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Testbericht

12. November 2013
Dynamik gegen Design, die neue Mercedes A-Klasse gegen den lifestyligen Volvo V40. Ganz bewusst will Mercedes junge, sportliche Fahrer ansprechen und verweist die eher praktisch orientierten auf die geräumigeren B-Modelle. Volvo hat sich mit dem V40 dem Design verschrieben und versucht so, auch anspruchsvollere Kunden zu gewinnen. In der jeweiligen Basismotorisierung (als 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 122 respektive 120PS) sind sie gleich stark, in vergleichbaren Ausstattungen – der Volvo als Momentum zu 25.150 Euro, der Mercedes A 180 als Style zu 25.478 Euro – auch fast gleich teuer. Welcher passt zu wem?

Mercedes A 180 mit klassischen Analoginstrumenten Klar, aufgeräumt und übersichtlich präsentiert das Volvo-Armaturenbrett die Drehregler für Klimaanlage und Audiosystem hier auf einem eleganten Holzpaneel. Einen harten Kontrast zum Holz und den schlanken Aluminiumblenden bilden die optionalen, synthetisch wirkenden TFT-Digitalinstrumente im Cockpit, die sich automatisch an unterschiedliche Fahrsituationen anpassen. Dazu wird jeweils die wichtigste Information automatisch ins Blickfeld des Fahrers gerückt. Der diagrammartige Drehzahlmesser darin ist schlicht zu klein, der Navi-Bildschirm daneben tief und blendfrei eingelassen. Mercedes setzt bei Tacho und Tourenzähler des A 180 auf klassische Analoginstrumente. Die Bedienung des Comand-Radionavigationssystems erfolgt über Tasten in der Mittelkonsole und am Multifunktionslenkrad sowie über einen Dreh-Steller in der Mittelkonsole, der iPad-artige Bildschirm wirkt wie nachgerüstet. Keine Klagen gibt’s bei den Sitzen, beide bieten vorn vielfältige Verstelloptionen, ausgeprägte Seitenwangen geben Halt in Kurven. In der Mercedes A-Klasse sitzt man tiefer, sportlicher und fahraktiver; die hohen Rückenlehnen mit integrierten Kopfstützen sowie extrem breite C-Säulen, die kleine Heckscheibe und das tief heruntergezogene Dach erschweren die Sicht nach hinten. Trotz Klapp-Kopfstützen hinten kann das der Volvo V40 kaum besser. Durch großzügigere Türausschnitte findet man jedoch einfacher in dessen Fond als in die beengende und durch ausladende Vordersitze wenig aussichtsreiche Sitzhöhle des Mercedes A 180.

Mercedes und Volvo mit kleinen Kofferräumen Die Kofferräume hinter den teilbaren Rückbänken sind mit 341 (Mercedes A 180) und 335 Litern (Volvo V40) vergleichsweise klein, der Klassenprimus Golf schluckt rund 40 Liter - ein Handgepäckstück – mehr. Einfacher zu beladen ist der Volvo, sein Heckklappenausschnitt ist unten gut 13 Zentimeter breiter. Praxisnutzen ist offensichtlich nicht oberste Priorität der beiden; Dynamik aber auch nicht. 1,6 Liter Hubraum und rund 120PS, das klingt nicht nach sportlichen Höchstleistungen. Doch dank Turboaufladung wuchten beide schon bei niedrigen Tourenzahlen ordentlich Drehmoment auf die Kurbelwelle - Diesel-Dynamik im Benziner. Und die Mercedes A-Klasse liegt vorn, mit 9,3 Sekunden von null auf 100km/h deklassiert sie den Volvo V40 um 1,6 Sekunden. Die Mercedes A-Klasse hängt spontan und druckvoll am Gas, während der V40 eher auf eine glatte, harmonische Leistungsentfaltung setzt. Subjektiv liegen Welten zwischen den beiden, real das um 100 kg höhere Eigengewicht des Volvo sowie seine besonders in den letzten Gängen deutlich längere Getriebeübersetzung. Lang hingegen sind die Wege der wenig präzisen Mercedes-Schaltung; das alternativ zur Handschaltung angebotene Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist hier trotz 2.166 Euro Mehrpreis die bessere Wahl.

Mercedes A 180 mit Sportwagen-Genen Wer erlebt, wie die Mercedes A-Klasse über kurvige Landstraßen tobt, glaubt, Mercedes hätte nie etwas anderes als sportliche Fronttriebler gebaut. Ausgesprochen neutral, mit gutem Grip durch lange Ausfederwege, sensiblen ESP-Eingriffen, ausgewogenem Fahrwerk und direkt ansprechender Lenkung zeigt die Mercedes A-Klasse Sportwagen-Gene. Kurze Fugen und Stöße werden feinfühlig angefedert und weitgehend geschluckt, größere Asphalt-Attacken stoßen gelegentlich bis zu den Bandscheiben vor. Auch der Volvo V40 fühlt sich der Agilität verpflichtet. Doch seine etwas synthetische Lenkung, die deutlichere Untersteuertendenz und sein im Anfedern strafferes, weniger gripstarkes Fahrwerk zeigen, dass seine Stärken eher im entspannten Cruisen liegen. Im Federungskomfort liegt die Mercedes A-Klasse somit knapp vorn, der Volvo kann’s dafür akustisch besser: Und zwar mit deutlich leiserem Abrollen, weniger aufdringlichen Windgeräuschen und nur schwach hörbarem Triebwerk. Seine lange Endübersetzung macht ihn auf der Autobahn zwar etwas träger, senkt aber sowohl das Geräusch als auch - zumindest theoretisch - den Verbrauch. Ein Effekt, der sich im Test nicht nachvollziehen ließ: Hier gönnte sich der V40 im Testmittel 7,3 Liter Super auf 100 km, der leichtere Mercedes A 180 mit 7,1 Liter etwas weniger. Besonders zurückhaltende Fahrer kommen auch mit 5,7 beziehungsweise 5,6 Litern aus. Sparsamer, dynamischer, sportlicher, das ist also die Mercedes A-Klasse. Mit Laufkultur, Ruhe und luftig-skandinavischem Design kontert der Volvo. Wer darüber hinaus eine überragende Serien-Sicherheitsausstattung mit vielen Assistenten erwartet, wird enttäuscht. Die ist - wie beim Mercedes - nur gegen deftigen Aufpreis zu haben.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-11-12

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