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Testbericht

16. Mai 2007

Ungerechtes Leben: Nivea ist Creme und Tesa ein Klebefilm, egal welcher Produktname auf der Packung steht - aber Caravan ist irgendwas, meist ein Wohnanhänger. Dabei hat kein deutscher Hersteller eine traditionsreichere Kombi-Bezeichnung zu bieten als Opel.

Die GM-Tochter verwendet sie seit 1953, um die konzeptionelle Mitte zwischen Car und Van zu betonen. Und vor allem: Der Name ist heute aktueller als je zuvor. Zwei Dauertest-Jahre mit dem Opel Astra Caravan beweisen es. Wem ein Van zu viel Auto ist, der kann immer noch mit dem klassischen Kombi glücklich werden. Er kann flüssig um die Ecken kacheln und trotzdem Kühlschränke oder Kinderzimmerregale durch die Gegend karren. Besonders mit diesem Wesenszug machte sich der 150 PS starke Diesel-Kombi im Dauertest-Fuhrpark beliebt - auch bei Fahrern, die ihn bisher nicht auf der Rechnung hatten.

Auf einige Extras kann man verzichten

Verblüffte Frage in der gelben Dauertest-Begleitkarte: "Warum kauft man sich eigentlich keinen Opel Astra Caravan?" Mögliche Antwort: Weil er in der getesteten Verwöhn-Version kein allzu volkstümliches Auto mehr ist. Etwas mehr als 26.000 Euro kostet der Opel Astra 1.9 CDTi Caravan heute in der vornehmen Cosmo-Ausstattung, nochmal über 7.000 Euro würden die Extras desTestwagens verschlingen. Auf einige kann man verzichten, der tägliche Umgang mit dem fast voll ausgestatteten Kombi zeigte es.

So gab es selbst unter eiligen Astra-Fahrern kaum einen, der mehr als ein Mal die Sporttaste des optionalen IDS-Plus-Fahrwerks drückte. Im Dynamik-Programm sprechen Gas und Lenkung zwar zackiger an, aber die Federung wird so hart, dass einem auf schlechter Wegstrecke das Frühstück zwischen den Rippen zu tanzen scheint. Als Bestandteil des 1.485 Euro teuren Performance-Pakets hat das IDS-Plus-Fahrwerk außerdem 17-Zoll-Räder, die dem Fahrkomfort nicht zuträglich sind.

Weitere Anwärter für das Streich-Konzert bei der Astra-Bestellung: Die optionale Handyhalterung ist dem Knie des Beifahrers im Weg. Und auch die Flex Organizer genannte Kofferraumaufteilung (125 Euro) erwies sich als Beigabe, für die es selten Verwendung gab. Dabei riss der Astra kaum eine Dienstfahrt ohne reichlich Gepäck ab. Klagen überzu knappes Ladevolumen wurden dabei niemals laut - wohl aber die Vermutung, dass die Bagage besser aufgehoben sein könnte als die Fahrgäste auf der Rückbank.

Fond-Bereich könnte größer sein

Tatsächlich geht es im Astra-Fond nicht großzügig zu. Für hoch gewachsene Passagiere ist die Beinfreiheit knapp, selbst Dreijährige monierten in ihren Kindersitzen den mangelnden Bewegungsraum, weil sie mit den Füßen gegen die Vordersitze stießen. Womöglich sind sie vom geräumigeren Golf V und der Weite moderner Minivans verwöhnt - richtig glücklich wurden sie besonders auf Langstrecken nicht.

Vorne lässt es sich kommoder reisen: "Äußerst bequeme Sitze" und "sehr gute Verstellmöglichkeiten" loben die Dauertest-Notizen - mit einer Einschränkung: Die Sitzposition ist zu hoch für 1,85-Meter-Passagiere, die gerne mehr als einen fingerbreiten Spalt Kopffreiheit hätten. Es gab nicht vieles, was die Astra-Reisenden wirklich genervt hätte, aber einige Anmerkungen wiederholen sich fast so oft wie Tankstopps und Wagenwäschen.

Kleinere Wehwehchen

So wurden immer wieder die fummeligen Antipp-Blinker kritisiert. Nur wenige Opel-Benutzer hatten Verständnis für die viel zu niedrig platzierten Regler der Klimaanlage und die sparsam im Interieur verteilten Ablagemöglichkeiten. Mancher schimpfte bei der Innenraumreinigung über den Filzbelag des Gepäckraums, der Krümel und kleine Schmutzpartikel wie Klettband festhielt.

Wie bei vielen Kompaktwagen war keiner mit der Rundumsicht zufrieden. Und einige, die im Astra durch die Hitze des Hochsommers fuhren, beklagten ein zeitweiliges Schwächeln des Kühlaggregats. Bei Außentemperaturen über 30 Grad kam es öfter vor, dass die Klimaanlage nur noch warme Luft ins Innere blies. Das irritierte viele Astralogen schon deshalb, weil sich die Temperatur im Normalfall schnell und wirksam senken ließ. Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Defekt, sondern offenbar um eine konstruktive Schwäche - eine von wenigen, die sich der Astra leistete.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-05-16

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