht

7. April 2008

Schon die Grundpreise sprechen deutlich für sich: Fast 16.000 Euro kostet der große Touareg mit dem 174 PS starken Fünfzylinder-Diesel mehr als der kleine Tiguan mit dem Zweiliter-TDI und 140 PS. Da liegt also locker ein ordentlicher VW Polo zwischen den beiden. Schließlich kokettiert der Touareg bereits in seiner Einstiegsversion mit der Oberklasse. Wunderschöne Instrumente mit Glitzerrahmen, stylische Alu-Einlagen und eine fast makellose Verarbeitung wollen sagen: Gib das Mehrgeld nur aus, ich biete dir auch was.

Doch so einfach lässt sich der Tiguan beim Kundenflirt nicht abschütteln. Auch wenn der Große mit feiner Interieur-Schminke und Ausstattung daherkommt, wirkt der Tiguan nicht wie eine graue Maus. Zwar ertönt beim Klopftest unterhalb des Armaturenbretts der hohe Ton von Hartplastik, aber die restliche Qualitätsanmutung überzeugt mit sauberer Einpassung und griffsympathischen Materialien.

Beim Raumgefühl nehmen sich die Brüder weniger, als die Außenabmessungen erwarten lassen. Jäger dürfen im höheren Tiguan sogar eher ihren Hut auflassen, während Breitschultrige im Touareg weniger anecken. Selbst beim Ladevolumen liegen beide nach Zahlen nicht weit auseinander, und die Fondbank des Tiguan lässt sich auf Wunsch auch in der Länge verschieben. Das ändert nichts daran, dass der komplett ebene Ladeboden, die große Öffnung, die niedrige und stufenfreie Ladekante sowie die höhere Anhängelast im Touareg eindeutige Vorteile bieten.

Aufgemotzter Golf Plus contra Geländetier

Im Gegenzug lässt der 650 Kilogramm leichtere Spätstarter nur durch seine erhöhte Sitzposition spüren, dass er ein SUV und kein Kompaktwagen ist. Agil und willig nimmt er sich eine Kurve nach der anderen vor, wo der Touareg schwerfälliger und wankelmütiger wirkt, aber objektiv kaum langsamer oder unsicherer ist. Und in wirklich schwerem Gelände raunt er vom Gipfel dem am Hang keuchenden Nachkömmling zu: Du bist eben nur ein aufgemotzter Golf Plus und ich bin ein richtiges Geländetier.

In Zeiten nach oben schnellender Spritpreise schlägt der Tiguan einen harten Verbrauchshaken. Mit unter zehn Litern und damit knapp drei Liter pro 100 Kilometer weniger gibt sich der Kleine zufrieden. Und das bei quasi identischen Fahrleistungen und einem erheblich kultivierteren Motor. Während der 2,5-Liter-TDI im Touareg noch in alter Pumpe-Düse-Manier knurrt, werden beim Common-Rail-Aggregat des Tiguan dank Verbrennungs-Harmonisierung mit Mehrfach-Einspritzung besonders kleine Nägelchen geklopft.

Pragmatische Entscheidung ist klar

Für alle, die mit ihrem SUV weder schwere Hänger ziehen wollen noch harte Klettertouren im Gelände planen und auch nicht um ihr Image fürchten, ist die pragmatische Entscheidung klar: Der Tiguan kostet auch im Unterhalt erheblich weniger, geht mit dem Diesel viel genügsamer um und bringt bis zu fünf Personen ähnlich komfortabel und schnell ans Ziel. In puncto Variabilität ist er sogar das modernere Auto.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-04-07

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