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Testbericht

16. April 2013
Skandal: ein dramatischer Muskelschwund bei der Mercedes E-Klasse. Chefdesigner Wagener unter dringendem Tatverdacht. So oder ähnlich könnte man eine boulevardeske Schlagzeile zum Facelift der oberen Mercedes-Mittelklasse dichten. Dann was sich Menschen entweder durch Training oder trickreiche Spezialwäsche aneignen, haben die Mercedes-Leute der E-Klasse einfach wegoperiert. Die Rede ist von den ausladenden hinteren Kotflügeln, vulgo Gesäßmuskeln. Auch das Gesicht der Mercedes E-Klasse kam unters Messer, genauer die Blechpresse. Heraus kommen veränderter Kühlergrill und Spoiler, für die Versionen Elegance und Avantgarde eigenständig geformt. Um die modifizierten Rückleuchten zu erkennen, benötigt es allerdings Markenexpertise. 184PS im Mercedes E 200 sind ausreichend Spätestens nach dem Einsteigen, sobald die Tür mit sattem Plopp ins Schloss fällt, ist es ohnehin da, das vertraute Mercedes-Gefühl. Sofort registrieren wir den breiteren Dekorstreifen, die feinen Metallapplikationen, die Analoguhr sowie den präzise laufenden Regler des Infotainmentsystems. Und wir haben Glück bei unserer Testfahrt: Draußen ist es ungemütlich nasskalt, vereinzelte Schauer prasseln aufs Blech. Umso behaglicher scheint die Mercedes E-Klasse, deren Klimaanlage zügig, aber zugfrei die gewünschte Temperatur einpegelt. Die Befürchtung, der neue Zweiliter-Basisbenziner im Mercedes E 200 – er löst den 1,8 Liter großen Vorgänger ab – könnte wegen seiner Effizienz zu wenig Wärme abgeben, erweist sich als unbegründet. Dank strahlgeführter Direkteinspritzung, Piezo-Injektoren für Mehrfacheinspritzung sowie Mehrfunkenzündung beherrscht er den sparsamen Magerschichtbetrieb, ohne beim Drehmoment zu schwächeln oder beim Abgas (erfüllt Euro 6) zu schmutzen. So schiebt der leicht langhubig ausgelegte Turbo-Vierzylinder den 1.823 Kilogramm schweren Kombi gelassen an, wird bei wenig Last von der optionalen Siebenstufenautomatik konsequent zu niedrigen Drehzahlen verdonnert. Vom Massenausgleich beruhigt, zeigt er dabei feine Laufkultur, verzichtet allerdings auf feuriges Ansprechen und williges Ausdrehen, klingt bei höheren Drehzahlen angestrengt. Immerhin: bei Bedarf spült es das Mercedes E 200 T-Modell in neun Sekunden auf Tempo 100, maximal sind 225km/h drin. Entspannte Fahrer drücken ihren E 200 T dennoch auf 7,4 L/100 km, im Schnitt rauschen knapp zehn Liter durch die Piezos. Mercedes E-Klasse mit Ausgeglichenheit und vielen Helfern Seis drum: Das Credo der Mercedes E-Klasse bleibt ihre Ausgeglichenheit, ob auf Kurzstrecke, Landstraße oder Autobahn. Leise war sie schon immer, komfortabel sowieso. Da gab es wenig zu ändern – außer vielleicht beim jetzt sanfter abgestimmten Avantgarde-Fahrwerk sowie den Adaptivdämpfern, deren zwei Positionen nun stärker unterscheidbar sind – gekonnt komfortabel auf der einen, spürbar straff auf der anderen Seite. Sensibles Abtasten der Fahrbahn, sanftes Anfedern – das beherrscht die obere Mittelklasse von Mercedes wie kaum ein anderer Wagen, ohne sich im Schunkeligen zu verlieren. Passend dazu stimmten sie die neue elektromechanische Lenkung in der Mercedes E-Klasse gefühlsechter, jedoch immer noch mercedestypisch ab. Sie reagiert hellwach aus der Mittellage, ohne nervös zu werden, behält während der gesamten Lenkbewegung ihre passende Unterstützung und Übersetzung bei. Hier zahlt sich unter anderem die je nach Lenkwinkel unterschiedlich verzahnte Lenkstange aus. Genug der Mechanik, kommen wir zur Elektronik, die allerhand Neues bietet – wenn auch nicht auf den ersten Blick sichtbar. So kann die aktuelle Mercedes E-Klasse dank ihrer Stereokamera, deren 3D-Bilder mit den Radarsensoren paktieren, ihre Umgebung viel genauer scannen als bisher. Sie registriert Fußgänger und Querverkehr ebenso wie Autos auf der Nebenspur, verhindert damit Rechtsüberholen bei aktiviertem Abstandsregeltempomat. Dieser arbeitet inzwischen ähnlich feinfühlig wie ein echter Fahrer, dokumentiert seine Erkenntnisse per hochauflösender Grafik im Tachometer. Hinzu kommen exakte Tempowarnungen über die Verkehrsschilderkennung. Übers Ziel hinaus geht jedoch die aktive Spurhalteunterstützung, die dem Fahrer selbst bei sauberer Fahrweise mit ständigen Korrekturen quasi ins Lenkrad greift – und das bis zu einer Geschwindigkeit von 200km/h. Immerhin lässt sich der Spuk im etwas fitzeligen Assistenzmenü über die Lenkradtasten abschalten. Noch nicht zugeschaltet ist bei der Mercedes E-Klasse die handybasierte Stauinformation, dafür jedoch vorbildliches Fahrlicht. Mercedes E-Klasse weiter verbessert Während LED anderswo primär als Tagfahrlichtgirlanden prangen oder statisch strahlen, leuchtet die Mercedes E-Klasse serienmäßig mit den tageslichtähnlichen Dioden. Gegen Aufpreis macht sie mit adaptiven Voll-LED die Nacht – so gut es geht – zum Tag. Schwenkende, intelligent gesteuerte Module blicken in die Kurve, erleuchten die Fahrbahn und blenden bei Dauerfernlicht andere Verkehrsteilnehmer aus dem gleißenden Lichtkegel aus. Das klappt selbst bei widrigen Wetterverhältnissen hervorragend – einmal einschalten, und es ist und bleibt hell, ohne durch übertriebene Adaption hektisch zu wirken. Hektisch – wenn der runderneuerte Mercedes eines nicht ist, dann das. Wer immer schon eine E-Klasse wollte, wird sie weiter mögen, für alle anderen gibt es – neben der modifizierten Optik – nun ein paar frische Argumente, die für sie sprechen. Findet auch unser Test-Kombi E 200 T und entlässt uns beim Weggehen mit einem tiefenentspannten Seufzer seiner Airmatic-Luftpolster.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-04-16

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