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Testbericht

18. Januar 2014
Rechnen wir die 1.045 Euro Preisdifferenz vom Opel Zafira mit dem 130PS starken Zweiliter-CDTi zum neuen Opel Zafira-Einssechser mit 136PS mal in familienrelevantere Größen um: Dafür gibt es 3.490 Windeln der Größe 4 oder 55.920 Feuchttücher – grob überschlagen also gerade mal den hygienischen Wochenbedarf einer Familie mit drei kleinen Zwergen. Die passen mit ihren Kindersitzen nebeneinander auf die Rückbank des Opel Zafira Tourer. Und darum geht es ja eigentlich bei Opels Van.

Bislang enttäuschendes Motorenangebot Denn wegen seiner Motoren hat den Opel Zafira Tourer bisher wohl kaum jemand gekauft. Aber womöglich deswegen nicht gekauft: Denn sowohl die bisher angebotenen Dieseltriebwerke wie die Benziner (ja, wir meinen da tatsächlich alle) fahren sich wie aus einem anderen Jahrtausend. Was unter anderem daran liegt, dass sie teilweise noch aus einem anderen Jahrtausend stammen. So wie der Zweiliter-Turbodiesel, der mit Mono- und Biturbo in vier Eskalationsstufen (110, 130, 165 und 195PS) im Opel Zafira Tourer-Bug herumnageln. Die Grundkonstruktion des Common-Rail-Direkteinspritzers entstammt noch der kurzlebigen Liaison zwischen Fiat und GM, kam schon 1997 auf den Markt. Trotz mehrerer Weiterentwicklungen überstürzt Opel also die Ablösung nicht gerade. Dazu ergänzt der neu entwickelte, 1.598 cm³ große Diesel das Angebot im Opel Zafira Tourer zunächst nur in einer Leistungsstufe: Mit 136PS und 320Nm liegt die bei Leistung und Drehmoment jeweils knapp über dem 130PS starken Zweiliter. Wichtiger dürfte den Käufern der um 0,4 L/100 km niedrigere Normverbrauch sein oder auch, dass der Einssechser mit serienmäßiger Harnstoffeinspritzung die Abgasnorm Euro 6 erfüllt.

Kleiner Diesel überzeugt im Opel Zafira Tourer Von all dem spürt man nicht viel, weder vom ganzen Euro 6-Pipifix, noch vom Leistungsvorsprung, aber sehr wohl die Verbrauchsoptimierung. Im Fahrbertrieb zapfte sich der Opel Zafira Tourer 1.6 CDTi mit 6,4 L/100 km ganze 1,1 Liter weniger aus dem Tank als der 2.0 CDTi. Die anderen Vorzüge des Neuen lassen sich weniger in Zahlen ermessen, sondern darin, wie er sie bewerkstelligt: Durchnagelt der Zweiliter mühsam eine tiefe Anfahrkrise, die er bei 2.000/min schlagartig überwindet, legt der kleinere Motor ohne Anfahrzetern homogener los. So bleibt auch der große Turbowumms aus, stattdessen tourt die Maschine leichter hoch, aber nur bis knapp 4.000 Umdrehungen. Gern schon bei der halben Drehzahl darf es der nächste Gang des etwas hakelig schaltbaren und lang übersetzten Getriebes sein. Wirklich energisch wirkt das nicht, etwas mehr Durchsetzungkraft könnte nicht schaden. Aber der Opel Zafira Tourer dieselt nun viel kultivierter – abgesehen von dem Restart, wenn Start-Stopp den Motor wieder anwirft und der ein paar holperige Sekunden braucht, um auf Touren zu kommen. Nach dem überzeugenden Turbobenziner gibt es nun auch einen modernen Diesel für den Opel Zafira Tourer. Der überzeugt abermals mit feinem Komfort, hoher Variabilität, solider Verarbeitung und genug Platz, um Zwerge zu versetzen.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-01-18

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