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Testbericht

Jörn Thomas, 23. November 2007

Weit treibt Porsche den Purismus beim Top-Elfer auch wieder nicht. Man beließ es im Wesentlichen dabei, dem 911 Turbo den Antrieb der Vorderräder sowie die hinteren Notsitze zu amputieren. Im Fond klafft nun eine teppichbezogene Baulücke, die GT2-Jünger jedoch direkt mit dem FIA-zugelassenen Käfig einrüsten dürften. Als Teil des optionalen, aufpreisfreien Clubsport-Pakets ist er ebenso in den knapp 190.000 Euro enthalten wie die neuen, klappbaren Schalensitze mit Seitenairbags.

 

Sind die Pneus deutlich wärmer als die Fahrerhand, kann es losgehen und sich der GT2 als Mix aus Turbo und GT3 profilieren. Einer für alle, denen der 480-PS-Allradler zu profan und der 415-PS-Sauger zu schubarm erscheint. Pfeifend schleudert der Biturbo-Boxer diese Probleme auf einen Schlag in den Orkus.

 

Hammercharakter des Sechszylinders

 

Der GT2 feiert bei entsprechender Pedalstellung jederzeit eine Boost-Party. Der Grund: Die beiden Lader mit variabler Geometrie erhielten größere Verdichterräder und eine Ladedruckerhöhung auf 1,4 bar. Außerdem reduzierten die Porsche-Ingenieure die Ansaugtemperatur. Was aber nichts am Hammercharakter des 3.600-cm3-Sechszylinders ändert.

 

 

Bei aktivierter Hilfselektronik können selbst Normalbegabte den Balken der Ladedruckanzeige zucken lassen. Das Stabilitätsmanagement führt sie verlässlich wie ein Schülerlotse über die Piste. Klar erfordert die Kupplung trainierte Waden, kommt das schaltwegverkürzte Sechsganggetriebe beim Kaltstart schwer in die Gänge. Aber irgendwann hebt sich der Vorhang von der Fahrdynamik-Bühne. Und die Lenkung bekommt ihr Solo: Direkt und präzise, ohne Hyperaktivität übermittelt sie Befehle. Und beweist mit dem runden, unten nicht abgeflachten Lenkrad, dass es Formen gibt, die man nicht verbessern kann.

 

Der GT2 trennt Buben von Männern

 

Über 60 Prozent Gewicht auf der Hinterachse plus Sperrdifferenzial: Da wissen die Köpfe der Insassen nicht, ob sie nun zur Seite oder nach hinten klatschen sollen. Allerdings liegt der Grenzbereich ebenso hoch, wie er schmal ist. Ohne Traktionskontrolle trennt der GT2 die Buben von den Männern. Beim Sprint hat man es jedenfalls leichter, ans Limit zu gehen. Porsche hilft Gelegenheits-Beschleunigern mit einem so genannten Launch Assistant: Vollgas geben und wer nach Aufflackern des roten Pfeils zackig den zweiten Gang einlegt, ist in 3,6 Sekunden auf 100 und keine acht Sekunden später auf 200 km/h. Selbst jenseits der 280er-Marke lechzt der GT2 weiter, Richtung 329 km/h. Im Fahrdynamik-Parcours fährt der GT2 sowohl beim Slalom als auch beim Wedeln dem GT3 davon.

 

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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-11-23

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