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Testbericht

27. April 2015
Übertreiben wollten sie es dann wohl doch nicht bei Skoda. Obwohl der neue Skoda Superb mit 2,84 Meter acht Zentimeter mehr Radstand bietet als der Vorgänger, bleib die Kniefreiheit im Fond unverändert bei 157 Millimetern – da wurden schon bisher ausgewachsene Luxuslimousinen ganz blass um Stern und Niere.Stattdessen wuchsen der Laderaum (jetzt 625 Liter) und der Motor rückte weiter in Richtung Fahrgastzelle, was sich positiv auf das Fahrverhalten auswirken soll. Die Passagiere dürfen sich dagegen über mehr Innenraumbreite und im Fond über etwas mehr Kopffreiheit freuen. Ansonsten bleibt es bei dem bekannt ausufernden Raumgefühl, so dass man den Kindern zurufen möchte, dass sie sich nicht verlaufen mögen, wenn sie hinten einsteigen. Aber diese Stärke kann der Skoda Superb problemlos im Stand ausspielen.

Skoda Superb mit dem Motor vom Golf R
Also: Wie fährt er sich denn nun? Etwas Kleineres als den 280PS starken Turbo-Benziner wollte man uns offenbar nicht zumuten, obwohl bei der Limousine der 190PS starke Diesel zum Verkaufsschlager werden soll – glaubt zumindest der Hersteller. Dann also der Vierzylinder-TSI, bekannt aus VW Golf R und Audi S3, aber auf 280PS und 350Nm gedrosselt – und insgesamt eher souverän als aggressiv-sportlich, passt also prima zum unaufgeregten Charakter des Skoda Superb. Wer will, kann das kultivierte Triebwerk bis kurz vor 7.000/min hochjubeln – kann, muss aber nicht.Das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe huscht flink in die längste Übersetzung, damit der Vierzylinder den großen Drehmoment-Topf entrahmen kann. Und damit die Kraft nicht in blauen Wölkchen gen Himmel zieht, verantwortet ein elektronisch geregelter Allradantrieb die Traktion.

Der Superb kann sportlich, will aber lieber komfortabel
Ach, das klingt doch alles nach der großen Sport-Sause! Bittschön, schalten wir den Skoda Superb scharf, Antrieb, Lenkung und Dämpfer, um genau zu sein. Tatsächlich wirft er sich nun mit großem Eifer in Kurven, untersteuert nun minimal, leichtes Knirschen verrät, dass das ESP Handlungsbedarf erkennt. Der Turbomotor spricht spontan an, erklimmt schnell den Gipfel seiner Leistungskurve, klingt dabei dröge, hält sich lieber mit Geräuschen zurück – gut so. Wer es dennoch nicht lassen kann: Der Hersteller verspricht 5,8 Sekunden für den Sprint von Null auf 100km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 250km/h, verbrauchen soll der 2.0 TSI gar nur 7,1 L/100 km.Dennoch: Diese ganze Hektik wird dem Skoda Superb nicht gerecht, die selbst im Dynamic-Modus der adaptiven Dämpfer offensichtlichen Karosseriebewegungen lassen ahnen, dass es ihm eher um Komfort geht. Tatsächlich federt der Superb völlig unerschrocken auch über fiese Bodenunebenheiten weg, lässt sogar vergessen, dass die Ausstattungslinie Laurin & Klement serienmäßig auf 18-Zoll-Rädern rollt. Poltern? Hartes Abrollen? Nein, keinesfalls. Einzig die speziell im Komfort-Modus ausgeprägten Vertikalbewegungen mögen nicht jedermanns Geschmack sein, unterdämpft wirkt das Fahrwerk dennoch nicht, denn auffälliges Pumpen bleibt aus – toll, wirklich.

Skoda Superb mit vielen Assistenzsystemen
Dem Komfort-Gedanken entspricht auch das niedrige Geräuschniveau im Innenraum, die beheizten und belüfteten Ledersitze sowieso, aber auch die Fahrerassistenz- und Infotainment-Armada. Hier durfte sich Skoda offenbar der Allerneueste aus dem Elektronikbaukasten des Volkswagen-Konzerns herauspicken. So versteht sich das Infotainment auch mit Apple-Geräten, eine pfiffige Halterung für das iPad (nur für Fond-Passagiere, eh klar) gibt’s obendrein. Damit kann auch das Infotainment fernbedient werden, nun denn. Sinnvoller erscheint da schon der zumindest auf dieser Testfahrt problemlos arbeitende Abstandsregeltempomat. Ach ja, das voll animierte Instrumenten-Display des VW Passat durfte der Skoda Superb – der übrigens ab dem 13. Juni bei den Händlern steht – nicht haben. Macht nichts, man muss es ja nicht gleich übertreiben.

2.500 Euro günstiger als der Passat
Das gilt auch für die Preise. Klar, das gefahrene Skoda Superb-Topmodell kostet mal eben 43.750 Euro, inklusive des hervorragenden Fahrwerks. Der Einstieg beginnt jedoch bei 24.590 Euro und je nach individueller Konfiguration bleibt zu einem vergleichbar ausgestatteten Passat ein Abstand von rund 2.500 Euro. Super(b), oder?
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-04-27

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