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Testbericht

5. Mai 2017
Dem Van traute Peugeot zuletzt nicht mehr so recht. Die Raum- und Variabilitätskünstler stehen mittlerweile ja bei vielen unter Biederkeitsverdacht, während Sport Utility Vehicles laufen wie verrückt. Die Entscheidung, wieder einen Van (5008) oder einen unentschlossenen Crossover (3008) aufzulegen, könnte über einen Modellzyklus gesehen also die falsche sein. Deshalb leitete Peugeot bei der Neuauflage des 3008 und des 5008 eine elegante – und das dürfen Sie durchaus auch in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild verstehen – Kurskorrektur ein. Die Nummern 3008 und 5008 stehen nun für lupenreine SUV, die mit klarem Design von der massigen Motorhaube bis zum kantigen Heck maskulin und doch elegant wirken.Lupenreiner SUV? Da ziehen sie bei Skoda wahrscheinlich die Stirn kraus. Denn Peugeot verzichtet auch beim 5008 komplett auf Allradantrieb und offeriert den wenigen Naturburschen nur gegen 200 Euro Aufpreis das Grip-Control-Paket mit regelbarer Antriebsschlupfregelung, Bergabfahrhilfe und M&S-Reifen. Dagegen hat Skoda wie die meisten Wettbewerber den reinen Vorderradantrieb nur für die milder motorisierten Versionen im Programm. Der Testwagen mit dem 190 PS starken Topdiesel hat deshalb Allrad per Haldex-Kupplung.

Antriebseinflüsse und kleines Lenkrad im Peugeot
Der Allradantrieb verschafft dem Kodiaq nicht nur in Matsch und Schnee Vorteile gegenüber dem Peugeot, der mit 180 PS kaum weniger kräftig ist. Beim starken Beschleunigen auf gewellten Straßen oder bei Vollgas in kleinen Gängen ist die unaufgeregte Lenkung des Kodiaq frei von Antriebseinflüssen. Der 5008 dagegen zieht und zupft dann schon am kleinen Lenkrad, das oben abgeflacht ist für den freien Blick auf die weit vorn angeordneten Instrumente.Die sind liebevoll gestaltet mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten. Warnungen der Assistenten etwa (rigide eingreifender Spurhaltehelfer und Totwinkelwarner sind serienmäßig) werden sanft eingeblendet. Doch dass das i-Cockpit mit den gegenläufig rotierenden Nadeln in Tacho und Drehzahlmesser besser sei als die klassisch-unverspielt hinterm Lenkrad platzierten Anzeigen des Kodiaq, lässt sich nicht sagen. Manche sehen darin eher die Antwort auf eine nie gestellte Frage.Keine Experimente macht Skoda auch bei der Bedienung. Während man im Peugeot zum Beispiel erst nach Druck auf einen Taster in der Mittelkonsole ins Klima-Menü gelangt, genügt beim Kodiaq ein Dreh am Rädchen zur Temperaturwahl. Bei der allgemeinen Funktionalität ist er dem 5008 ebenfalls überlegen – Stichpunkte: die weiter öffnende Heckklappe, Gasdruckheber an der Motorhaube statt fummeliger Stange, die bestens geführte Rolloabdeckung über dem Kofferraum, das bekannte Aufmerksamkeitsprogramm von Skoda mit Regenschirmen in den Türen und einem als Taschenlampe nutzbaren herausnehmbaren Gepäckraumlicht.Seine Mankos gleicht der Peugeot aber durch die bessere Variabilität aus (drei Einzelsitze statt einer asymmetrisch geteilten Bank). Und auch beim Urlaubsthema "Was muss mit, was kann mit?" hat der 5008 das bessere Ende für sich: Sein über eine niedrigere Ladekante erreichbarer Kofferraum ist deutlich länger und breiter zwischen den Radkästen, was ihm 780 statt 650 Liter Stauraum beschert. Donnerwetter! Aber der Skoda hat noch einen Joker im Ärmel – dazu gleich mehr. Erst noch eine wichtige Info für Großfamilien oder Mannschaftssportler: Eine dritte Sitzreihe ist für 750 (Skoda) und 800 Euro (Peugeot) im Angebot.

Mehr Spaß für Fondpassagiere im Kodiaq
Besser als dort sitzt es sich natürlich vorn auf erfreulich komfortablen, großzügig dimensionierten Polstern. Die Vordersitze des Top-5008 verfügen sogar serienmäßig über eine Massagefunktion, der des Fahrers ist auch elektrisch einstellbar. In Ganzleder-Ausführung (1.800 Euro) wie beim Testwagen imponieren die Sitze darüber hinaus mit einer feinen Rautensteppung wie im Oberhaus.Beste Voraussetzungen also für lange Strecken, nur in der zweiten Reihe hat die 5008-Macher wohl der Schwung verlassen. Die Sitzflächen sind sehr kurz geraten und insgesamt eher hart und schmal. Und mit Panoramadach (1.250 Euro, Skoda: 1.095 Euro) mangelt es dem 5008 vor allem hinten empfindlich an Kopffreiheit.Der säulenhallenhohe Skoda umschmeichelt Mitfahrer im Fond dagegen mit bestens ausgeformten Polstern viel wirkungsvoller – und zeigt dem Peugeot sehr eindrücklich den Unterschied zwischen Größe und wahrer Größe: Was er an Beinraum bietet, übertrifft das gute Niveau des 5008 um Längen und erlaubt – Achtung, hier kommt der Joker – es daher ohne Enge-Gefühl, die Bank sehr weit nach vorn zu schieben und so mehr Platz für Gepäck zu schaffen.Egal ob voll beladen oder nur mit dem Fahrer besetzt: Der Skoda ist ein talentierter Federer, wenn die adaptiven Dämpfer (940 Euro) mitbestellt wurden. Er wiegt unaufgeregt über wellige oder geflickte Straßen, während der zum Fahrwerkspoltern neigende, konventionell gefederte und gedämpfte Peugeot häufiger ins Stoßen und Stupsen gerät. Bei steigendem Tempo legt er zwar mehr Geschmeidigkeit an den Tag, wirkt aber stets unruhiger als der Skoda.Dafür macht 5008-Fahren mehr Spaß. Slalom und Spurwechsel absolviert er so sicher wie der Kodiaq, aber nicht schneller. Dabei wirft er sich, angespornt von der aus der Mittellage ziemlich spitz ansprechenden Lenkung, williger und mit weniger Untersteuern in enge Kurven. An deren Ausgang ist er dann schon lange im richtigen Gang seiner Wandlerautomatik, während das im Normal-modus betulich ausgelegte Doppelkupplungsgetriebe des Kodiaq sich noch sortiert.

Gepfiffen auf den Allrad
Den laufruhigeren Motor hat der Peugeot obendrein, und die fehlenden PS sollte man nicht überbewerten: Abgesehen vom Krawallstart des Gegners aus dem Stand beschleunigt der 5008 nicht spürbar schlechter als der schwerere Kodiaq – und auf 100 km begnügt sich der Peugeot im Test dafür mit 0,5 Litern weniger Diesel. Das passt ins Bild: Viele Käufer dürften auf Allrad verzichten und das gesparte Geld lieber in Ausstattung wie Navigation (Skoda: 650 Euro) oder Spurhalte- und Totwinkelhelfer (Skoda: 870 Euro mit Ausparkassistent) stecken.Bei den Kosten ist die größte Nummer der Marke mit dem Löwen im Grill daher klarer Sieger. Am Kodiaq, der bei Konnektivität (WLAN), Multimedia (Web-Radio, CD-Laufwerk) und Assistenz (aktives Ausparken, Emergency Assist) stärker punktet, beißt sich der 5008 allerdings die Zähne aus. Wie für VW Tiguan und Audi Q5 ist dieser SUV eine Nummer zu groß – und das nicht nur wegen des Allradantriebs.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2017-05-05

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