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Testbericht

26. Januar 2014
Facelift? Wird überschätzt. Wenn es dabei mal zu echten Überarbeitungen kommt, dann selten bei Technikern, Designern oder dem Modell selbst, sondern eher bei den Werbetextern. Die dramatisieren dann Chromblenden und andere oder nur anders benannte Polstermuster zu Neuerungen. In besonderer Erinnerung blieb dabei der Fall des Modells A. aus J., das zur Lebensmitte einzig eine neue Mittelarmlehne bekam.

Opel Insignia Sports Tourer bringt 1,7 Tonnen auf die Waage Anders nun beim Opel Insignia. Bei dessen Facelift werkelten die Entwickler tief im Fundament herum, modifizierten Fahrwerkselemente, stimmten die Lenkung neu ab und krempelten das ganze Bedien-Layout um. Darüber hinaus optimierten sie den Antrieb, programmierten eine 140PS starke Variante des 2.0 CDTI, drückten den CO2-Ausstoß des Ecoflex auf 104 g/km. Gar nicht abgespeckt hat der Opel Insignia Sport Tourer selbst, der mit 1,7 Tonnen so solide daherkommt, als schweißten sie ihn nicht am Band zusammen, sondern klopften ihn in einem Steinbruch bei Rüsselsheim aus dem Fels. Fast vier Zentner weniger wiegt der Mazda 6 Kombi. Der Leichtbau ist Teil der Skyactiv-Maßnahmen zur Verbrauchsminderung. Effizienz zeigt der japanische Rivale auch bei der Raumausnutzung. Obwohl elf Zentimeter kürzer als der Opel Insignia Sports Tourer, schafft er für Passagiere und Gepäck ein ebenso üppiges Platzangebot – vorn auf tief integrierenden, dürr gepolsterten Sitzen, im Fond auf einer kuschelig gepolsterten Bank, deren Lehne vom Laderaum aus fernentriegelt zur Ebene klappt. Auch der Opel Insignia Sports Tourer ebnet sein Kofferabteil ein, beim Einpacken stört aber die breite Laderaumschwelle, über die das Gepäck gewuchtet werden muss. Anders als in der Limousine mangelt es Fondpassagieren im Opel Insignia Sports Tourer wegen der gestreckteren Dachlinie nicht an Kopfraum, eher an Komfort auf der tief positionierten, schwach ausgeformten Rückbank. Für Pilot und Co räumt Opel die hervorragenden AGR-Komfortsitze ins digitalisierte Cockpit.

Opel Insignia Sports Tourer mit träger Bedienung Während der Mazda 6 Kombi leicht ablesbar analog anzeigt, fährt der Bildschirm des Opel Insignia Sports Tourer so träge hoch wie ein Windows 95-Rechner. Auch die zitterige Tachonadel und das pixelige Navi erinnern eher an Pac-Man als an iPad. Ja, was haben wir an der alten, verknopften Bedienung herumgenörgelt. Wir lernen: Hüte dich vor dem, was du dir wünschst. Denn mit trägem Touchscreen, zappeligem Controller, analphabetischer Schrifterkennung und vielen mehrfach belegten, unbeschrifteten Tasten am Lenkrad wurde alles noch umständlicher. Komplizierter sogar als beim Mazda 6 Kombi mit der umstandskrämerisch-redundanten Bedienkoalition aus Touchscreen und Drehdrücker. Jetzt drücken wir aber die Startknöpfe und drehen am Lenkrad. Der nach Euro 6 abgasreine 2,2-Liter von Mazda zählt derzeit zu den besten Dieseln. Er motorisiert den Kombi in Kombination mit dem präzisen, passend gestuften Sechsgang-Getriebe vehement, kultiviert und sparsam. Dass er auf der Verbrauchsrunde mit 4,3 L/100 km auskommt, liegt auch an der effizienzsteigernd niedrigen Verdichtung von nur 14,0:1. Auch beim Handling wirkt der Mazda 6 Kombi erst quirliger, leichter eben, doch der Lenkung fehlt es an Rückmeldung, dem auf kurzen Unebenheiten rumpeligen Fahrwerk an Ruhe. So legt sich der Mazda 6 Kombi stärker in Biegungen, kurvt bei den Fahrsicherheitstests unruhiger um die Pylonen als der Opel Insignia Sports Tourer. Der zeigt mit optionalen 18-Zoll-Rädern den Erfolg des Fahrwerk-Upgrades. Er liegt satt – sollte er bei dem Gewicht auch – und sicher auf der Straße, lenkt unhektisch, aber entschlossen ein, bietet nun bessere Rückmeldung, bewahrt sich trotz zehn Millimeter Tieferlegung guten Federungskomfort.

Opel Insignia Sports Tourer von Antrieb eingebremst Seine neue Dynamik bremst der Antrieb ein. Mit der lang übersetzten, sperrig schaltbaren Sechserbox steigert sich der müde loslegende und drehunwillige Diesel noch mehr in seine Durchzugslethargie hinein: 22,3 Sekunden vergehen, bis der Opel Insignia Sports Tourer im sechsten Gang von 80 auf 120km/h beschleunigt. Der Mazda 6 Kombi erledigt das in 13 Sekunden. Er sollte vehementer bremsen, bräuchte etwas Feinschliff bei Bedienung, Komfort und Fahrwerk, doch dem Opel fährt er locker davon. Im Rahmen eines Facelifts kann man ein Auto kaum mehr verbessern, als Opel das beim Insignia gelungen ist. So ist er der beste Insignia geworden, den es bisher gab. Aber manchmal wird der Beste eben nur Zweitbester.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-01-26

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