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Testbericht

13. Juni 2013
Er sei, so fabuliert Renault über den Grand Scénic, besonders an 35- bis 45-Jährige mit mittlerem Einkommen und zwei oder mehr Kindern gerichtet, die ein Fahrzeug mit flexiblem Innenraum und reichlich Platz suchen. Daran hat sich mit dem jüngsten Facelift nichts geändert, denn es beschränkt sich im Wesentlichen auf eine neue Frontpartie mit größerem Markenzeichen im Stil des neuen Clio oder Twingo. Antriebsseitig hat sich im Renault Grand Scénic ebenfalls wenig getan, doch der Anfang 2012 eingeführte 1,6-Liter-Turbodiesel mit 130PS wurde in puncto Abgaseinstufung (erfüllt jetzt die Euro 6-Norm) und Effizienz weiter verbessert. Im Vergleich zum gleich starken früheren 1,9-Liter-Diesel sank der Testverbrauch von 7,9 auf 7,0 Liter pro 100 Kilometer. Auf Gaspedalbefehle reagiert der Selbstzünder prompt, das maximale Drehmoment von 320Nm liegt bei 1.750 Touren an. Dabei untermalt er seine Arbeit schon im Leerlauf durch ein Brummen, das auf der Autobahn unüberhörbar und spätestens ab 170km/h sehr störend wird. Immerhin lässt sich das Sechsgang-Schaltgetriebe leicht und exakt schalten und der durchzugsstarke Motor damit auf einem niedrigen Drehzahlniveau halten. Renault Grand Scénic kann Stauraum, aber keinen Sport Sportliche Ambitionen verhindert im Renault Grand Scénic ohnehin die gefühlsarme, sehr indirekte Elektrolenkung. Zudem ist das Fahrwerk weich gefedert und schwach gedämpft, so dass der Wagen lange nachschwingt. Auch sein Bremsweg fällt mit 38,7 Metern recht lang aus und steigt mit voller Beladung nochmals leicht an. Besser versteht sich der gegenüber dem normalen Scénic um 22 Zentimeter verlängerte Renault Grand Scénic auf die Transportaufgaben des Alltags. So verfügt jeder der drei etwas schmalen Einzelsitze in Reihe zwei über Isofix-Halterungen und lässt sich separat um 19 Zentimeter längs verschieben, umklappen und zugunsten von mehr Stauraum hochstellen oder ganz ausbauen. So wächst das beachtliche Kofferraumvolumen des Renault Grand Scénic von 678 auf 2.083 Liter. Apropos Stauraum: Die Lehne des rechten Vordersitzes im Renault Grand Scénic kann ebenfalls umgeklappt werden, was den Transport von bis zu 2,76 Meter langem Sperrgut möglich macht. Nachteil: Die umgeklappten Sitze lassen sich nicht versenken; wer einen ebenen Ladeboden benötigt, muss sie komplett rausnehmen. Aber Vorsicht: Das Zurückbauen bedarf einiger Mühe. Um Barbies, Drachen und die Ritter der Tafelrunde im Renault Grand Scénic zu verstauen, befinden sich unter den beiden äußeren Fondsitzen Schubladen sowie Fächer im Boden. Landkarten und ähnliches finden unter den Vordersesseln seinen Platz. Möchten die lieben Kleinen essen oder spielen, klappen sie die Tischchen in den Rückenlehnen vor ihnen aus, und vor lästiger Sonneneinstrahlung schützen sie die serienmäßigen Rollos an den hinteren Seitenfenstern. Die Erwachsenen müssen sich derweil im Renault Grand Scénic mit dem schlecht ablesbaren TFT-Display und dem nicht gerade logischen Infotainment-System herumärgern, dessen Bedienung über einen fummeligen Knopf in der Mittelkonsole erfolgt. Und der Preis, der Mittelschicht-Familien locken soll? Mit 23.600 Euro gehts beim Renault Grand Scénic los, den dCi 130 gibts nur in der Bose Edition, wahlweise mit Euro 5 (28.300 Euro) oder für 400 Euro Aufpreis als Euro 6-Modell. Viel wichtiger für eine Familienkutsche: Für 700 Euro extra kommt der Renault Grand Scénic mit zwei weiteren Fondsitzen. Damit aus zwei noch mehr Kinder werden können.
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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-06-13

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