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Testbericht

27. September 2007

Mit 6,2 Sekunden verfehlt der neue ML 500 sein ehrgeiziges Beschleunigungsziel (5,8 s von Null auf 100 km/h) im Test zwar knapp, doch darüber beschweren wird sich wohl niemand. Schließlich lässt der ML den BMW X5 4.8i und den Range Rover Sport Supercharged beim Spurt nicht nur seine schnell kleiner werdende Heckansicht bewundern. Auch die Leichtfüßigkeit, mit der seine 530 Nm mit den 2,25 Tonnen Kampfgewicht in jedem Drehzahlbereich spielen, begeistert.

Spritverbrennungs-Orgie im Range Rover

Dem Range Rover Sport fällt es schwer, dagegen zu bestehen. Sein um fünf Zentner höheres Gewicht und die Stirnfläche eines großen Bauernschranks sind eine echte Hypothek. Sein Kompressor jault so eindringlich und jammernd, als wollte er sagen: Quäl mich nicht. Wer das aber trotzdem tut, erlebt eine Spritverbrennungs-Orgie sondergleichen. Über 20 Liter Super sind dann locker drin, während sich der BMW knapp drei Liter Super Plus weniger genehmigt. Als Asket unter den schweren Trinkern erweist sich der Mercedes mit 16 Litern pro 100 Kilometer.

Wehrt sich der ML auf kurvigen Passagen noch mit seiner schwergängigen Lenkung gegen allzu große Hektik, so trägt er seine Insassen mit der serienmäßigen Luftfederung besonders ruhig und in der Comfort-Einstellung leicht wiegend über schlechte Straßen. Der X5 jagt dagegen mit seiner Aktivlenkung und dem Adaptive Drive-Fahrwerk mit aktiver und präziser Wankstabilisierung so agil, direkt und packend um die Ecken, dass den beiden Konkurrenten schon vom Zusehen schwindlig werden dürfte.

Mercedes das günstigste Auto

Der Range Rover verfolgt einen anderen Weg: Er verfügt ab Werk über hervorragend funktionierende, computergesteuerte Geländeprogramme, die der ML nur für viel Geld in sehr abgespeckter Form und der X5 erst gar nicht bietet. Auf normalen Straßen beweist er trotz sportlicher, geduckter Optik ein nur durchschnittliches Talent. Schon früh schiebt seine Front ausladend zum Kurvenrand. Wer ihn nicht übermäßig fordert, erlebt jedoch das besonders erhabene Range Rover-Fahrerlebnis.

Objektiv hat der Sport keine Chance gegen die deutschen Premium-Konkurrenten, aber subjektiv fällt es nicht schwer, seinem edel-robusten Charme zu verfallen. Vorausgesetzt, man hat das nötige Geld zur Verfügung, denn mit einem Basispreis von 83.800 Euro ist der Range auch ausstattungsbereinigt deutlich teurer als seine beiden Konkurrenten, die mehr als 10.000 Euro weniger kosten. Immerhin gibt es dafür eine vierjährige Garantie. Beim X5 schlägt dagegen die hohe Kasko-Einstufung zu Buche. Mit Abstand den geringsten Aufwand fordert der ML. Schön, dass das günstigste Auto in diesem Fall auch das beste ist.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-09-27

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