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Testbericht

25. August 2017
Lassen Sie sich von unerklärlichen Trends nicht kirre machen. Sie wissen schon, die Sache mit den Milliarden von Fliegen, die nicht irren können … Doch, sie können. Denn Limousinen der oberen Mittelklasse sind allem, was an Höhe darüber hinauswächst, weit überlegen. An Komfort. An Agilität. An Effizienz. Um nur ein paar Punkte zu nennen, die sowohl den Skoda Superb als auch den Volvo S90 auszeichnen. Doch die Fliegen stürzen sich nicht gerade darauf.Beide Modelle laufen gegen den Markt, werden immer seltener gekauft, stehen nicht an jeder Ecke – was Individualisten freuen dürfte. Also alle, die sich nicht zum Heer der Fliegen zählen. Wir wollen diese Individualisten in ihrer Anti-Haltung bestärken. Oder anders gesagt: Wir wollen die positiven Aspekte der exquisiten Mittelklasse herausarbeiten. Man könnte hier sogar das Eigenschaftswort „luxuriös“ verwenden, denn nichts anderes ist der Volvo.

Volvo S90 mit einem Hauch von Extravaganz
Bringt man die nötige Sympathie für die Marke mit, so fällt es nicht schwer, sich in den S90 zu vergucken. Stilsicher haben ihm die Designer einen Hauch von Extravaganz verliehen. Abgebrüht, wer beim Anblick des Volvo-Innenraums nicht ins Schwärmen gerät. Offenporiges Holz, edler Metall-Look, Touchscreen-Monitor, belederte Massagesessel – Annehmlichkeiten, die es noch vor wenigen Jahren ausschließlich in der Luxusklasse zu bestaunen gab.Skoda interpretiert den Überfluss anders – in Raumangebot. Über die Beinfreiheit im Fond wurden schon zu Recht viele Loblieder gesungen. Der Kofferraum erstaunt genauso immer wieder aufs Neue (damit korrespondiert die hohe Zuladung). Zumal die weit aufschwingende Fließheck-Klappe das Beladen angenehm leicht gestaltet. Einfach ist die Bedienung dank vieler direkt anwählbarer Funktionen. Das bringt nicht nur Pluspunkte aufs Konto, sondern ist auch Ausdruck von Klasse. Denn wer möchte sich in einem oberklassigen Fahrzeug schon mit kniffligen Bedienaufgaben abmühen?

Skoda Superb – Der Raumriese mit lässiger Agilität
Aus dem Ärmel geschüttelte Lässigkeit passt besser in dieses Umfeld – etwa die Leichtigkeit des Fahrens, die in einem gewissen Gegensatz zur reinen Karosseriemasse steht. Wir sprechen im Falle des Superb immerhin von einem mehr als 4,8 Meter langen Auto, das sich dennoch leichtfüßig und geschmeidig durch den Landstraßen-Dschungel schlängelt und mit diesem unbeschwerten Handling beim Fahrverhalten einen Vorsprung herausfährt. Der nochmals zehn Zentimeter längere Volvo kann dem Skoda zwar folgen, wirkt dabei aber, passend zu seiner Statur und dem deutlich höheren Leergewicht, schwerfälliger.Die Lenkung bietet weniger Gespür für den anliegenden Grip an der Vorderachse, überträgt stattdessen vor allem Störeinflüsse: Beim euphorischen Gasgeben zerrt das Drehmoment an den angetriebenen Vorderrädern – neben seinen 254 PS stellt der Turbo-Vierzylinder immerhin propere 350 Nm bereit. Damit geht es druckvoll vorwärts. Der S90 kommt schnell zur Sache, entfaltet seine Leistung harmonisch, portioniert sie geschmeidig über die acht Gänge der Wandlerautomatik. Eine schlüssige Antriebskombination, selbst wenn die gemessenen Beschleunigungswerte nicht gerade für Trümpfe im Auto-Quartett taugen.Die liefert der Skoda: 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – dafür benötigte man früher einen Sportwagen und fixe Schaltarbeit. Jetzt dagegen reicht eine allradgetriebene Power-Limousine mit all ihren Traktionsvorteilen. Bevor nun Wutleser vorschnell in die Tasten hauen, um scharfzüngig die vermeintliche Ungerechtigkeit anzuprangern – den S90 T5 gibt es nun einmal nur frontgetrieben, den Superb 2.0 TSI in der Version mit 280 PS dagegen ausschließlich als 4x4.

Schwedische Luxus-Lounge
Doch zurück zu den 5,4 Sekunden. Dafür gibt man schlicht und ergreifend Vollgas; den Rest erledigt der Sechsgang-Doppelkuppler. Allerdings muss der Superb zunächst eine Anfahrschwäche überwinden, bevor er umso stürmischer gen Horizont strebt. Unter Volllast schaltet das Getriebe zackig, beim Reisen auf der Autobahn dagegen hadert es zuweilen mit der passenden Übersetzung, schaltet verzögert.Auf der Fernstraße fallen weitere Unterschiede auf: Man sitzt im Volvo bequemer – nicht nur vorn, sondern auch im Fond. Ein oberklassgeres Gefühl als im Skoda macht sich breit, zumal der Vierzylinder etwas besser gedämmt ist und es eine Vierzonen-Klimatisierung gibt. Das bringt dem S90 einen kleinen Vorsprung im Komfort-Kapitel. Natürlich erkauft man sich das Luxus-Ambiente teilweise über die Linie: Der Testwagen kommt mit dem Inscription-Paket und ist um rund 12.000 Euro teurer als der Superb in Style-Ausstattung. Doch damit ist der Volvo praktisch vollausgestattet – inklusive großen Infotainment-Systems und elektrisch verstell- sowie beheizbarer Komfort-Ledersitze, um nur einige der automobilen Luxusgüter aufzuzählen. Die (und viele mehr) müsste man im Skoda alle hinzukonfigurieren und extra, aber relativ günstig bezahlen.

Vorsprung bei der Sicherheit
Ähnlich verhält es sich bei der Assistenz-Armada. Die ist bei Volvo nicht nur traditionell umfangreich, sondern teilweise sogar serienmäßig im S90 dabei. Das bringt einen satten Punkte-Bonus, auch wenn speziell die Auffahrwarnung teilweise blinden Alarm meldet. Den Vorsprung im Sicherheitskapitel bauen die rundweg kürzeren Bremswege aus – so weit, dass die schwedische Limousine ihren Rückstand beim Fahrverhalten mehr als ausgleicht.Wobei wir bereits mitten in der Addition der einzelnen Kapitel wären. Also alle gesammelten Werte in die Tabellenkalkulation eingeben – und der Volvo liegt vorn. Er hat sich tatsächlich über das Sicherheitskapitel am Skoda vorbeigedrückt, weitere Punkte mit den etwas geringeren Emissionen gesammelt und sich auf diese Weise knapp die Eigenschaftswertung gesichert. Der Superb kontert direkt: mit seinem Preis. Der scheint mit dem spitzen Stift kalkuliert. Doch bei näherer Betrachtung bietet der Skoda als Style eben auch wesentlich weniger Extras als der V90 Inscription (wir erwähnten die Unterschiede ja bereits). Folglich erhält er beim Grundpreis die volle Punktzahl, lässt aber bei der Ausstattung Federn. Der Volvo ist allerdings nicht nur in der Preisliste exklusiver ausgerichtet, sondern auch bei den Wartungskosten und bei der Versicherungseinstufung. So kehrt der Skoda am Ende tatsächlich die Eigenschaftswertung um und gewinnt.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2017-08-25

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