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Testbericht

23. Juni 2010

Das ist doch der mit diesen Klapptüren." Der ältere Herr auf dem Nachbar-Parkplatz drückt sich zwar nicht ganz präzise aus, ist jedoch von den gegenläufig aufschwingenden Opel Meriva-Pforten sichtlich angetan.

Opel Meriva mit neuem Türkonzept Ob er sie denn auch mal öffnen dürfe? Aber sicher. Kompliment schon mal an Opel, ein Sportwagen mit Flügeltüren würde hier vor dem Supermarkt wohl auch nicht mehr Aufsehen erregen. Doch das Flex-Doors getaufte Türkonzept will mehr sein als nur Show. Statt sich zwischen Radhaus und Tür einzufädeln, entern Mitfahrer den Fond des Testwagens tatsächlich einfacher und entspannter, wie unser Supermarkt-Tester begeistert bestätigt. Auch die massiven Haltegriffe an den B-Säulen und der fast rechtwinklige Tür-Öffnungswinkel von 84 Grad ernten sein volles Lob. Der rückenschonende Zugang soll jedoch nicht nur Senioren überzeugen, sondern auch junge Familien. Kindersitze lassen sich so mit deutlich weniger Fummelei befestigen als sonst. Etwas Gewöhnung verlangen die Portal-Türen des Opel Meriva trotzdem: Steigen Passagiere vorn und hinten gleichzeitig ein, wird es zwischen den Pforten ganz schön eng. Und wer in Reihe eins nicht schnell genug Platz nimmt, lebt in der Gefahr, die Tür des Hintermanns abzubekommen. Dennoch: Die Vorteile überwiegen. Mehr Platz im neuen Opel Meriva Neben den ungewöhnlichen Türen geraten die sonstigen Meriva-Neuerungen beinahe in den Hintergrund. Zu Unrecht, denn der über 20 Zentimeter gewachsene Opel bietet mehr Platz für Passagiere und 40 Extra-Liter fürs Gepäck. Schließlich überragt er mit 4,29 Meter Länge sogar Hochdach-Kompaktklässler VW Golf Plus. Ein weit oben positionierter Schalthebel sowie der Einsatz einer elektrischen Handbremse schafft im Testwagen zudem Raum für ein flexibles Ablagesystem zwischen den Vordersitzen. Anstelle einer starren Mittelkonsole nehmen massive Schienen aus poliertem Alu unterschiedliche Einsätze und Armlehnen auf, die unabhängig voneinander auf zwei Ebenen verschoben werden können. Da lässt es sich verschmerzen, dass Türtaschen und Handschuhfach im Opel Meriva nicht allzu üppig ausfallen. Die variable Inneneinrichtung, mit der der Vorgänger 2003 für Furore sorgte, ist hingegen im Wesentlichen geblieben. So klappt jedes Segment der dreigeteilten Rückbank separat um und lässt sich in der Länge justieren - je nachdem, ob mehr Kniefreiheit oder Gepäckraum gefragt ist. Werden die äußeren Rücksitze nach hinten und innen verschoben, mutiert der Meriva-Testwagen gar zum Viersitzer mit dem Fond-Entfaltungsraum einer Mittelklasse-Limousine. Insignia und Astra Merkmale im Meriva Mittelklasse-Gefühle weckt darüber hinaus das schwungvolle Cockpit im Opel Meriva, wobei ihm die Anleihen von Insignia und Astra nicht nur zum Vorteil gereichen: Außer den hochwertigen Materialien und sauber klickenden Bedienelementen findet sich nämlich auch die mit Knöpfen überfrachtete Mittelkonsole wieder. Ähnlich problematisch die Übersichtlichkeit: Die steil abtauchende Schnauze und dicke Dachpfosten empfehlen die Wahl der Parkpiepser vorn und hinten (520 Euro). Wer gerade beim Ankreuzen ist, sollte möglichst noch 500 Euro für die Ergonomie-Sitze investieren, die dank tollem Seitenhalt sowie umfangreichen Verstellmöglichkeiten ihren Namen zu Recht tragen. Wer die Rücken seiner Mitfahrer schont, hat schließlich ebenfalls Bequemlichkeit verdient. Höhere Ziele verfolgten auch die Fahrwerksentwickler: Anstelle der Corsa-Plattform baut der Meriva B auf Komponenten von Zafira und Astra auf, zudem kommt statt der vormals verwendeten rein elektrischen Lenkung eine elektrohydraulische Variante zum Einsatz. Unruhiges Fahrgefühl im Opel Meriva Entsprechend erwachsen fährt sich der Opel-Van im Test: Ob auf der Autobahn, wo sich dank gutem Geradeauslauf lange Etappen entspannt abspulen lassen, oder in Kurven, die er leichtfüßig, mit geringer Seitenneigung und spät einsetzendem Untersteuern durcheilt. Für ein sicheres Gefühl sorgen darüber hinaus die mitteilsame Lenkung sowie kräftige und standfeste Bremsen. Die agilen Fahreigenschaften des Opel Meriva werden allerdings mit einem herben Federungskomfort erkauft. Auf serienmäßigen 55-Rädern unterwegs, rumpelt der Testwagen etwas unbeholfen über Querfugen und Frostaufbrüche. Immerhin schaukelt er sich selbst beladen nicht auf langen Wellen auf. Turbo-Motor ist kein Komfortwunder Ein Komfort-Wunder ist auch der neue 1,4-Liter-Motor mit 120 PS nicht: Schon im Stand dringen leichte Vibrationen bis ins Lenkrad vor, während der Vierzylinder bei höherem Tempo vor sich hin dröhnt. Mit den geschliffenen Manieren der gleich großen VW-TSI-Triebwerke kann er nicht mithalten, doch dank Turboschub lässt er sich im Test ähnlich niedertourig und schaltfaul bewegen. Der Griff zum kurzen Hebel des Fünfganggetriebes gerät ohnehin nicht sehr freudvoll, da es weder besonders leicht noch präzise zu schalten ist. Sechs Gänge gibt es erst mit der 830 Euro teureren 140-PS-Variante, Start-Stopp-Systeme folgen gar erst 2011. Umso erstaunlicher, dass sich der mittlere der drei Benziner auf der auto motor und sport-Normrunde im Test mit 5,5 Liter Super pro 100 km zufriedengibt und damit exakt den Wert eines Golf Plus 1.2 TSI samt Start-Stopp-System erreichte. Typisch für einen Turbo hängt der Verbrauch aber stark von der Fahrweise ab - im Testschnitt genehmigte sich der Meriva mäßige 8,3 Liter. Und der Preis? Trotz aller Fortschritte verlangt Opel für die deutlich reifere Meriva-Basis nur 800 Euro mehr als bisher. Die getestete, empfehlenswerte Variante Edition kostet verglichen mit dem ähnlich kräftigen 1,8-Liter-Vorgänger sogar 300 Euro weniger - und das bei verbesserter Ausstattung. Neben Klimaanlage und CD-Radio sind jetzt auch Bordcomputer, Tempomat und die flexible Mittelkonsole serienmäßig an Bord. Erfreulich, dass Opel den Einstieg nicht nur über das ungewöhnliche Türkonzept erleichtert.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-06-23

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