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Testbericht

12. Juli 2011

Dass eine Mutter mehrere hübsche Töchter haben kann, wissen wir spätestens seit Kate und Pippa Middleton. Nun haut auch Mini mal wieder zwei scharfe Modelle raus: Ab 1. Oktober steht das Mini Coupé beim Händler, der entsprechende Stoffdach-Roadster folgt im Frühjahr 2012. Erfreuen wir uns aber jetzt erst mal an einer noch leicht getarnten Vorserien-Variante des Mini Coupés. Flachere Front- und Heckscheibe, dazwischen ein drei Zentimeter niedrigeres Dach - klingt schwer nach Mini-Revolution, postulierte man doch bisher stets strenges Kasten-Design mit steiler Frontscheibe.

Stattdessen besitzt das Mini Coupé einen Drei-Box-Aufbau mit kleinerem Dachpavillon, sowie nach wie vor betont dreidimensionale Flächen, wie Designchef Anders Warming erläutert. Vielleicht hätte Ford den Streetka doch länger im Programm halten sollen ... Kokon-Feeling im Mini Coupé Immerhin, das Prinzip der in die äußersten Ecken platzierten Räder behielt die Gestaltertruppe beim Mini Coupé bei. Der Innenraum spricht ebenfalls akzentfrei Mini – jedenfalls bei der Möblierung, denn das Raumgefühl hat sich gegenüber dem rund 2.000 Euro günstigeren Standardmodell des Mini deutlich Richtung Kokon verändert. Und – hurra – endlich dürften Ampeln mit weniger Verrenkung erkennbar sein. Nach hinten sieht es dagegen genreüblich mau aus, woran das kleine seitliche Zusatzfenster des Mini Coupé wenig ändert.

Mehr statt weniger liefert der Kofferraum unter der großen Heckklappe. Mit 280 Litern fasst er 120 mehr als der Hatch, ja sogar 20 mehr als der Clubman, die Frage nach einer Umklappmöglichkeit endet allerdings in Gelächter. Abgedeckt wird die Fracht auf dem leicht gestuften Ladeboden durch einen herausnehmbaren Deckel mit cabrioartigen Höckern, eine Durchlade erhöht die Praxistauglichkeit ebenso wie die großzügige Ablage hinter den Sitzendes Mini Coupé. Für diese stehen übrigens neue Bezüge zur Wahl, entweder sportlich oder klassisch. Mini Coupé noch unbeschwerter als seine Geschwister Ach ja, Mini-Kenner registrieren sofort die anthrazitfarbenen Skalen von Tacho und Drehzahlmesser. Sie deuten an, dass das Mini Coupé noch etwas unbeschwerter über den Asphalt toben darf als seine Geschwister. Die fürs Cabrio notwendigen Versteifungen in den Schwellern plus die stabilisierende Brücke hinter den Sitzen erhöhen das Gewicht um rund 25 Kilogramm. Es lastet größtenteils auf der Vorderachse, was jedoch kaum spürbar wird.

Eine straffere Dämpferabstimmung und ein um einen Millimeter dickerer Stabilisator hinten fördern die Agilität des Mini Coupé, das stufenweise abschaltbare Stabilitätsprogramm und eine Differenzialsperren-Simulation vorn per Bremseneingriff laden zum Spielen an der Haftgrenze ein. 211 PS Reifenscharren und Turbnopfeifen Mit der exakten Lenkung sticht das Mini Coupé motiviert in enge Ecken, Übermütige bekommen es beim Herausbeschleunigen nach wie vor mit zarten Antriebseinflüssen und Reifenscharren zu tun. Vor allem beim Topmodell, dem Mini Coupé John Cooper Works, der mit wilden 211 PS angreift. Turbopfeifend und bei Lastwechseln auspuffploppend huldigt der 1,6-Liter dem Ladedruck, schiebt stämmig, dreht ausreichend willig. Zu scharf? No problem, es gibt auch harmlosere Varianten vom Cooper aufwärts. Sparbrötchen à la Minimalism sucht man dagegen vergebens. Schließlich soll das Mini Coupé in erster Linie Kreative, Selbstbewusste und Trendige - also solche wie uns - ansprechen. Sollten scharfe Modelle wie Kate und Pippa dabei sein: auch okay.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-07-12

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