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Testbericht

29. Mai 2010

Was ist die Kompaktklasse stark geworden: Ihre neuen Alphatiere lassen zwischen 250 und 300 PS auf die Vorderräder los - und damit sogar den VW Golf GTI mit immerhin 210 PS blass aussehen. Dabei schwärmen heute noch viele von den 110 PS des Ur-GTI, des Vorbilds aller Rabauken. Dagegen nimmt sich dessen Leistung fast schon bescheiden aus.

VW Scirocco: Ein Golf im Coupé-Kleid Um sich gegen Übergriffe auf die Leistungs-Führerschaft zu wehren, schickt VW deshalb einen deutlich stärkeren Vertreter in den Ring: den Scirocco R mit 265 PS ab 33 475 Euro. Er verteidigt die Ehre gegen den Renault Mégane Coupé RS (250 PS, 26 650 Euro). Der VW Scirocco ist quasi ein Golf im Coupé-Kleid. Dass der breitschultrige Volks-Angaser fünf PS weniger als der VW Golf R leistet, darf vernachlässigt werden. Zumal es in diesem Vergleich nicht ausschließlich darum geht, wer sich am besten in Kurvenpose schmeißt; in diesem Wettkampf geht es darum, Sportlichkeit auf Erstwagen-Niveau zu bieten.Allerdings sollte jedem Interessenten bewusst sein, dass der VW Scirocco wie auch der Renault Mégane waschechte Coupés sind - mit allen Auswirkungen auf die Platzverhältnisse im Innenraum, speziell auf den Rücksitzen. Beide Coupés sind nicht gerade familientauglich Der Renault ist zumindest etwas geräumiger, nimmt zudem mehr Gepäck auf als der VW. Doch konzeptbedingt sind beide nicht gerade familientauglich, bieten hinten sogar Kindern nur bedingt Entfaltungsmöglichkeiten. Erwachsene sollten sich den Fond erst gar nicht zumuten. VW widerstand der Versuchung, den Scirocco R zu monothematisch in Richtung Pseudo-Sport zuzuspitzen. So begnügt er sich mit dominanteren Lufteinlässen vorn und 18-Zoll-Felgen. Am Heck müssen ein markanter Dachspoiler sowie je ein verchromtes Endrohr links und rechts genügen. Innen gefallen vor allem die exzellenten Sportsitze sowie die blau schimmernden Nadeln in den Instrumenten. Da wird schnell klar, dass dieser Top-Scirocco nicht mehr ganz so volksnah kalkuliert sein kann. Das Renault Mégane Coupé vermittelt seinem Piloten viel Fahrspaß Es gibt günstigere Sportler - etwa den Renault. Dass dieser ein Schnäppchen ist, zeigt er allerdings weder innen noch außen. Im Gegenteil: Die Raumgestalter haben dem Renault Mégane die nötige Liebe zum Detail angedeihen lassen. Auch bei der Leistung hat Renault nicht gespart: Der Twin-Scroll-Lader ist ruckzuck auf Touren, und der Zweiliter-Saugrohreinspritzer explodiert geradezu bis an den roten Bereich des Drehzahlmessers. Gut, dass die Pfeile im Display sowie ein Piepton rechtzeitig zum Hochschalten mahnen. Auf topfebenem Belag wie etwa bei Fahrdynamik-Tests liegt der Renault Mégane vorbildlich ruhig und stabil, vermittelt seinem Piloten viel Fahrspaß, obwohl seine Lenkung weder mitteilsam ist noch dem motivierten Motor hinterherkommt - bei schnellen Richtungswechseln bleibt die Servounterstützung kurz weg. Immerhin stören trotz des heftigen Turbo-Einsatzes nur vergleichsweise geringe Antriebseinflüsse. Der VW Scirocco R bietet weit mehr Langstreckenkomfort Seine Souveränität verliert das Renault Mégane Coupé erst, sobald sich Bodenwellen in die Ideallinie werfen. Dann kommt das unnachgiebige Fahrwerk nicht mit dem Federn nach, und der knochentrockene Renault Mégane fängt an zu bocken. Aus dem Fahrspaß wird Arbeit, denn der Renault braucht dann einen Aufpasser am Lenkrad. Schnell wird klar, dass der Langstreckenkomfort um Welten hinter dem des VW zurückbleibt. Auch im Kapitel Fahrsicherheit liegt der VW Scirocco mit seiner kaum zu erschütternden Stabilität vorn. Das Fahrwerk ist nahe an der Perfektion, bietet begeisternde Dynamik - doch weniger erlebbare Dramatik als der Renault Mégane. VW stattet den Scirocco nicht nur mit unnachgiebigen Bremsen aus, sondern bietet optional dreifach verstellbare, adaptive Stoßdämpfer an (945 Euro). Damit sichern sich die Wolfsburger im Komfort-Modus die Federungs-Hoheit, zudem tönen Fahrgeräusche im VW-Innenraum etwas leiser. Der VW Scirocco R begeistert mit seiner Präzision Seinen minimalen Rückstand in der Beschleunigung macht der VW Scirocco R beim Durchzug mehr als wett, rennt bei freiem Auslauf zudem einen Hauch schneller. Was Sportfahrer allerdings noch mehr begeistern dürfte, ist die Präzision des VW. Seine Lenkung gibt traumwandlerische Rückmeldung, der Schaltstock ist wunderbar exakt geführt, und die Reifen beißen sich unnachgiebiger als beim Renault in den Asphalt. Zum möglicherweise entscheidenden Konter setzt der Renault Mégane mit seinem konkurrenzlos günstigen Preis an. Doch schon bei den Monatskosten samt Wertverlust herrscht wieder ein Patt, bei den Benzinkosten brilliert der sparsamere Scirocco - und zieht damit am Ende für den Mégane unerreichbar davon.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-05-29

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