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Testbericht

6. September 2008

Der Japaner schoss nicht nur in die Höhe: Mit 4,56 Meter (plus 7,5 Zentimeter) fehlen in der Länge nur wenige Millimeter zum erfolgreichen BMW X3. Entsprechend großzügig fallen daher die Platzverhältnisse im Innenraum aus, wo sich auch die hinteren Passagiere über ausreichend Bein- und Kopffreiheit freuen. Da sich die Lehne per Knopfdruck flacher stellen lässt, steht sogar einem erholsamen Nickerchen in Reihe zwei nichts mehr im Wege. Viele praktische Ablagen, ein Klapptischchen in der Mitte der Rückbank sowie das riesige Glasschiebedach (ab Comfort-Ausstattung) steigern die Behaglichkeit noch zusätzlich. Die Verwandlung vom Kombi zum SUV hat sich für die Mitreisenden also schon mal gelohnt. Keine hochwertigen Materialien im Innenraum Bei so viel Wohlgefühl lässt es sich verschmerzen, dass die Materialien im Innenraum nicht besonders hochwertig wirken. Was nach Metall aussieht, ist meist Plastik, und selbst den Kunststoffen an der Oberseite des Armaturenbretts ist keine Polsterung vergönnt. Mit seinem permanenten Allradantrieb unterscheidet er sich von vielen seiner Mitbewerber, die ihr Fronttriebler-Dasein erst im Falle durchdrehender Vorderräder aufgeben und mit Motorkraft für die Hinterachse rausrücken. Zur Verbesserung der Traktion setzt Subaru zudem auf ein selbstsperrendes Mitteldifferenzial, das je nach Drehzahlunterschieden zwischen den beiden Achsen stufenlos bis zu 100 Prozent dichtmacht. Wenn es noch härter kommt, lässt sich bei den Modellen mit Handschaltung sogar eine Getriebeuntersetzung einlegen.

Bei Preisen ab 23.900 Euro bietet der Forester also viel Allradtechnik für vergleichsweise wenig Geld und begeistert im Alltag mit seiner üppigen Traktion. Schlammige, steile Bergaufpassagen verlieren selbst für wenig geübte Fahrer an Schrecken. Starke Lastwechselreaktionen mit späten ESP Eingriffen Auf asphaltiertem Untergrund kann der Allradler nicht in gleichem Maße glänzen. Dank der leichtgängigen und direkt ausgelegten Lenkung lässt er sich zwar zackig um Ecken werfen, macht mit seinem indifferenten Fahrverhalten aber keinen rundum überzeugenden Eindruck. Er kann sich nämlich nicht immer zwischen Über- und Untersteuern entscheiden. Hinzu kommen starke Lastwechselreaktionen mit späten ESP Eingriffen, wodurch Gaspedallupfer schon bei mittlerem Kurventempo zu beachtlichen Heckschwenks führen können. Dabei sorgt die vergleichsweise weiche Federung für starke Schräglage der Karosserie, hält aber im Gegenzug grobe Unebenheiten von den Passagieren fern. Kurze Stöße werden hingegen etwas hölzern weitergereicht.

Für zügiges Fahren sind fleißiges Schalten und hohe Drehzahlen angesagt, die den Vierzylinder zu einem eigenwilligen und kernigen, aber nicht unsympathischen Boxer-Gurgeln veranlassen. Die bessere Motorwahl dürfte dennoch der ebenfalls 150 PS starke, jedoch erst ab Herbst lieferbare Turbodiesel sein, der schon im Legacy mit Durchzugskraft und hoher Laufkultur überzeugt. Trotz hoher Drehzahlen und fehlenden sechsten Gangs liegt der Testverbrauch mit 10,4 Liter Super auf 100 Kilometer noch im Klassenschnitt. Bei zurückhaltender Fahrweise lässt sich der SUV auch mit acht bis neun Litern bewegen. Schwache Leistung der Bremsen Schwach fallen leider auch die Verzögerungswerte aus. Bei warmer Bremse benötigt der Forester rund 44 Meter, um aus Tempo 100 zum Stehen zu kommen - rund fünf Meter mehr als Offroader mit größer dimensionierten Bremsen. Unter dem Strich ist dem Forester die Metamorphose vom Hochdach-Kombi zum geräumigen SUV geglückt. Dank kompetenter Allradtechnik und jeder Menge Traktion präsentiert er sich als gestandenes Mannsbild unter den SUV-Softies. Mit seinem nicht ganz unproblematischen Kurvenverhalten und den mäßigen Bremsen beschert er seinen Fahrern allerdings schon mal den einen oder anderen Schweißausbruch. Die mögen zwar männlich riechen, sind es aber nicht.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-09-06

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