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Testbericht

1. Oktober 2013
So manch einer schüttelt beim Anblick dieser beiden extrovertierten Limousinen vielleicht den Kopf und steigt lieber in einen Audi A4 ein. Andere wiederum haben sich an 08/15-Typen sattgesehen und Lust auf was Anderes. Schon bekannt und voll im Trend: der 4,63 Meter lange Mercedes CLA – im Prinzip eine A-Klasse mit Stufenheck. Nun gesellt sich mit der Neuauflage des Lexus IS eine hinterradgetriebene Alternative aus Japan hinzu, die mit ihrem sportlich-aggressiven Auftritt selbst einen Audi RS4 brav aussehen lässt. Während der Mercedes CLA 250 mit seinem 211PS starken Zweiliter-Turbobenziner und einem etwas nervös agierenden Doppelkupplungsgetriebe vergleichsweise konventionell angetrieben wird, geht es unter der Haube des IS 300h deutlich spannender zur Sache. Das h steht schließlich für Hybrid, und so arbeitet im Bug des Lexus ein 2,5-Liter-Saugbenziner mit 181PS im Verbund mit einer 143PS starken E-Maschine. Über ein stufenloses CVT-Getriebe gelangt die Kraft schließlich an die Hinterachse. Die zugehörigen Energiespeicher sitzen unterhalb des 450 Liter fassenden Kofferraums, weshalb der Lexus 288 Kilo schwerer ist als der Mercedes CLA.

Mercedes CLA ist flotter und durstiger Je nach Fahrsituation laufen die Aggregate zusammen oder getrennt, bis rund 30km/h ist auch rein elektrisches Fahren (EV) möglich. Über ein Drehrad obliegt es dem Fahrer, zwischen EV, Eco, Normal und Sport zu wählen. Zudem kann er über Schaltwippen hinter dem Lenkrad virtuell die Gänge wechseln oder die rekuperierende Motorbremse in sechs Stufen steigern. Das alles funktioniert einwandfrei und erfordert kaum Übung. Lediglich mit dem häufigen Hochdrehen des Benziners auf über 4.000 Touren, das immer etwas angestrengt wirkt, muss man sich arrangieren. Umso entspannter geht es aber zu, sobald das Reisetempo erreicht ist. Dann schaltet sich der Benziner kaum merklich zu und wieder ab, während der E-Motor mit seinen 300 Newtonmeter Drehmoment für Schub und damit für Ruhe im ohnehin gut gedämmten Innenraum sorgt. Und die Fahrleistungen? Trotz der nominell geringeren Leistung fährt der temperamentvolle Mercedes CLA dem schweren IS locker davon. Null-Hundert erledigt der Fronttriebler beispielsweise in sportlichen 7,1 Sekunden, und 160km/h erreicht er schon zehn Sekunden später. Der Lexus nimmt sich mit 8,9 und 21,4 Sekunden bedeutend länger Zeit, und bei 200km/h läuft er gar in den elektronischen Begrenzer. Angesichts der Mach-frei-die-Spur-Optik kann das schon mal für verwunderte Blicke sorgen. Den Lexus-Piloten dürfte das aber nicht weiter stören – weiß er doch, dass sein Hybrid deutlich sparsamer ist. Im Schnitt genügten 7,5 Liter auf 100 km, wobei auch ein Verbrauch um sechs Liter leicht einzufahren ist. Der Mercedes CLA 250 erwies sich mit einem Testverbrauch von 8,7 L/100 km als erheblich durstiger.

Mercedes CLA ist teurer Lobenswert: Trotz des Aufwands für die spritsparende Hybridtechnik ist der Lexus mit einem Grundpreis von 36.700 Euro rund 2.000 Euro günstiger als ein Standard-Mercedes CLA 250. Da der IS im Test aber in der 9.200 Euro teureren F-Sport-Version anrollt, fällt sein Preis mit 45.900 Euro entsprechend heftig aus. Ausstattungsbereinigt reduzieren sich die Mehrkosten im Vergleich zum Mercedes CLA Urban aber auf rund 2.500 Euro. Denn während Mercedes CLA selbst für eine Klimaautomatik noch 600 Euro extra kassiert, wartet der Lexus mit LED-Scheinwerfern, beheizten Sportsitzen, Rückfahrkamera und 18 Zoll großen Leichtmetallrädern auf. Nicht zu vergessen: das Sportfahrwerk inklusive adaptiver Dämpfer. So gibt sich der IS wahlweise angenehm straff, ohne seine Insassen beständig durchzurütteln, oder bei Bedarf nochmals härter. In beiden Fällen liegt der Hecktriebler satt auf der Straße, lenkt dank einer präzisen Lenkung zielgenau ein und bietet auch bei höheren Geschwindigkeiten einen stabilen Geradeauslauf. Der weicher abgestimmte Mercedes CLA fängt mehr Stöße ab, ermöglicht aber im Zusammenspiel mit seiner indirekteren Lenkung längst nicht so flotte Kurvenfahrten. Zudem sind die Vorderräder nicht frei von Antriebseinflüssen. Angemerkt sei hier, dass der Mercedes CLA nicht mit dem serienmäßigen Sport-, sondern mit dem Komfortfahrwerk sowie 17-Zoll-Rädern (Serie 18-Zöller) angetreten ist. Ansonsten sähe die Komfortwertung des Lexus vermutlich noch besser aus.

Lexus mit mehr Platz, aber schwachen Bremsen Klar im Vorteil liegt er ohnehin beim Platzangebot. Obwohl sich die Außenabmessungen ähneln, bietet der 4,67 Meter lange IS seinen tiefer sitzenden Insassen rundum deutlich mehr Kopf- und Beinfreiheit. Sicher mit ein Grund: der zehn Zentimeter längere Radstand. Zudem fallen die Sitze im Mercedes CLA spürbar schmaler aus, während der Lexus mit sehr bequemen und seitenhaltstarken Sesseln lockt. Angesichts dessen kann man sich selbst mit dem ungewohnt zerklüfteten und ablagearmen, aber solide gefertigten Cockpit anfreunden – auch wenn der Mercedes CLA mit seiner übersichtlichen Mittelkonsole die Kennenlernphase deutlich verkürzt. Über einen fernreisetauglichen Kofferraum verfügen hingegen beide (450 und 470 Liter). Bleibt ein Manko des Lexus: seine mäßig zupackenden Bremsen. Werte um die 40 Meter sind heute nicht mehr zeitgemäß. Schon gar nicht bei einem so sportlichen Auto.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-10-01

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