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Testbericht

31. Mai 2015
Über Namen soll man keine Witze machen. Das zählt zu den ersten Weisheiten, die man als Jungvolontär so lernt, bevor man echte Texte schreiben darf. Also halten wir uns selbst Jahrzehnte später daran. Und erwähnen nur der Vollständigkeit halber, dass der Sohn von Adam Opel Carl mit C hieß. Der neue Sub-Corsa heißt nun mal Opel Karl, das ist kurz, prägnant und lässt sich in fast allen relevanten Sprachen mühelos aussprechen. Nur in England nennt sich der kleine Opel Vauxhall Viva, aber jetzt genug davon.Rekapitulieren wir kurz die Eckdaten des Opel Karl: Kleinstwagen auf Basis des Chevrolet Spark, wird in Südkorea gebaut, ist nur mit einem Einliter-Dreizylinder mit 75PS zu haben und kostet ab 9.500 Euro. Dass der kleine Karl bereits auf den ersten Blick erwachsener wirkt, als es diese Eckdaten vermuten lassen, liegt zum großen Teil am Opel-Markengesicht.

Opel Karl mit Überraschung im Fond
Von vorn sieht Karl seinen größeren Brüdern Adam und Corsa zum Verwechseln ähnlich. Umrundet man das Fahrzeug, was ja bei 2.385 Millimetern Radstand und 3.675 Millimetern Außenlänge nicht sehr lang dauert, ist schon eher klar, dass es sich hier um einen Wagen der 10.000-Euro-Klasse handelt: Die kurzen Überhänge und der knappe Raum hinter den Fondlehnen lassen befürchten, dass das Raumangebot im Interieur eher knapp ist. Also Türen auf und reingesetzt. Vorn klappt das sehr gut, auch wenn die Sitze eher klein erscheinen. Überraschender ist, dass der Platz sogar hinten ausreicht, um dort zwei Erwachsene zu transportieren. Die dürfen zudem würdevoll zusteigen, weil der Opel Karl serienmäßig über vier Türen verfügt.

Angenehme Federung, gute Fahreigenschaften
Apropos serienmäßig: Die Basisversion Selection kostet genau 9.500 Euro. Rüstet man sie mit dem Cool-&-Sound-Paket für 850 Euro aus, hat man einen Opel Karl, der eigentlich alles kann, was ein Auto in dieser Klasse können muss. 1.150 Euro mehr kostet der Edition, er hat elektrische Fensterheber, Fahrersitz-Höhenverstellung und eine höhenverstellbare Lenksäule. Dazu bietet sich das Funktionspaket für sehr bescheidene 325 Euro an, das 15-Zoll-Räder, asymmetrisch teilbare Fondlehne und sogar einen Spurassistenten enthält. Der Testwagen ist freilich ein Exklusiv (ab 12.900 Euro) mit vollem Programm, einschließlich des Intellilink-Infotainments, das erst ab Herbst bestellbar sein wird. Doch fahren wir endlich los: Der Dreizylinder verzichtet auf Direkteinspritzung und Ausgleichswelle, dreht entsprechend rau und kernig hoch, doch hängt er gut am Gas und lässt den Opel Karl nicht schwächlich erscheinen. Fahrwerk und Lenkung passen ebenfalls, Karl federt ganz ansprechend, lenkt willig ein und zeigt sich weitgehend neutral. Laut wird es erst bei höherem Tempo, der fünfte als letzter Gang scheint eher kurz ausgelegt. Doch darum sollte man dem Karl nicht gram sein, er macht ja sonst sehr vieles richtig.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-05-31

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