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Testbericht

20. Juni 2013
Neulich auf der Leopoldstraße im Münchner Szeneviertel Schwabing: Da zieht ein dunkel lackierter Audi A8 in betont gemessenem Flaniertempo die Blicke auf sich. Am Heck prangt, dezent, aber deutlich lesbar, ein Sticker mit der Aufschrift: "Ein Glück, dass ich kein Opel bin." So weit ist es also gekommen mit der Rüsselsheimer Traditionsmarke, deren Reputation mit all den Querelen im und um den Mutterkonzern General Motors nicht eben gewonnen hat. Da schwingt doch gleich der alte Merksatz mit: "Und ist der Ruf erst ruiniert ..." Aber halt, ist das eigentlich gerecht? Wohl kaum. Also bekam ein Opel Astra Sports Tourer 2.0 CDTi, der am 21. April 2011 seinen Dienst im Dauertest der Redaktion aufnahm, die Chance zu zeigen, was in ihm steckt. Und um es gleich vorwegzunehmen: Zumindest in Sachen Zuverlässigkeit absolvierte er die 100.000-Kilometer-Distanz mit Bravour und stürmte gar in der Mängelindex-Hitliste seiner Klasse souverän auf Platz eins. Tusch! Nicht ein einziger Ausfall störte die Kreise des Opel, und kein einziges Mal wurde er zu einem außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt gezwungen. Das hatte noch nicht mal der zuverlässige Audi A4 2.0 TDI im Dauertest vor zwei Jahren geschafft, und sollten wir da mal einen Blick auf den Sticker-Träger A8 4.2 Quattro werfen - oh lala, der musste seinerzeit, 2006, sogar fünf Mal außerplanmäßig in die Werkstatt. Aber noch ein anderer Vergleich drängt sich auf: Bereits 2007 hatte ein Astra 1.9 CDTi, der damals noch den traditionellen Nachnamen Caravan trug, sein Dauertest-Pensum absolviert – nicht schlecht, wie es die Mängelliste zeigt, aber eben nicht ganz so makellos wie das aktuelle Modell. Das heißt nun seit seinem Debüt im Dezember 2010 Sports Tourer – was nicht nur moderner klingt, sondern offenbar auch einen qualitativen Fortschritt gebracht hat. So stellt man sich Weiterentwicklung eigentlich vor.

Opel Astra-Dauertestwagen mit üppiger Ausstattung Was da zum Dauertest anrollte, war nun alles andere als ein Magermodell. Die Ausstattungslinie Innovation ist in Verbindung mit dem damals noch 160PS starken 2.0 CDTi schon die hochwertigste Stufe, beinhaltet so feine Goodies wie Bixenon-Licht, Leichtmetallräder, Klimaautomatik, Bordcomputer, Licht- und Regensensor und Tempomat. Darüber hinaus wurden das Komfortpaket mit Sitzheizung und Parksensoren, ein DVD-Navigationssystem, Glasschiebedach, das Flex-Ride-Fahrwerk, ein Digitalradio samt Soundsystem und USB-Anbindung, Ergonomiesitze und noch ein paar weitere Nettigkeiten geordert, die den damaligen Opel Astra Sports Tourer-Grundpreis von 27.955 auf stattliche 34.885 Euro trieben. Heute wären für das gleich ausgestattete Auto nochmals knapp 700 Euro mehr fällig. Klar, dass dann der Schätzwert nach Testende mit 15.100 Euro recht ernüchternd ausfällt und damit einen Wertverlust von fast 57 Prozent markiert. Allerdings zeigt sich hier erneut die bekannte Erfahrung: Obwohl der DAT-Schätzer die hochwertigen Ausstattungsdetails mit in sein Gutachten einbezieht, schlagen sie dann bei einem Wiederverkauf eben kaum noch gewinnbringend zu Buche. Doch sie machen das Leben natürlich angenehmer, beispielsweise das Quickheat-System. Da moderne Dieselmotoren inzwischen so effizient sind, dass sie kaum noch ausreichend Abwärme produzieren, bleibt es im Innenraum bei Minusgraden oftmals ziemlich frisch. Das gleicht der elektrische Zusatzheizer wirksam aus, wie im Testtagebuch wohlwollend vermerkt ist. Er kostet allerdings 260 Euro Aufpreis.

Opel Astra Sports Tourer überzeugt als Reisewagen Wie ein roter Faden zieht sich ein Motiv durch die Eintragungen der Testfahrer: Man setzt sich hinein und freundet sich sofort mit dem Opel an. Das ist vor allem das Verdienst der vorderen Sitze, die ausschließlich Lob ernteten. So schwärmte stellvertretend ein sonst eher rückensensibler Kollege über die "sehr bequemen Sitze, mit der sich selbst eine 800-Kilometer-Tour ohne Probleme" absolvieren ließ. Dass sich der Fahrersitz allerdings schon nach 11.000 Kilometern als etwas wackelig entpuppte, blieb der einzig nennenswerte Mangel, der sich aber mittels eines fixierenden Haltebands leicht beheben ließ. Nicht zu beheben ist jedoch der Mangel an Knieraum im Fond, der bei Menschen jenseits der 1,70-Meter-Marke für permanenten Unmut sorgt. Selbst Kinderfüße scharren ständig an den Rückseiten der Vordersitzlehnen. Und vor allem für Fahrer mit Kleinkindern erweist sich als ausgesprochen ärgerlich, dass die Isofix-Verankerungen sehr schlecht zu erreichen sind. Sie stecken so tief im Sitzpolster, dass ein in seiner Familienplanung schon recht gut vorangekommener Jungkollege den Kindersitz trotz Isofix mittels Gurt befestigen musste. Das macht die Sache nicht leichter, weil auch die Gurtschlösser schwer erreichbar sind. Sein kurzes Fazit: inakzeptabel für ein Familienauto. Licht und Schatten also beim Durchgang durch den Opel Astra Sports Tourer von vorn nach hinten. Ganz hinten, im Gepäckabteil, zeigt sich der Opel Astra Sports Tourer dann wieder von seiner Schokoladenseite. Er packt locker das ganze Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie, ein etwas fummeliges Trennnetz sorgt bei Bedarf für klare Verhältnisse. Das Basisvolumen von 500 Litern lässt sich spielend auf 1.550 Liter erweitern und bietet dann eine 1.430 Millimeter lange Ladeebene. Dass sich zum Nutzwert auch noch Fahrfreude gesellt, wurde dem Astra immer wieder attestiert. Das ist in erster Linie dem Flex-Ride-Fahrwerk zu verdanken, das Dämpfung, Lenkunterstützung und Gaspedal-Reaktion in drei Modi – von normal über Tour bis Sport – variiert. Wie auch immer die Wahl der jeweiligen Tester ausfiel, sie bescheinigten dem Opel einen "tollen Federungskomfort". Nicht ganz so eindeutig fällt das Urteil zum Motor aus. Dem wird zwar hohe Durchzugsstärke attestiert, die gegen Dienstende sogar leicht verbesserte Beschleunigungswerte eintrug, doch orteten manche Tester das verzögerte Ansprechen des Turboladers als Ursache für eine leichte Anfahrschwäche. Und ein Ausbund an akustischer Eleganz ist der Diesel im Opel Astra Sports Tourer gewiss nicht. Dennoch: Der Fronttriebler gewährleistet stets gute Traktion – selbst voll beladen und auf Schnee. Mit einem Verbrauchs-Schnitt von 7,3 Liter/100 km reiht sich der Opel als unauffälliger Streber seiner Klasse ein. Österreichische Autobahnen kitzeln weiteres Sparpotenzial heraus: Tempomat auf 130km/h fixiert, und los geht die Reise. Das belohnt der Astra mit vorzeigbaren 5,7 Liter pro 100 km. Zusätzlicher Ölverbrauch: keiner.

Opel Astra ohne Ausfälle Dass den Astra Sports Tourer über die zweijährige Testdauer keine Panne ereilte und auch kein außerplanmäßiger Werkstattaufenthalt nötig wurde, ist zweifellos sein größtes Verdienst. Dafür gebührt ihm Platz eins in der Mängelliste. Selbst akribisches Suchen in den Dauertest-Unterlagen förderte lediglich das bereits erwähnte Sitzpolster und ein knarrendes Kupplungspedal zutage. Und im Rahmen einer Serviceaktion wurde das Wischergestänge nachgearbeitet – das wars. Selbst die Werkstattkosten hielten sich im einem vertretbaren Rahmen. Größter Einzelposten war der Austausch von Bremsscheiben und -belägen im Zuge des 60.000-Kilometer-Service. Insgesamt also eine sehr erfreuliche Bilanz. Kurz nach Testende erwischte den Dauertestwagen dann doch noch eine Reifenpanne, weil sich eine herrenlose Holzschraube hinten rechts im Reifenprofil verirrt hatte. Doch dafür kann der brave Opel Astra Sports Tourer ja nun wirklich nichts.

Leser-Erfahrungen mit dem Opel Astra Sports Tourer Auch die Praxiserfahrungen der Leser mit ihrem Opel Astra sind weitgehend positiv:Mit dem neuen Astra J ist es Opel gelungen, den ohnehin schon sehr gut verarbeiteten und zuverlässigen Astra H zu toppen. Bisher habe ich mit meinem Astra 1.4 Ecoflex 19.500 Kilometer in knapp zwei Jahren störungsfrei und sehr zuverlässig zurückgelegt. Besonders gut gefallen mir die Sitze, auf denen man auch längere Fahrten sehr gut absolvieren kann. Die Kosten für die erste Inspektion hielten sich absolut im Rahmen. Leider merkt man die üppigen Kilos des Astra, obwohl der Verbrauch im Durchschnitt mit 6,3 Liter/100 Kilometer absolut okay ist. Berndt Breidenbach, 21031 HamburgMein Astra 1.7 CDTi mit 125PS hat mittlerweile 59.000 Kilometer überaus zuverlässig absolviert. Auch eine Urlaubsreise über 5.500 Kilometer mit drei Personen, Hund und Gepäck haben wir stressfrei und entspannt hinter uns gebracht. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,6 L/100 km trotz schnell gefahrener Autobahnetappen und häufigem Standheizungsbetrieb. Ein Werkstattaufenthalt wegen einer defekten Einspritzdüse und defekter Blinkerrückstellung bei Kilometer 14.000 war notwendig, ansonsten ein sehr zuverlässiger Begleiter. Can Christopher Senuysal, 44141 DortmundMit meinem Astra J 1.6 Turbo Sport bin ich seit August 2010 über 51.000 Kilometer gefahren und sehr zufrieden mit dem Auto. Das verstellbare Fahrwerk ist eine Wucht, ich mag den Sportmodus am liebsten. Mit seinen 180PS geht er recht gut und verbraucht im Schnitt 8,2 Liter/100 km. Jean-Marc Fischer, CH 8193 EglisauIch habe meinen Astra Sports Tourer 2.0 CDTi seit einem Jahr und vier Monaten sehr stark beansprucht, mitunter 2.500 Kilometer pro Woche. Bis auf ein Problem mit der Wandlerautomatik, die das Fahrzeug bis zum Werkstattbesuch in den Notlauf setzte, war nichts. Anfangs störte mich das Schaltverhalten der Automatik etwas, das wurde aber behoben. Der laute Motor ist allerdings etwas anstrengend, da hätte man etwas mehr Dämmung verwenden können. Dennoch: ein tolles Auto, gute Übersicht, der Motor macht Spaß, das Fahren ist einfach entspannend. Markus Boesinger, 78019 Villingen-Schwenningen
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-06-20

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