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Testbericht

12. April 2012

Ein Renault Mégane soll es sein? Na, herzlichen Glückwunsch! Alleine für das viertürige Schrägheck stehen zwölf Motoren und sieben Ausstattungslinien zur Wahl – ein abendfüllendes Programm also für Kaufinteressenten. Mit der Modellpflege ziehen drei neue Antriebe in die Preisliste des Renault Mégane ein: eine modifizierte Variante des 1,5-Liter-Diesels mit 110 PS, der aus dem Scénic bekannte, 130 PS starke 1,6-Liter-Diesel sowie ein neu entwickelter Vierzylinder-Benziner. Er schöpft dank Turboaufladung aus 1,2 Liter Hubraum 115 PS sowie ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmetern, das bei 2.000 Umdrehungen bereitsteht – das klingt vielversprechend, ebenso wie der Verbrauch von 5,3 L/100 km, der deutlich unter dem weiterhin angebotenen 110 PS-Sauger liegt (6,9 L/100 km).

Äußerst leises Aluminium-Triebwerk In der Praxis klingt jedoch erst einmal gar nichts. Besser gesagt: sehr wenig, denn das Aluminium-Triebwerk arbeitet äußerst leise. Selbst wenn es in hohe Drehzahlregionen getrieben wird, dringt kein störendes Brummen oder Dröhnen zu den Insassen im Renault Mégane – gut gemacht. Wie die technischen Daten versprechen, setzt bei rund 2.000 U/min sanfter Turboschub ein, der bis über 4.000 U/min anhält. Für schaltfaules Dahinbummeln fehlt es dem Direkteinspritzer allerdings doch etwas an Hubraum oder auch nur an einem enger gestuften Getriebe. Speziell der sechste Gang wirkt im Renault Mégane sedierend. Immerhin: Die Gänge lassen sich präzise auf kurzen Wegen wechseln. Als Alternative bietet Renault ab kommendem Jahr das Doppelkupplungsgetriebe EDC, das Drehmomente bis 280 Nm verkraftet – zu wenig also für den 130 PS-Diesel, der 320 Nm auf die Kurbelwelle wuchtet. Beim Umstieg vom Benziner gibt es außerdem ordentlich was auf die Ohren. Vom Bose-Soundsystem etwa? Nein, vom Motor des Renault Mégane, der offenbar unbedingt mit kerniger Stimme von seiner Kraft erzählen will. Deutlich harmonischer: die Leistungsentfaltung, bei der nur eine minimale Anfahrschwäche stört. Danach dreht der Vierventiler gleichmäßig hoch, zieht aber auch in den großen Gängen kräftig durch. Ungeachtet der Potenz weist der Hersteller einen Verbrauch von vier L/100 km aus, wozu unter anderem die Start-Stopp-Automatik, mit der alle drei neuen Triebwerke ausgerüstet sind, ihren Teil beiträgt.

Fahrwerk des Renault Mégane immer noch zu straff Obwohl im Renault Mégane TCE 115 als auch im dCi 130 funktionierte die Technik problemlos. Was hat sich sonst noch getan? Die ausreichend präzise Lenkung sowie das etwas zu straffe Fahrwerk bleiben unverändert, ebenso wie die deutlich zu hart geratene Abstimmung des GT. Sie passt zum Topmodell Renault Mégane RS (jetzt mit 265 PS), wirkt in den übrigen Varianten aber schlicht übertrieben sportlich. Die Ausstattungslinie Luxe bietet nun serienmäßig einen Fernlichtassistent sowie eine Spurverlassenswarnung. Zur Serienausstattung des Renault Mégane zählt darüber hinaus die modifizierte Radiobedienung, die jedoch kaum intuitiver funktioniert als bislang. Und die Optik? Ab Dynamique strahlen alle Renault Mégane mit LED-Tagfahrleuchten – und fertig. Schön für alle bisherigen Mégane-Fahrer, die sich nun nicht über ein gealtertes Auto ärgern müssen. Allen Neukunden bleibt dagegen nichts anderes übrig, als sich durch die undurchsichtige Preisliste zu wühlen.

 

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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-04-12

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