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Testbericht

25. Mai 2010

Der Chevrolet Spark hat die Party verpasst. Erst ein paar Monate nach Ende der großen Wrack-Sause steht er bei den Händlern. Immerhin hat er seinem Vorgänger, dem kleinen Matiz, so noch einen glanzvollen Abgang ermöglicht - als einer der großen Abwrackprämien-Abstauber.

Chevrolet Spark übertrifft das Platzangebot des Fiat Panda leicht An den Erfolg des Fiat Panda kam der Matiz dabei allerdings nicht heran. Das große Altblechquadern verschaffte dem Italiener goldene Zeiten, in den Zulassungscharts rückte er in die Top 15. Der Chevrolet Spark muss es ohne Subventionen schaffen und will dabei durch mehr als seinen niedrigen Preis - mit 8.990 Euro kostet er in der Basis nur 100 Euro mehr als der Matiz - überzeugen. Durch Größe zum Beispiel. Der Chevrolet Spark streckt sich auf 3,64 Meter und liegt damit über dem für die kleinste Klasse gängigen Längenmaß von rund 3,50 Meter. Seine stattliche Figur setzt er nicht in einen voluminöseren Kofferraum um, dafür in ein Platzangebot, mit dem er das des Fahrbericht-Partners Fiat Panda leicht übertrifft. Im Gegensatz zum Fiat Panda, der nur für vier Personen zugelassen ist, dürfen im Chevrolet Spark fünf mit. Das erweist sich im Fahrbericht auf der kaum konturierten Rückbank allerdings als sehr körpernahe und beengte Dreisamkeit, zumal dort für Erwachsene weder die Kopffreiheit noch die Höhenverstellung der Kopfstützen reicht. Immerhin bleibt den Passagieren im Fond des Chevrolet Spark ausreichend Knieraum.Pilot und Co. reisen besser. Während sie der Fiat Panda nah an den Türen platziert, beherbergt sie der Chevy ungedrängter. Fiat Panda ist dem Chevrolet Spark in unserem Fahrbericht in der Funktionalität überlegen Wobei an den ausreichend großen Sitzen im Fahrbericht die schlecht ausgeformten Polster und der zu niedrige Gurtverlauf stören - eine Höhenverstellung gibt es nur in der Topversion des Chevrolet Spark und selbst dann nur für die Fahrerseite.Der Fiat Panda hat sie ab der zweitniedrigsten Ausstattungslinie Dynamic vorn auf beiden Seiten, so sitzt der Gurt im Fahrbericht optimal. Die Passagiere jedoch nicht, was an einer Querstrebe in der Vordersitzlehne liegt, die in den Rücken drückt. Weil die Höhenverstellung nur die Sitzfläche variiert, entsteht eine Lücke zur Lehne. Im Fond scheuern im Fiat Panda die Knie an der Vordersitzlehne, dafür genügen die Kopffreiheit und der Verstellbereich der Kopfstützen.Ohnehin ist der Fiat Panda dem Chevrolet Spark in der Funktionalität im Fahrbericht überlegen: Die Türen öffnen weiter, er hat die größere Heckklappe und Rempelleisten, gegen Aufpreis (250 Euro) gibt es eine längs verschiebbare Rückbank, und er erleichtert mit seinem dritten Seitenfenster die Rundumsicht. Fahrbericht: Fiat Panda lässt sich mit einem Finger in Parklücken navigieren Anders als der solide zusammengeschreinerte Chevrolet Spark, den die Chevy-Innenarchitekten mit ein paar Nettigkeiten wie dem digitalen Drehzahlmesser, vielen Ablagen oder dem durchgehenden Zierstreifen in Klavierlack-Look konfektionieren, trägt der Fiat Panda Funktionswäsche unterm Blech. Die Hartplastikansammlung des übersichtlichen und leicht bedienbaren Cockpits bleibt im Fahrbericht charm-, aber nicht ganz klapperfrei. Für die Parkplatzsafari in der Stadt rüstet den Fiat Panda der City-Modus seiner Servolenkung. Die fällt schon normal nicht mit einem hohen Kraftaufwand auf - mit hoher Präzision erst recht nicht -, doch beides minimiert sich auf Tastendruck. So kurbelt man den Fiat Panda mit einem Finger in Parklücken. Chevrolet Spark fiel im Fahrbericht mit präziser Lenkung auf Mit der präziseren Chevrolet Spark-Lenkung macht das im Fahrbericht kaum mehr Mühe, allenfalls die breite C-Säule erschwert zentimetergenaues Rangieren. Was nichts daran ändert, dass beide Kontrahenten zu den besonders handlichen Stadtautos zählen. Sie zwitschern durch die Rush-hour, witschen dabei in winzige Lücken, wozu die Leistung ihrer kleinen Vierzylinder-Benziner noch locker ausreicht. Im Chevrolet Spark trommelt ein quirliger Einliter bei 6.400 Touren seine 68 PS zusammen, muss viel drehen und kann das auch gut. Ab 4.500/min wechselt sein Ton ins Kernige, was zumindest subjektiv den Eindruck erweckt, dass es nun energischer vorangeht. Tut es nicht. Mit Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn mitschwimmen klappt im Fahrbericht noch problemlos, doch schon an leichten Steigungen überkommt den Antrieb eine lähmende Durchzugsmüdigkeit. Vor allem die miserablen Elastizitätswerte - vom zu lang übersetzten fünften Gang seiner sperrigen Fünfgangbox verursacht - lassen das Gefühlder Untermotorisierung aufkommen.

Geräuschniveau im Chevrolet Spark ist deutlich angenehmer als im Fiat Panda Der 1.200er im Fiat Panda leistet acht PS weniger als die Chevrolet Spark-Maschine und windet sich um hohe Drehzahlen. Neun Newtonmeterchen mehr bei niedrigerer Drehzahl verhelfen ihm in Kooperation mit der passend abgestuften, wenig präzise geführten Fünfgangschaltung zu besseren Elastizitätswerten.Dass man ihn dennoch nicht gern auf die große Reise mitnimmt, gründet im hohen Geräuschniveau. Auf der Autobahn tobt der Wind um die kistige Karosse, dazu plärrt der Motor im Fahrbericht. Alles besser im Chevrolet Spark, dank seines manierlicheren Motors und den geringeren Windgeräuschen. Seinen Vorsprung beim Komfortkapitel baut der Chevrolet Spark im Fahrbericht mit ausgewogenerer Federungsgüte aus. Durch die etwas strammere Grundabstimmung hat er seine Karosseriebewegungen besser unter Kontrolle. Auf kurze Stöße spricht die Federung ordentlich an, verarbeitet auch lange besser als viele Konkurrenten. Lange Wellen absorbiert der Fiat Panda noch gut, nervt außerhalb der Stadt mit heftigem Stuckern und schunkelt sich wegen der weichen Abstimmung bei flotterem Tempo zu drastischen Karosseriebewegungen auf.

Fiat Panda bremst im Fahrbericht besser Mit negativen Auswirkungen auf die Fahrsicherheit: Um Kurven torkelt und wankt der Fiat Panda im Fahrbericht. Weil die Hinterachse nicht sauber ihre Spur hält, sondern einen Mitlenkeffekt zeigt, braucht der Fiat Panda in Kurven viel Platz für Korrekturen. Dieses Fahrverhalten sollte unbedingt mit ESP abgesichert werden. Der Testwagen hatte dieses 500 Euro teure Extra nicht an Bord. Bei Chevrolet kostet es 300 Euro extra und ist ebenso unverzichtbar. Denn auf Lastwechsel reagiert der Chevrolet Spark im Fahrbericht mit einem Wegrutschen des Hecks, das ihn in Extremsituationen aus der Bahn wirft.Überhaupt zeigen sich bei der Sicherheit die größten Defizite der beiden Kleinstwagen. Der Chevy kommt serienmäßig mit sechs Airbags, aber auch mit schwachen Bremsen. Der Fiat Panda bremst besser, doch gibt es bei ihm seitliche Kopfairbags nur gegen Aufpreis. Am Ende schlägt der Chevrolet Spark den Fiat Panda Mit dem bisschen, was an Sicherheitselementen angeboten wird, kostet der Fiat Panda Dynamic schon 11.470 Euro und ist noch immer so spärlich ausgestattet, dass Fiat sogar Selbstverständliches wie die beheizbare Heckscheibe oder Haltegriffe in der Preisliste aufzählt. Auf ein ähnliches Ausstattungsniveau gebracht, unterbietet der Chevrolet Spark LS den Panda um knapp 1.700 Euro. Damit sichert der Spark einen deutlichen Vorsprung vor dem Panda. Wobei die Tatsache, dass der Chevrolet ebenso wenig wie der Fiat rundum überzeugt, die Partylaune dämpfen dürfte.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-05-25

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