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Testbericht

15. Januar 2010

Da fahren Autoentwickler ans Nordkap, ins Death Valley, dengeln tausend Runden über die Nordschleife und ignorieren dabei das enorme Erprobungs- und Zerstörungspotenzial von Familien mit kleinem Kind. Alle Tests sind nur ein launiges Geplänkel im Vergleich zu dem, was einem Auto allein der Weg zum Supermarkt abverlangt - mit Mama am Lenkrad und dem Sprössling im Kindersitz. Danach sieht es in unserem eigenen Wagen aus wie in einer Kneipe, in der sich zwei rivalisierende Rockergangs geprügelt haben.

Das Navigationsgerät des Skoda Roomster ist ein Dauernerver Ein Auto, das für Familien gedacht ist, kann nicht stabil, robust und abwaschbar genug sein. Als der Skoda Roomster im Sommer 2007 zum ersten Mal in der Tiefgarage steht, scheint er etwas zierlich für seine aufreibende Aufgabe. Er hat sich hübsch gemacht, als Comfort mit Alurädern, die noch nichts von der Härte von Bordsteinkanten ahnen, und Teilledersitzen, die keine schokoladenverschmierten Fingerchen kennen. Extras wie Glasdach, Klimaautomatik, Abbiegelicht und etwas Klimbim steigern seinen Preis von damals 17.090 auf 21.785 Euro. Darin besser nicht inbegriffen wären die 990 Euro für das Navigationssystem gewesen. Kernkraftwerke lassen sich wohl leichter bedienen und funktionieren intuitiver. Hoffentlich auch zuverlässiger als dieses Navi, das mitunter die Orientierung verlor. So stellt es in Chur stolz fest, man sei nun in Arosa angekommen. Es bleibt über die ganze Distanz einer der beiden Dauernerver. Dem Skoda Roomster 1,4-Liter mangelt es an Durchzugskraft Der andere ist der Motor. 86 PS für knapp 1,3 Tonnen Skoda Roomster müssten für angemessenes Fortkommen genügen. Die reinen Fahrleistungen, die sich im Lauf der Zeit stark verbessern, deuten auch nicht auf Defizite hin. Doch dem drehfreudigen 1,4-Liter mangelt es an Durchzugskraft - was das kurz übersetzte Fünfganggetriebe kompensieren soll. So quirlt der Motor bei 135 km/h im fünften Gang mit 4.000/min. Die dürftige Geräuschisolation hat dem daraus resultierenden Krakeelen wenig entgegenzusetzen, was die Langstreckentauglichkeit des Skoda Roomster einschränkt. Skoda Roomster mit 8,7 Liter Durchschnittverbrauch im Dauertest Weil es trotz der kurzen Übersetzung noch an Kraft mangelt, muss das leichtgängig-präzise Getriebe so viel geschaltet werden, dass es zu Testende etwas ausgeleiert wirkt. Das hohe Drehzahlniveau treibt den Verbrauch nach oben: 8,7 L/100 km zapft sich der Motor im Schnitt aus dem Tank - viel angesichts des mäßigen Temperaments. Aber positiv denken, so erschließt sich zumindest ein Vorzug des schwächlichen Antriebs: Die Reifen halten lang.

Der Skoda Roomster setzt sich bei der Zuverlässigkeit an die Klassenspitze Auch mit anderen Verschleißteilen geht der Skoda Roomster sorgsam um. Eine Glühlampe und ein Satz Scheibenwischer summieren sich auf 52 Euro. Mit einem Liter ist der Öl-Nachfüllbedarf zwischen den Inspektionen minimal. Nur alle 30.000 km bittet die Wartungsanzeige zum Service, der durchschnittlich 288 Euro kostet - vergleichsweise wenig, beim Renault Clio waren es im Mittel 20 Euro mehr. An Reparaturen passiert nicht viel, und das Bisschen, was passiert, deckt die Garantie ab: Ein gelockertes Türfangband, ein Blinkerhebel und ein neuer Fensterhebermotor hätten sonst undramatische 260 Euro Instandsetzungskosten verursacht, dazu tauscht die Werkstatt im Rahmen einer Serviceaktion das Telefon aus. Mit zwei außerplanmäßigen Werkstattbesuchen setzt sich der Skoda Roomster in der Zuverlässigkeits-Liste an die Klassenspitze. Er zeigt eine robuste Gesundheit und beeindruckende Immunität gegen den Stress des Dauertests. Wintergarten-Feeling im Fond des Skoda Roomster Nach der vollen Distanz wirkt der nüchtern gestaltete Innenraum unverwohnt. Nur der Fensterheber hinten rechts schwächelt wieder, auf schlechten Straßen zirpt und knistert es leicht im Bereich des großen Panoramaglasdaches. Es lässt sich nicht öffnen und sorgt trotz Rollos im Sommer dafür, dass sich der Innenraum stark aufheizt, was die Klimaanlage an die Grenzen ihrer Fähigkeiten bringt. Dass der Skoda Roomster auf dem Skoda Fabia basiert, zeigt sich nicht nur in der sehr guten Handlichkeit, sondern auch im kleinwagenhaften Platzangebot vorn. Im Gegensatz zu anderen Hochdachkombis platziert der Skoda Roomster Pilot und Co. tief auf den bequemen Sitzen. So rückt die Motorhaube aus dem Blick. Das schränkt die Rundumsicht ebenso ein wie die durch die Fensterrahmung unnötig verbreiterte B-Säule. Beste Aussichten dagegen im geräumigen Fond. Dort reist es sich wegen der großen Fensterflächen und des Glasdachs wie in einem Wintergarten. Die größten Vorzüge des Skoda Roomster sind sein großzügiger Fond und die hohe Variabilität, bei der er die Hochdachkombi-Konkurrenz übertrifft.

Der Skoda Roomster setzt auf Agilität Die drei Einzelsitze hinten lassen sich separat längs verschieben, umklappen und ausbauen. Ist der schmale, harte Mittelsitz draußen, können die beiden äußeren Sessel für bessere Ellenbogenfreiheit nach innen rutschen - eine oft genutzte, etwas umständliche Heimwerkerei, die aber bis auf leicht hakelnde Sperrbolzen bis zuletzt problemlos klappt. Etwas knapp fällt das Kofferraumvolumen aus - ein gleich langer Renault Kangoo packt maximal über einen Kubikmeter mehr. Aber ein Kangoo-Konkurrent will der Skoda Roomster auch nicht sein, dazu fehlen ihm schon die enorm praktischen Schiebetüren. Der Skoda Roomster setzt auf andere Qualitäten - hohe Agilität etwa. Er fährt sich kein bisschen kastenwagig. Für ein Auto mit dem Sexappeal einer Packung Easy-up-Windeln lenkt er erfreulich präzise, kurvt flockig und neutral um Biegungen - auch eine Folge der strammen, nicht sehr komfortorientierten Fahrwerksabstimmung. Einfach ausgestattete Skoda Roomster haben einen geringen Wertverlust Noch mal zum Geld: 12.500 Euro verliert der Skoda an Wert. Klingt drastisch, liegt aber vor allem an den vielen Extras. Einfacher ausgestattete Modelle halten ihren Wert deutlich besser. Noch ein Pluspunkt des Skoda Roomster, der weder das Nordkap, das Death Valley noch den Nürburgring fürchten muss - und die Fahrt zum Supermarkt auch nicht.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-01-15

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