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Testbericht

28. Juli 2010

Es gibt wohl kaum einen Kleinwagen am Markt, der sich so gut für ein Cabrio eignet wie der Mini. Eng an die Form seines historischen Vorbilds angelehnt, besitzt er einen Aufbau mit steil stehenden Scheiben. Das hat für Frischluft-Fans den großen Vorteil, dass die Frontscheibe viel weiter von den Köpfen der Insassen entfernt ist als bei modernen Cabrios üblich. Während bei großgewachsenen Fahrern sonst oft ein leichtes Kopfnicken genügt, um sich die Stirn am Scheibenrahmen zu stoßen, besteht diese Gefahr im offenen Mini One nicht einmal ansatzweise. So kann der Blick im Fahrbericht auch mal darüber hinwegschweifen und die Umgebung viel intensiver wahrnehmen.

Mini kann sich auch nur teilweise entblättern Befürchtungen, die Frischluftdusche könnte zu intensiv ausfallen, entkräftet der Zentralschalter für die vier elektrisch bedienbaren Seitenfenster. Damit lassen sich die Turbulenzen im Interieur des Mini One einfach dosieren, ein Windschott kostet 250 Euro zusätzlich. Für den freien Blick nach oben muss sich der Mini im Fahrbericht nicht einmal komplett entblättern. Bevor das Stoffverdeck hinter den Rücksitzen verschwindet, wandert der vordere Teil im Stil eines Faltschiebedachs über die Köpfe der vorderen Insassen und damit fast vollständig aus ihrem Blickfeld. Bis auf die noch am Scheibenrahmen fixierten, schmalen Führungsschienen stellt sich fast der gleiche Ausblick ein wie bei komplett offenem Dach. Doch das Verdeck im Mini One hat auch seine Schattenseiten. Geschlossen ist die Sicht nach schräg hinten extrem eingeschränkt. Einparksensoren am Heck zählen zwar zum Serienumfang, doch beim Rangieren etwa auf einem belebten Supermarkt-Parkplatz helfen sie nur wenig. Beim Einkaufen offenbart sich ein weiterer Mangel des offenen Mini: der winzige und schwer zugängliche Gepäckraum. Durch die unten angeschlagene, schmale Klappe passen maximal zwei Wasserkästen - und das auch nur, wenn zuvor mühsam über zwei Spannhebel im Gepäckraum das Verdeck entriegelt und dann ein paar Zentimeter angehoben wird. Auch die Basisversion sorgt für Spaß Im Alltag wandert größeres Gepäck im Mini One Cabrio deshalb auf die Rücksitze, deren Lehnen sich vorklappen lassen und eine Durchreiche in das 125-Liter-Ladeabteil ermöglichen. Für Passagiere ist im Fond ohnehin wenig Platz - vor allem nicht für die Beine. Darin unterscheidet sich das Cabrio nicht von der Limousine, ebenso wie beim effektheischenden, aber unübersichtlichen Cockpit. Dank hoher Torsionssteifigkeit reagiert auch der offene Mini im Fahrbericht überaus agil auf die Befehle der direkten Lenkung, trotz straffer Federung bleiben grobe Stöße außen vor. So macht das Mini One Cabrio schon mit der auf Euro 5 umgestellten und nun 98 PS starken 1,6-Liter-Basisversion One eine Menge Spaß. Mit 20.700 Euro kostet es 2.600 Euro weniger als die Cooper-Version mit 122 PS, doch der Preisvorteil schrumpft auf knapp 1.200 Euro, wenn man deren Mehrausstattung mit Klimaanlage und Alurädern berücksichtigt. Obwohl es eine Start-Stopp-Automatik inklusive Bremsenergie-Rückgewinnung für den Mini One auch nicht gegen Aufpreis gibt, fällt der Verbrauch mit 7,5 Liter/100 km im Fahrbericht noch ausreichend genügsam aus. Einigermaßen flinkes Beschleunigen fordert jedoch hohe Drehzahlen und den häufigen Griff zum Schalthebel des Sechsganggetriebes, bereits leichte Autobahn-Steigungen zwingen früh zum Zurückschalten. Aber wer beim Mini Cabrio sparen will, muss sich ohnehin gegen zahlreiche Verlockungen der umfangreichen Sonderausstattungsliste wappnen. Zum Preis der Cooper-Mehr-PS gibt es für den One etwa beheizbare Sportsitze, Lederlenkrad und Metallic-Lack - und wer will darauf ernsthaft verzichten?

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-07-28

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