12neuwagen de12gebrauchtwagen de

Unsere Partnerseiten:

Testbericht

15. Februar 2014
Sie fahren einen Nissan Leaf, 370 Z oder gar GT-R? Oder träumen von einem knochigen Pathfinder? Dann können Sie sich beim Vorgänger vom Qashqai bedanken. Denn bis auf den VW Tiguan verkauft sich kein Crossover oder Kompakt-SUV besser als der Nissan mit dem schwer auszusprechenden Namen. 26.710 Stück kamen allein 2013 frisch auf die Straße (Tiguan: 57.838). Und vom 370 Z? Nur 390 Exemplare. Damit ernährt der beliebte SUV mit europaweit mehr als 1,8 Millionen Käufern seit 2007 die ganze Marke. Klar ist damit auch: Die Neuauflage des Nissan Qashqai muss hundertprozentig sitzen. Mutige Designsprünge sind da ebenso erfolgsgefährdend wie zu heftiges Größenwachstum. Zumal Nissan im Juli mit dem neuen X-Trail noch einen großen SUV auf den Markt bringt.

Nissan Qashqai mit gutem Raumangebot Schon länger dort unterwegs, bestens eingelebt und für einen ersten Vergleich als Fronttriebler mit auf der Teststrecke: der bewährte VW Tiguan und der ebenfalls erfolgreiche Mazda CX-5. Kenner mögen nun jaulen, dass die beiden doch viel größer und teurer seien. Wir sagen lieber: abwarten.Mit einer Länge von 4.377 Millimeter ist der Nissan Qashqai schließlich nur noch 49 Millimeter kürzer als ein VW Tiguan. Da der Nissan Qashqai – optisch übrigens immer noch klar als solcher zu erkennen – mit einem üppigeren Radstand als der VW aufwartet (plus 42 Millimeter), offeriert er vorne wie hinten ein sehr gutes Platzangebot. Es mangelt im Nissan Qashqai weder an Kopf- und Bein- noch an Schulterfreiheit. Erst beim Ladevolumen zieht der Nissan Qashqai buchstäblich den Kürzeren. Während der VW Tiguan auf Anhieb 470 und der 4.555 Millimeter lange Mazda 503 Liter an Gepäck mit auf die Reise nehmen kann, sind es beim Nissan nur 430 Liter. Als Einziger offeriert er dafür aber einen doppelten Ladeboden, dessen stabile Platten sich auch vertikal aufstellen lassen – immer nützlich beim Transport von Tüten oder Taschen. Steht spontan der Transport von großen Kartons an, lässt sich zudem die große Hutablage im Unterboden verstecken. Erfreulich: Selbst hier unten präsentiert sich der mit weichem Filz ausgekleidete Kofferraum ordentlich verarbeitet. Mazda CX-5-Besitzer müssen sich dagegen mit kratzempfindlichem Hartplastik anfreunden.

Dickes Lob für Cockpit und Interieur des Nissan Qashqai Ein dickes Lob verdienen auch Cockpit und Interieur des Nissan Qashqai. Weiche Kunststoffe wechseln sich mit fein vernähten Stoffen und Lederbesatz ab, und das geschwungene Armaturenbrett gefällt mit erhabenen Lüftungsdüsen sowie einem sieben Zoll großen Touchscreen, über den sich Navigation, Smartphone und vieles mehr ansprechen lassen. Einmal unterwegs, zeigt sich, dass auch die Ingenieure im Hause Nissan nicht untätig waren. Die direktere Lenkung bietet nun mehr Rückmeldung, und vorbei ist es mit dem harschen Fahrwerk sowie den lauten Motoren. Qashqai Nummer II gibt sich deutlich komfortabler und fängt kurze Wellen ohne Wipperei gekonnt ab. Einzig Querfugen sorgen für Unruhe, wogegen vom 1,5 Liter großen, 110PS starken Diesel zumindest innen kaum etwas zu hören ist.

Nissan Qashqai schwächelt erst auf der Autobahn Gut gedämmt schiebt der Nissan Qashqai ab 1.500 Touren ausreichend flott voran und schwächelt erst auf der Autobahn oberhalb von 150km/h. Wer mehr Power sucht, muss zum 130PS starken 1.6 dCi (320Nm ab 1.750/min) greifen. Trotz der Verbesserungen bleibt Nissan volkstümlich und schraubt nicht an den Preisen. Das Einstiegsmodell 1.2 DIG-T mit neuem Turbobenziner (115PS) kostet 19.940 Euro und ist damit 50 Euro günstiger als sein Vorgänger. Extras wie Klimaanlage, Tempomat und Fensterheber rundum sind Serie. Der hier gefahrene Diesel ist ab 21.890 Euro zu haben, das derzeitige Topmodell (1.6 dCi All Mode 4x4) steht mit 28.900 Euro in der Liste. Je nach Ausstattungslinie sind zudem ein autonomer Notbremsassistent inklusive Abstandsradar, LED-Scheinwerfer und eine Rückfahrkamera samt Bewegungserkennung an Bord oder optional zu haben.

Mazda CX-5: agiles Handling Mit derlei Innovationen kann der 26.090 Euro teure Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D zwar nicht dienen, wohl aber mit dem reizvollsten Motor. Der 150PS starke und sehr drehfreudige Diesel bietet hier nicht nur die beste Laufkultur, er zieht auch am kraftvollsten an und ermöglicht zugleich dank eines stattlichen Drehmoments von 380Nm eine schaltfaule Fahrweise. Das wiederum ist fast schade, denn die Sechsgang-Schaltbox lockt mit kurzen Wegen und arbeitet deutlich präziser als die Getriebe von Nissan Qashqai und VW Tiguan. Zudem sorgt der 2,2 Liter große Diesel im Mazda CX-5 für die besten Fahrleistungen. So spurtet der Fronttriebler laut Hersteller in 9,2 Sekunden von null auf 100km/h und ist bis zu 202km/h schnell. Nissan Qashqai (11,9 s, 182km/h) und VW Tiguan (10,2 s, 193km/h) sind deutlich langsamer. Dank wirkungsvoller Dämmung dringen dabei nur wenig Motor- und Fahrgeräusche in den Innenraum des Mazda CX-5 vor. Da der hohe Mazda CX-5 zudem eher straff federt und zackig einlenkt, bereitet er trotz seiner Größe am meisten Fahrspaß. Manko: In allzu flott angegangenen Wechselkurven reckt er gerne mal ein Hinterrad in die Höhe, und besonders im Fond stoßen langsam überfahrene Querfugen unangenehm auf. Etwas Gepäck im Kofferraum könnte da vielleicht nicht schaden.

Mazda CX-5 mit ausgeklügeltem Sitzsystem Platz ist schon mal reichlich vorhanden. Bis zu 625 Kilo oder 1.620 Liter nimmt das Heckabteil maximal auf. Ein ausgeklügeltes Sitzsystem, das Rückbank und Lehne gleichzeitig einklappt, ermöglicht derweil eine ebene Ladefläche. Praktisch auch, dass das Kofferraumrollo an der Heckklappe eingehängt ist und beim Öffnen mit nach oben schwingt. Wie beim Nissan Qashqai lässt sich die zwei Kilo leichte Abdeckung notfalls unter dem Ladeboden verstecken. Die Insassen selbst nehmen auf sportlich konturierten Sitzen mit dem besten Seitenhalt Platz und dürften sich am üppigen Raumangebot ebenso freuen wie an der soliden Verarbeitung. Klassische, gut ablesbare Rundinstrumente zählen ebenso zur Serienausstattung des Mazda CX-5 wie eine Klimaanlage mit fein klickenden Drehreglern und ein CD-Radio. Wer nach mehr Ausstattung verlangt, muss zum 2.700 Euro teureren Center Line-Modell greifen. Neben einem Notbremsassistenten, Klimaautomatik, Lederlenkrad und 17-Zoll-Rädern ist der Mazda CX-5 dann auch mit einem etwas lieblos eingepassten 5,8-Zoll-Touchscreen inklusive Dreh-Drück-Steller ausstaffiert. Infotainment und Tom-Tom-Navi (500 Euro zusätzlich) können so nach etwas Übung schnell angesprochen werden. Zu mehr als Audiostreaming per Bluetooth ist das System aber leider nicht fähig. Hier liegt der frisch aufgelegte Nissan Qashqai, der via Nissan Connect (800 Euro) und persönlichem Smartphone Zugang zu Facebook oder Google ermöglicht, klar im Vorteil. Ein Update könnte dem Mazda CX-5, der übrigens ebenso wie der Nissan zu den wichtigsten Modellen der japanischen Marke zählt, sicherlich nicht schaden.

VW Tiguan: Oldie but Goldie Gleiches gilt für den seit 2007 erhältlichen Tiguan. In dem etwas altbacken anmutenden Cockpit des 140PS starken Testwagens sitzt immer noch ein einfaches TMC-Radio samt träge reagierendem Touchscreen (RCD 310), das in Golf und Co. längst herausgeflogen ist. Damit nicht genug: Für das nicht internetfähige Festplatten-Navi (RNS 510) verlangt VW satte 2.230 Euro. Unterschätzen sollte man den Oldie dennoch nicht. Denn auch dieser VW Tiguan präsentiert sich sorgfältig verarbeitet, punktet mit der besten Rundumsicht, den bequemsten Sitzen sowie einer serienmäßig um 16 Zentimeter längs verschiebbaren Rückbank. Dahinter ist Platz für 470 Liter Gepäck. Freunden niedriger Ladekanten empfehlen wir allerdings den herausnehmbaren Ladeboden (175 Euro). Ansonsten verleidet eine hohe Innenkante das Verstauen von Gepäck, und beim Umklappen der Rücksitze entsteht eine hohe Stufe. Beeindruckend der Auftritt auf der Strecke. Während der Nissan Qashqai im Parcours immer wieder mittels hart einbremsendem ESP für Stillstand sorgt und der Mazda CX-5 mit seinem leichten Heck irritiert, wedelt der neutral abgestimmte VW Tiguan so flott und entspannt um die Hütchen, als wäre es seine natürliche Profession. Da das gekonnt abgestimmte Standardfahrwerk zudem auf öffentlichen Straßen selbst derbe Schläge gelassen abfängt, bietet der VW Tiguan den besten Mix aus Agilität und Komfort.

VW Tiguan mit höherem NEFZ-Verbrauch Kaum Kritik fängt sich auch die Kombination aus kultiviertem Zweiliter-TDI und leichtgängig schaltbarem Getriebe ein. Zwar zieht der VW Tiguan nicht so vehement an wie der Mazda CX-5, doch reichen seine 320Nm im Alltag letztlich völlig aus. Und wenn nicht: einfach runterschalten. Nur der trotz Start-Stopp-Automatik höhere NEFZ-Verbrauch von 5,3 zu 4,6 und 3,8 L/100 km (Nissan Qashqai) könnte die Fahrfreude schmälern. Der größte Nachteil des Tiguan ist jedoch sein Preis. 28.325 Euro gilt es für den 2.0 TDI mit 140PS und Frontantrieb zu berappen. Selbst ein karg ausgestattetes Modell mit 110PS ist mit 26.675 Euro immer noch über 4.700 Euro teurer als ein Nissan Qashqai. Dass der deutlich verbesserte Nissan also weiterhin auf der Überholspur unterwegs ist, daran dürfte nach diesem ersten Vergleich wohl kaum einer mehr zweifeln.
Weiterlesen

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-02-15

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
Autoplenum
3.5 von 5

Autoplenum, 2018-11-28

Gebrauchtwagen-Check: VW Tiguan I - Solide, aber nicht fe...Gebrauchtwagen-Check: VW Tiguan I - Solide, aber nicht fehlerfrei
Solide, aber nicht fehlerfrei Gebrauchtwagen-Check: VW Tiguan I Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
3.5 von 5

Autoplenum, 2018-11-22

VW Tiguan - Schwärzer als sonst VW Tiguan  - Schwärzer als sonst
Schwärzer als sonst VW Tiguan Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
3.5 von 5

Autoplenum, 2018-10-25

VW Tiguan Offroad - Näschen für Gelände VW Tiguan Offroad  - Näschen für Gelände
Näschen für Gelände VW Tiguan Offroad Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
4.0 von 5

Autoplenum, 2018-10-19

Fahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 - LeistungsschubFahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 - Leistungsschub
Nissan wertet den Qashqai mit einem neuen Benzinmotor auf. Er leistet wahlweise 140 oder 160 PS.Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
4.0 von 5

Autoplenum, 2018-10-18

Fahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 DIG-T - Neuer Vortrieb, n...Fahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 DIG-T - Neuer Vortrieb, neue Verbin...
Neuer Vortrieb, neue Verbindung Fahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 DIG-T Ganzen Testbericht lesen