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Testbericht

11. November 2015
Schön ist es, wenn die Praxis mit der Theorie in etwa Schritt zu halten vermag. Noch schöner aber ist es, wenn die Praxis die theoretischen Erwartungen klar übertrifft: So geschehen beim ersten Kennenlernen von Suzukis neuem Herausforderer in der kompakten Vier-Meter-Klasse, dem ab Frühjahr 2016 auf den Markt drängenden neuen Baleno.Mit einer Körperlänge von knapp vier Metern läßt der Suzuki Baleno zwar ausreichenden Platz für Fahrer und Beifahrer erwarten, doch auf den Rücksitzen wird es, so die voreilige Vermutung, eher eng zugehen. Die erste Überraschung: Wenn hinter dem Volant ein Mensch mit 1,85 Metern Körperlänge thront und sich den Sitz bequem einstellt, kann hinter ihm ein zweiter Mensch der gleichen Größe noch sitzen, ebenfalls realtiv bequem. Zwar kommt der Kopf dem Dachhimmel schon empfindlich nahe, doch für die Knie und den Rest der Anatomie ist genügend Raum vorhanden. Hinten sitzen heißt im neuen Baleno nicht, sich zusammen zu falten müssen wie ein Blatt Papier im Origami-Kurs.

Suzuki Baleno mit mehr Leistung und weniger Gewicht
Brandneu ist nicht nur die Karosserie, die aus hochfesten Stählen besteht und mit fast 100 Kilogramm Mindergewicht im Vergleich zum ähnlichen Suzuki-Modell Swift einen neuen Schlankheitsrekord vermelden kann; brandneu sind auch die Motoren. In der Basisversion werkelt ein überquadratisch ausgelegter Dreizylinder, der seine Kraft aus der Lebensgemeinschaft mit einem kompakten Turbolader schöpft: 111PS bei 5.500/min sind ein Wort für einen knappen Liter Hubraum. Die Motorentüftler bei Suzuki haben mit dem neuen Dreizylinder ein feines Stückchen Technik ins Leben gerufen: Der Kurbeltrieb ist so ausbalanciert, dass auf eine Ausgleichswelle verzichtet werden kann, was Kosten und inneren Kraftbedarf reduziert.Wer jetzt denkt, ein Dreizylinder ohne Ausgleichswelle würde sich bei Nenndrehzahl aufgrund heftigster Vibrationen selbst zerlegen, wird im Suzuki Baleno eines Besseren beehrt. Bei steigender Drehzahl knurrt der Motor zwar wie ein gedämpfter Pitbull, dem gerade der Lieblingsknochen fortgenommen werden soll. Doch störende Vibrationen waren bei der Probefahrt nicht zu registrieren.Der Baleno hängt sauber am Gas. Das Fünfganggetriebe schaltet sich leicht und präzise, die Gänge sind praxisgerecht abgestuft. Die elektrisch unterstütze Lenkung setzt dem Anlenken aus der Mittellage zunächst einen leichten, aber spürbaren Widerstand entgegen, was der zielgenauen Geradeausfahrt etwa auf der Autobahn dient und ein hektisches Hin und Her wegen zu geringer Lenkstabilität vermeidet.

Suzuki Baleno mit leichtfüßigem Handling
Mit seiner ganzen Lauf- und Lenk-Charakteristik wird der Suzuki Baleno zum agilen Begleiter auch auf kurvigen Landstraßen, und wenn tiefer geforscht wird, wo denn dieses Fahrvergnügen seine Wurzeln hat, leuchtet das geringe Gewicht des Viertürers aus den technischen Daten. Suzuki ist es gelungen, den leichtesten Baleno auf nur noch 865 Kilogramm herunter zu trainieren, und damit ist er prädestiniert für zügige Überland-Partien. Kein zusätzliches Gewicht schiebt in beherzt angegangenen Kurven nach außen, der Baleno liegt wundervoll neutral, und seine angeborene Tendenz zum minimalen Untersteuern liegt im Frontmotor-Konzept. Die Leichtigkeit, mit der sich dieser Fünfsitzer durch die Wechselkurven des Lebens schwingt, macht ihn zu einer idealen Basis für Experimente mit mehr Leistung, bis hin zum sportlchen Einsatz.Neben dem angenehm unauffällig vor sich hin werkelnden Dreizylinder bietet Suzuki auch einen Brennraum mehr pro Motor an: Der ebenfalls neuentwickelte1,2-Liter-Vierzylinder entwickelt 100PS bei 6.000/min und überzeugt durch seine jugendliche Drehfreudigkeit: Schon leichte Befehle des Accelerators quittiert er etwa beim Zwischengas mit jubilierendem Hochdrehen.

Hybrid-Power kaum spürbar
In der Baleno-Variante mit vier Zylindern hält der Hersteller noch ein besonderes Schmankerl bereit.: die SHVS-Version. Hinter dem Kürzel verbirgt sich zum einen der Begriff Smart Hybrid Vehicle by Suzuki, zum anderen der Rückgriff auf das traditionelle System des Dynastarts. Zu Zeiten der Steyr-Puch-Kleinwagen und des Messerschmidt-Kabinenrollers verstand man unter Dynastart einen Elektromotor, der als Anlasser und Lichtmaschine gleichzeitig arbeiteten konnte. Ähnliches gibt es beim Baleno SHVS: Eine Elektromaschine funktioniert als Starter, als Dynamo und als Booster, um in Situationen mit mehr Leistungsbedarf zügiges Losfahren oder Überholen sicher zu stellen. Das Nutzen der Dynastart-Technik spart Gewicht: Der kleine Hybridantrieb wiegt mal gerade 6,2 Kilogramm zusätzlich, wovon schon 2,5 Kilogramm auf die Lithium-Ionen-Batterie unter dem Fahrersitz entfallen.Im direkten Vergleich fiel die Unterstützung durch den Elektroantrieb beim Beschleunigen noch nicht dramatisch auf. Vermutlich lebt sie ihr zusätzliches Drehmoment hauptsächlich im Portemonnaie ihres Besitzers aus: Mehr als 4,7 Liter Super auf 100 Kiometer soll der Hybrid-Baleno sich nicht hinter die Binde gießen, und das ist laut Suzuki mehr als ein halber Liter Ersparnis im Vergleich zu den Drei- und Vierzylindern ohne elektrisches Helferlein.Noch ein Wort zum Interieur. Sehr hübsch haben die Suzuki-Designer den Love-Fuchs aus japanischen Manga-Comics in der Mittelkonsole integriert: Den Sieben-Zoll-Touchscreen umrahmen als Luftdüsen die Ohren des Füchschens, zwei farbige Drucktasten für Warnblinken und den Passagier-Airbag ergeben die leuchtenden Augen, und die schwarze runde Anzeige für die Klimanlage bildet den Fuchs-Riecher. Die Übertragung der Manga-Charaktere auf Handys und Smartphones hat endgültig Einzug gehalten in das japanische Auto-Styling.

Kontaktfreudig und mit Helfern bestückt
Was uns noch aufgefallen ist? Die Polsterung der Stoffsitze fällt relativ weich aus, ist aber nicht unbequem und regt auch auf längeren Fahrten das Kreuz nicht zum Schmerzen an. Die Fahrwerksabstimmung ist ein sehr gut gewählter Kompromiss zwischen Komfort und sportlicher Straffheit, und die Bremsen - vorne Scheiben, hinten Trommeln - gaben während der Testfahrt keinen Anlass zum Klagen: gut definierter Druckpunkt, kein Fading, präzises Ansprechen. Sie sind gekoppelt mit einem Radar-System, das den Verkehr vor dem Suzuki Baleno permanent checkt. Vom Warnton bis zum selbsttätigen Bremsen läßt es den Fahrer nicht im Stich.Ehe wir es vergessen: Natürlich leistet auch der Baleno seinen nötigen Beitrag zur Connectivity, mit Multi-Informations-Farbdisplay, mit dem Apple-CarPlay-fähigem Audiosystem, mit Smartphone-Anbindung auch via MirrorLink, USB-Anschluss, SD-Kartensteckplatz sowie einer Heckkamera, die auf dem Touchscreen zeigt, welche Dramen sich gerade hinter dem rückwärts fahrenden Viertürer abspielen. Ein mit dem Tempomaten gekoppeltes Radar, das automatisch den Abstand zum Vordermann überwacht, bietet der Baleno ebenfalls serienmäßig.Das Fazit spricht klar für den Baleno: Suzuki, mit jährlich 2,9 Millionen gebauter Autos derzeit die Nummer zehn der Weltrangliste, hat mit dem neuen Hatchback demnächst eine kompakte Schräghecklimousine im Angebot, die sich gerade in Europa ihren Platz im hart umkämpften Markt sichern kann. Zeitgemäße Assistenzsysteme, neue sparsame Motoren, der kleine Hybrid und vor allem die neue Karosserie mit ihrm geringen Gewicht machen den neuen Suzuki zu einem leicht und präzise zu fahrenden Viertürer, der wegen seiner ausbaufähigen Basis klar den Wunsch nach einer noch sportlicheren Variante aufkommen läßt.Bliebe als Letztes hier die Frage nach dem Preis. Noch hält Suzuki ihn unter der Decke. Als nächstgrößeres Modell vor dem Swift dürfte allerdings der Rahmen gesteckt sein: Ein paar Prozent mehr, und schon ahnt man, was er kosten könnte.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-11-11

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