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Testbericht

27. März 2011

Irgendwann wird jemand über den 26. März 2011 schreiben: "An diesem Tag starb der klappbare Navi-Bildschirm bei Mercedes." Denn wenn die C-Klasse an jenem Tag in ihren zweiten Frühling startet, bewegt sich auf ihrem Armaturenträger nichts mehr. Stattdessen duftet es nach CLS – vom größeren Bruder übernimmt sie die schicken Rundinstrumente und den integrierten Zentralbildschirm, der hier einen Tick näher zum Fahrer gerückt ist. Überhaupt wandelt sich das bislang arg schlichte Interieur der Mercedes C-Klasse zu einem Wohlfühlbereich, der nunmehr hundertprozentig zum Kaufpreis passt – von der silberfarbenen Schalterleiste bis zum Dekorstreifen über dem Handschuhfach reichen die Augenschmeichler.

C-Klasse mit deutlich hochwertigerem Interieur Umgeben von unterschäumten Kunststoffen, die sich akkurat aneinanderfügen, lässt man die Alu-Drehrädchen auf der Mittelkonsole der Mercedes C-Klasse klicken, umfasst das griffige Nappaleder-Lenkrad mit serienmäßiger Multifunktion und braucht kein Bordbuch, um die Bedienung zu begreifen. Zeitgemäß stehen reichlich Assistenzsysteme zur Verfügung. Die Schutzengel halten die Mercedes C-Klasse durch gezielte Bremseingriffe in der Spur, überwachen die Toten Winkel, blenden Verkehrszeichen ein, halten radargesteuert Abstand, übernehmen das Auf- und Abblenden und können eine Notbremsung einleiten. So sicher war die Mercedes C-Klasse noch nie – vorausgesetzt, man investiert insgesamt über 3.500 Euro zusätzlich. Mit 4,61 Metern zählt die Mercedes C-Klasse mittlerweile schon zu den Zwergen der Mittelklasse; sogar ein VW Jetta überragt sie, was die unveränderte Platzverteilung erklärt: vorn reichlich, hinten ausreichend, im Kofferraum Klassendurchschnitt (T-Modell 485 bis 1.500 Liter). Sie sind größer als 1,85 Meter? Dann könnte es hinten eng werden. Hoher Abrollkomfort Beim Federungskomfort ist die Mercedes C-Klasse großzügiger. Die Tage, in denen sie schon im Serientrimm den sportlichen Konkurrenten Audi A4 und BMW 3er nacheiferte, sind vorbei. Stattdessen besinnt sie sich mit überarbeiteter Fahrwerksabstimmung noch mehr auf eine traditionelle Mercedes-Stärke: den Reisekomfort. Allen voran die Version Elegance mit Serien-Bereifung und -Fahrwerk, die nun besonders flauschig abrollt. Einen Hauch straffer stellt Mercedes die Basis Classic ein, sportlich wie bisher federt das Avantgarde-Paket der Mercedes C-Klasse (Stern im Kühler statt auf der Alu-Motorhaube). Deutlicher wird der Unterschied mit dem 453 Euro teuren Sportfahrwerk, das die Karosserie 15 Millimeter tieferlegt und dem Fahrer eine direktere Lenkung beschert. Luxuriös ist die Version mit verstellbaren Adaptivdämpfern, die auf Knopfdruck zwischen Sofa und Hantelbank wechselt – passend dazu ändern auch Lenkung und Drehmomentwandler ihr Temperament (ab 786 Euro).

Siebengangautomatik kostet 2.499 Euro extra Das Automatikgetriebe der Mercedes C-Klasse besitzt nun bei allen Motorisierungen sieben Stufen, was die 2.499 Euro Aufpreis bei den Vierzylindern nur leicht erträglicher macht. Ausnahme: Der Mercedes C 250 verzichtet bereits serienmäßig auf ein Kupplungspedal. Sein Dieselbruder, der C 250 CDI mit hochaufgeladenem Biturbo, nagelt im Kaltstart unfreundlich, macht dafür schon ab 1.600/min mit 500 Newtonmeter Drehmoment Laune. Wer es kultivierter mag, wählt den C 220 CDI. Er setzt ebenfalls auf zwei Turbolader, jedoch weniger hohe Drücke, was das Verbrennungsgeräusch senkt. Richtig wuchtig schiebt ab Juni der von uns gefahrene Mercedes C 350 CDI an, dessen Dreiliter-V6 für einen Selbstzünder angenehm schnurrt, während 620 Newtonmeter mit der Tachonadel spielen. Mercedes C-Klasse mit serienmäßigem Start-Stopp-System Zurückhaltender beim Reifenverschleiß und Kaufpreis ist der frisch hinzugekommene C 180 CDI mit 120 PS. Alle Motoren der Mercedes C-Klasse besitzen jetzt Direkteinspritzung und eine überzeugend arbeitende Start-Stopp-Automatik, die sich per Eco-Taste abstellen lässt und vor allem bei den Automatikversionen ihrem Namen gerecht wird: Während Handschalter nach Leerlauf und Auskuppeln verlangen, ehe der Motor verstummt, tritt man hier lediglich aufs Bremspedal. Einen Gasstoß später zieht die C-Klasse schon wieder vorwärts, lenkt passend gefühlvoll ein, schwebt gekonnter denn je über Schlaglöcher hinweg, schaltet sanft hoch und filtert die meisten Fahrgeräusche weg. Es braucht nicht lang, um sich mit diesem Reisekomfort anzufreunden. Am Ende freut man sich, dass die Mercedes C-Klasse sich nun deutlicher von den sportlichen Konkurrenten abhebt und dadurch an Profil gewinnt – auch das wird eines Tages im Geschichtsbuch stehen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-03-27

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