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Testbericht

25. April 2009

Man darf wohl annehmen, dass das Automobil kurz vor seiner endgültigen Perfektionierung steht, wenn die Entwicklung schließlich Innovationssprünge wie die zweistufige Lautstärkeregelung für den Blinkerton hervorbringt. So eine hat der neue Mazda 3.

Mazda 3 mit eingeschränktem Raumangebot Doch selbst wenn er nun auf Wunsch beim Richtungswechsel leisere Töne anschlägt, kommt der Mazda 3 nicht gerade verschüchtert daher. Mit 4,46 Meter Länge überragt der Mazda 3 seinen schon stattlichen Vorgänger um 4,5 Zentimeter und damit die Grenzen der Kompaktklasse. Zum Vergleich: Ein Opel Zafira ist nur sieben Millimeter länger. Aber was macht der Mazda nur mit den ganzen Metern? Die betont dynamische Form seiner Karosserie lässt schon erwarten, dass sie innen keine Raumwunder vollbringt. Doch das Platzangebot im Mazda 3 unterbietet die Erwartungen. Haben sich die Passagiere durch die schmalen Türen in den Fond geschlängelt, finden sie dort nicht mehr Platz als in einem Skoda Fabia - und der ist fast einen halben Meter kürzer. Kleinwagenverhältnisse auch im Kofferraum des Mazda 3, zumindest wenn - wie im Testwagen - das optionale Bose-Soundsystem installiert ist. Es kostet 930 Euro und tauscht guten Klang gegen 40 Liter Volumen. Asymmetrisch geteilt klappbare Rücksitzlehnen bleiben die einzige Möglichkeit, den 300 Liter kleinen Laderaum des Mazda 3 zu vergrößern: Ausgefallenere Variabilitätstricks beherrscht der Mazda 3 nicht. Zumindest Pilot und Co. bringt der Mazda ungedrängt unter, wobei die sanft ansteigenden A-Säulen, die seitlich eingezogene Dachlinie und die kleinen Glasflächen aufs Raumgefühl drücken. Ansonsten passt es im solide und klassengemäß zusammengesteckten Cockpit. Einfache Bedienung im Mazda 3 Anders als beim seit 2003 gebauten Vorgänger lassen sich alle Funktionen rätselfrei bedienen - mit einer Ausnahme: Das optionale Navigationssystem kann nur über ein zeitraubendes Gefummel an Lenkradtasten programmiert werden. Ansonsten empfiehlt sich das mit 720 Euro Aufpreis günstige Gerät durch genaue Routenführung und den kleinen, aber gut positionierten Monitor als günstige Festeinbau-Alternative für alle, die sich kein Saugnapf-Nachrüstnavi an die Scheibe patschen wollen.

Viele Extras sind Serie Es gehört zu den wenigen Extras, die es für den Mazda 3 überhaupt gibt. Schon in der Basisversion Prime-Line stattet ihn Mazda umfangreich und nun auch serienmäßig mit ESP aus. In der getesteten, 2.600 Euro teureren Version High-Line wird die Sicherheitsausstattung durch eine Reifendruckkontrolle und einen Spurwechselassistenten mit Totwinkel-Warnung ergänzt. Der überwacht die Spuren hinter dem Auto mit zwei Mikrowellen-Radarmodulen und meldet Fahrzeuge, die sich von hinten ungesehen nähern, erst durch Leuchtsignale im Außenspiegel. Und schlägt mit grellem Gebimmel Alarm, wenn der Pilot den Blinker betätigt, um dennoch die Spur zu wechseln. Gleiche Plattform für Mazda 3 und Ford Focus Anders als beim früher getesteten Mazda 6 Sport Kombi verzichtet das früh reagierende System auf Fehlalarme und kann im Mazda 3 überzeugen. Zum hohen Sicherheitsniveau passt die im Vergleich zum Vorgänger erheblich verbesserte, standfeste und energische Verzögerung: Benötigte der erste Mazda 3 aus Tempo 100 mit warmer Bremsanlage noch 45 Meter Anhalteweg, steht der neue bereits nach 38. Trotz des inzwischen etwas zerrütteten Familienverhältnisses zwischen Mazda und Ford - die Amerikaner reduzierten ihre Beteiligung an dem japanischen Hersteller im letzten Herbst von 33 auf 13 Prozent - teilt sich der Mazda 3 die Plattform mit dem Ford Focus , und ähnlich wie bei diesem ist das aufwendige Fahrwerk mit McPherson-Vorder- und Multilenker-Hinterachse klar auf Dynamik abgestimmt.

Mazda 3 Fond-Passagiere werden durchgeschüttelt Zusammen mit der präzisen und direkten elektro-hydraulischen Servolenkung beschert das dem Mazda 3 ein sportliches Handling. Er stürzt sich gierig in Kurven, schiebt im Grenzbereich nur sanft über die Vorderräder und lässt sich auch von provozierten Lastwechseln allenfalls zu sachtem Heckzucken verleiten. ESP-Eingriffe braucht es nur selten, und wenn doch, laufen sie sanft und fein geregelt ab. Die hohe Agilität geht allerdings auf Kosten des Komforts. Während die Federung lange Wellen ordentlich wegsteckt, schlagen kurze Stöße fast unentschärft durch - vor allem zu Lasten der Fond-Passagiere, die wegen der straffen Federungsabstimmung an der Hinterachse besonders stark durchgerüttelt werden. Das mindert das Langstreckentalent des Mazda 3, trotz bequemer Sitze und der niedrigen Fahrgeräusche. An denen hat auch der 1,6-Liter-Diesel aus der Ford/PSA-Kooperation, der schon in über zwei Dutzend anderen Modellen Dienst tut, seinen Anteil. Der 109 PS starke Direkteinspritzer mit Rußpartikelfilter treibt den 3 kultiviert, harmonisch und nach einer Anfahrschwäche ab 1.750/min lebendig an. Mit 6,1 Liter/100 km war er im Test sogar genauso genügsam wie im auf besondere Sparsamkeit getrimmten Ford Focus Econetic. Zudem profitiert der Mazda 3 1.6 MZ-CD von der CO2-basierten Kfz-Steuer. Weil ihm offiziell nur 119 g CO2/km entfleuchen, fällt nur der Sockelbetrag an - macht bei 1,6 Liter Hubraum 152 statt wie bisher 247 Euro im Jahr. Aber solche Sparsamkeit gehört derzeit zum guten Ton, um den sich der Mazda 3 ja sogar beim Blinken bemüht.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-04-25

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