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Testbericht

28. Juli 2013
So ganz können die Porsche-Entwickler ihren Stolz nicht verbergen. Innerhalb des Konzerns ist es bisher weder VW noch den ehrgeizigen Audi-Ingenieuren gelungen, schon einen Plug-in-Hybriden in Serie zu bringen. Der Porsche Panamera S E-Hybrid lässt sich hingegen bereits ordern und wird ab Mitte August ausgeliefert. Auffälligstes Merkmal: der kräftige Antritt im reinen E-Modus. Sein Elektromotor mit 70 kW und 310Nm Drehmoment sorgt zusammen mit der 9,4 kWh großen Batterie für ordentlich Schub ab der ersten Umdrehung und eine Spitzengeschwindigkeit von 135km/h.

Porsche Panamera bis zu 36 Kilometer rein elektrisch unterwegs Was für viele Alltagsfahrten ebenso genügt wie die Reichweite von bis zu 36 Kilometern, die sich nahezu lautlos und lokal emissionsfrei zurücklegen lassen. Damit zeigt sich der Batterie-Porsche Panamera gerüstet für Metropolen, die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ausschließen. Um beim Erreichen der Stadtgrenzen nicht mit leerem Akku dazustehen, lässt sich der Stromer zuvor im Charge-Modus betreiben, bei dem der Benziner sowohl Fahrzeug als auch Ladegenerator antreibt. Ansonsten wird der Akku des Porsche Panamera binnen vier Stunden an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose befüllt, mit Starkstrom reduziert sich die Dauer auf die Hälfte. Das Laden lässt sich zudem bequem vom Handy aus steuern. Doch der Benziner im Porsche Panamera ist weit mehr als nur Range-Extender: Falls es mal schneller gehen soll, springt der V6-Kompressor, der schon im bisherigen Porsche Panamera Hybrid verwendet wurde, mit ein. Dank deutlich spürbarem Zwischen-Druckpunkt im Gaspedal lässt sich der Arbeitsbeginn des Verbrenners problemlos bestimmen. Legen sich beide Antriebe mit insgesamt 416PS Systemleistung ins Zeug, spurtet der 2,2-Tonner in 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Trotz Batterie im Kofferraum ist auch der neue Öko-Panamera ein echter Porsche geblieben, der dank breiter Spur und niedrigem Schwerpunkt Sportwagen- und Limousinen-Welten so geschickt kreuzt wie kein sonstiger Luxus-Viertürer. Zudem beeindruckt, wie geschliffen der Porsche Panamera Hybrid zwischen den unterschiedlichen Fahrmodi hin- und herschaltet.

Porsche Panamera-Normverbrauch nur theoretischer Natur Wer seine Leistungsfähigkeit häufig auskostet, liegt mit dem Porsche Panamera E-Hybrid hingegen noch weiter vom Normverbrauch entfernt als seine konventionellen Brüder. Durch die starke Berücksichtigung der elektrischen Reichweite seitens der NEFZ-Regularien kommt der Teilzeit-Stromer auf einen Wert von 3,1 Liter/100 km und unterbietet damit sogar Diesel-Kleinwagen. Ist die E-Reichweite jedoch verbraucht, dürfte der V6 solo den Wert locker um das Dreifache übertreffen. Um auf die günstigen Fabelverbräuche zu kommen, bedarf es daher eines passenden Fahrprofils.

Porsche Panamera mit kräftigem Bi-Turbo-V6 Ebenfalls ums Sparen bemüht sich der konventionell angetriebene Porsche Panamera S mit seinem neu entwickelten V6-Biturbo. Abgeleitet vom 4,8-Liter-V8-Sauger, der zukünftig dem GTS vorbehalten bleibt, kommt der Dreiliter auf 420PS und 520Nm Drehmoment. Entsprechend kräftig legt sich der Downsize-Motor schon nach kurzem Luftholen ins Zeug, um mühelos durchs Drehzahlband zu stürmen. Akustisch kommt er jedoch nicht an das V8-Bassgewitter des Vorgängers heran, obwohl eine Membran Ansauggeräusche in den Innenraum leitet und so für etwas Entschädigung sorgt. Wie alle Porsche Panamera kommt der S in den Genuss einer neuen Fahrwerksabstimmung, die mehr in Richtung Komfort getrimmt wurde, ohne Abstriche bei der Agilität hinnehmen zu müssen. Hierfür wurde der Öldurchfluss der Stoßdämpfer verbessert, ebenso das Ansprechverhalten der Luftfederung. Zudem bekamen Fahrwerk und Lenkung größere Lager. Vor allem kurze Unebenheiten verdaut der Viertürer jetzt spürbar besser, ohne in Kehren mit stärkerem Wanken zu verschrecken.

Porsche Panamera mit Extra-Portion Fond Noch gediegener reist es sich freilich in der 15 Zentimeter längeren Porsche Panamera Executive-Variante (für S und Turbo), nach der vor allem chinesische Käufer gefragt hatten, die knapp ein Drittel der Panamera-Kundschaft ausmachen. Dort wird der Viertürer als Chauffeurslimousine eingesetzt, weshalb die Extra-Zentimeter vollständig dem Fond mit seinen elektrisch einstellbaren Sitzen samt Klapptischen zugute kommen. Unabhängig vom Radstand ist der modifizierte Porsche Panamera an neuen Schürzen mit größeren Lufteinlässen vorn sowie einem tiefer platzierten Nummernschild hinten zu erkennen. Zudem lässt sich der Edel-Sportler mit LED-Scheinwerfern und zusätzlichen Assistenten wie der Verkehrsschild-Erkennung und der Spurverlassenswarnung ausstatten. Das Interieur blieb hingegen nahezu unverändert, ebenso das Infotainmentsystem PCM, das mit seinem kleinen Display und der antiquierten Kartendarstellung nicht mehr mit den Topgeräten von VW und vor allem Audi mithalten kann. Beruhigend für die großen Marken im Konzern, dass Porsche nicht überall Erster ist.

Smartphone App Car Connect verleiht volle Kontrolle "Papi, darf ich mir heute Abend mal deinen Porsche ausleihen?“ Vorbei die Zeiten, in denen solche Fragen panische Zuckungen auslösten. Zumindest, wenn Porsche-Besitzer auf ihrem Handy die App Car Connect installiert haben, die viele Fahrzeugfunktionen über eine Datenverbindung von überall auf der Welt aus steuert. So lässt sich beispielsweise am Handy eine Höchstgeschwindigkeit einstellen, bei deren Überschreitung automatisch eine E-Mail an den Besitzer geschickt wird. Auch der Radius, in dem das Auto bewegt werden darf, kann auf diese Weise festgelegt werden. Die Vorgaben zu missachten ist zwar aus Sicherheitsgründen möglich – schließlich könnte es sich um einen Notfall handeln –, wäre für zukünftige Leihaktionen jedoch äußerst unclever. Das Programm, das Anfang August für Apple und Ende des Jahres für Android-Geräte zum Herunterladen bereit steht, kann noch viel mehr: Wer in einer fremden Stadt nicht mehr weiß, wo er sein Auto abgestellt hat, lässt sich dessen aktuelle Position auf Google-Maps anzeigen und sich per Handy-Navigation hinführen. In unübersichtlichen Parkhäusern hilft die Fernsteuerung von Hupe oder Fernlicht beim Wiederfinden. Selbst zum Abschließen der Türen muss man nicht mehr zum Auto gehen. Besitzer eines Porsche Panamera Plug-in-Hybrid steuern über die App zudem die Batterieladung per Timer, etwa um in den Genuss von günstigem Nachtstrom zu gelangen. Oder sie temperieren den Innenraum schon im Stand vor, um unterwegs für den energiehungrigen Klimakompressor keinen Strom zu verschwenden. Darüber hinaus zeigt das Handy-Display sämtliche Bordcomputer-Funktionen wie Reichweite und Akkustand an sowie den Bereich, der sich elektrisch zurücklegen lässt und wo unterwegs nachgeladen werden kann. Fahrzeugseitig kostet die Car Connect-Option, bei der ein Funkmodul mit zusätzlicher GPS-Antenne im Auto verbaut wird, rund 360 Euro, hinzu kommen Gebühren von 200 bis 400 Euro pro Jahr – schließlich läuft der Datenverkehr über einen abgesicherten Server in der Schweiz. Die Funktionen rund ums Akkuladen sind für Besitzer eines Porsche Panamera Plug-in-Hybrid hingegen fünf Jahre lang kostenlos.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-07-28

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