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Testbericht

1. März 2012

Endlich ist es so weit: Nur noch ein paar Wochen bis zum errechneten Geburtstermin, im Kinderzimmer riecht es nach frischer Farbe, auch die Spieluhr hängt schon über der Wiege. Jetzt muss dringend ein neues Auto her. Aber soll es wirklich einer dieser schrecklich vernünftigen Vans sein? So ein motorisierter Roll-Container mit abwaschbarer Inneneinrichtung? Dabei gibt es doch Autos wie den Chevrolet Orlando, der mit einem Schuss Offroad-Optik samt robuster Kunststoffbeplankung wenigstens ein bisschen nach Abenteuer aussieht. Dank variablem Interieur sowie serienmäßig sieben Sitzen bleibt sogar noch Luft für die weitere Familienplanung. Und das Beste daran: Mit Preisen ab 18.990 Euro kostet der ausschließlich frontgetrieben lieferbare Chevrolet Orlando kaum mehr als viele Kompakte.

Plastik dominiert im Chevrolet Orlando Innenraum Doch die Sparbemühungen sind nicht spurlos am Innenraum des Chevrolet Orlando vorbeigegangen. So sieht der futuristische Instrumententräger zwar schick aus, aber Klopfproben entlarven selbst das Armaturenbrett-Oberteil als Hartplastik. Darüber hinaus stehen nur wenige Ablagen zur Verfügung. Daher lieber erst mal ab nach hinten. Zum Entern der Plätze sechs und sieben lassen sich die Sitze der Rückbank umklappen, was dank Feder-Unterstützung mühelos geht. Und im Gegensatz zu manch anderem Kompakt-Van kann die dritte Reihe des Chevrolet Orlando sogar Erwachsenen für kürzere Trips zugemutet werden, wenngleich bei voller Bestuhlung nur noch 89 Liter Gepäckraum übrig bleiben. Dafür geht es in Reihe zwei für ein 4,65 Meter langes Auto erstaunlich eng zu. Da sich die Rückbank nicht verschieben lässt, bekommen die Kniescheiben oft Kontakt mit den Vordersitzen. Renault Grand Scénic ist variabler Kann das ein echter Van wie der Renault Grand Scénic besser? Und ob. Er ist nicht nur insgesamt luftiger geschnitten, sondern seine Fondbestuhlung lässt sich auch individuell verschieben, in der Lehnenneigung justieren oder ganz ausbauen. Mit der dann zur Verfügung stehenden Gesamt-Kapazität von über 2.000 Litern mutiert der Renault Grand Scénic zum Kleinlaster, der sich über eine große Öffnung und die niedrige Ladekante leicht bestücken lässt.

Die lange Van-Erfahrung der Franzosen zeigt sich jedoch auch an anderen pfiffigen Details wie der im Ganzen verschiebbaren Mittelkonsole oder den Schubladen unter den Vordersitzen. Ablagefächer für Spielzeug im Fahrzeugboden oder Klapptische als Mal-Unterlage verhindern zudem, dass es dem Nachwuchs auf der Fahrt in den Urlaub langweilig wird. Die komplett aus Digital-Displays bestehende Instrumentierung wirkt zwar wie der gesamte Innenraum hochwertig, lässt sich bei direkt einfallender Sonne jedoch schlecht ablesen. Noch ärgerlicher ist allerdings die Navigationsbedienung. So handelt es sich beim Lotsen um ein adaptiertes TomTom-Gerät aus dem Zubehör, das ursprünglich für Touchscreen-Steuerung ausgelegt war. Im Renault Grand Scénic muss das Fahrziel hingegen mit einem kleinen Stummel-Joystick eingegeben werden, was viel Übung erfordert. Entspannt reisen mit dem Renault Grand Scénic Einmal unterwegs, überwiegt das Positive. Vom dezenten Brummen seines 150 PS starken Zweiliter-Diesels begleitet, schwebt der Renault Grand Scénic gelassen über schlechte Pisten. Die weich schaltende Wandler-Automatik passt dabei ebenso zum entspannten Reisewagen wie bequeme, aber seitenhaltarme Sitze. Und sollte es der Fahrer mal übertreiben, weist ihn der Renault Grand Scénic mit starkem Wanken und kräftigem Untersteuern auf seine eigentliche Bestimmung hin. Der Chevrolet Orlando treibt es da wilder: Mit seinem steif ausgelegten Drehmomentwandler verliert er schon beim Anfahren keine Zeit, um anschließend spürbar kräftiger zuzupacken. Umso erstaunlicher, da er über zwei Zentner mehr auf die Waage bringt als der Renault Grand Scénic und mit 163 PS kaum besser im Futter steht.

Auch dank der direkteren Lenkung und dem bis in den Grenzbereich neutralen Fahrverhalten wirkt er viel agiler. Der Chevrolet Orlando löst also ein, was die dynamische Hülle verspricht. Die sportlichen Qualitäten gehen jedoch zu Lasten des Komforts. Mit einer Kombination aus straffer Federung und 18-Zoll-Optionsrädern informiert er unnötig akribisch über den Asphalt-Zustand. In das raue Motorgeräusch mischen sich auf schlechten Pisten Klappergeräusche aus Türverkleidung und Lenkung. 8,5 Liter verbrauchen beide Vans Trotz aller fahrdynamischer Unterschiede liegen Chevrolet Orlando und Renault Grand Scénic beim Verbrauch wieder dicht beieinander. Bei zügiger Fahrweise werden um die 8,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer fällig, was angesichts von Temperament und Transportkapazität in Ordnung geht. Bei leichterem Gasfuß lassen sie sich jedoch auch mit zwei Liter weniger bewegen. Die kräftig zubeißenden und standfesten Bremsen von Chevrolet Orlando und Renault Grand Scénic sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Wer es sich angesichts der hier aufgeführten, gesalzenen Preise mit dem Nachwuchs noch einmal überlegen möchte, sei getröstet: Die Luxus-Versionen beinhalten viel Entbehrliches wie Lederpolster, Alu-Räder und Chrom- beziehungsweise Alu-Schmuck. Dabei haben schon die Basis-Varianten alles Wichtige an Bord und sind als 130-PS-Diesel bereits ab 22.390 Euro (Chevrolet Orlando) und 24.200 Euro (Renault Grand Scénic) zu haben. Sieben Sitze im Renault-Van nicht Serie Unabhängig von der Ausstattungsvariante rollt der Renault Grand Scénic serienmäßig jedoch als Fünfsitzer vom Band. Die beiden Zusatzsessel kosten nochmals 700 Euro extra. Trotz seines großen Preisvorteils kann sich der agile, aber enge und unkomfortable Chevrolet Orlando nicht gegen den geräumigen, variablen und besser verarbeiteten Renault Grand Scénic durchsetzten, in dem es sich wesentlich bequemer reisen lässt. Mit Kindern auf Tour zu gehen kann schließlich schon anstrengend genug werden.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-03-01

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