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Testbericht

Alexander Bloch, 17. Dezember 2007

Der Gran Turismo wäre eben kein echter Italiener, wenn er einen nicht direkt bei den Emotionen packen würde. Sportlich tief kauert der Pilot im Cockpit. Exakt 87,3 Zentimeter Schnauze bauen sich vor ihm auf. Wer vorwärts einparkt, sieht vom Ende der Front so viel wie vom Espresso in einem Cappuccino. Die azurblauen Instrumente, das griffige Lenkrad mit den Vollmetall-Paddeln und das lecker duftende Poltrona-Frau-Leder der etwas zu breiten Sportsessel erheben einen direkt in den Interieur-Himmel. Auf die tief liegenden Fondplätze passen sogar Erwachsene. Mit klaffenden Dachverkleidungen, einer schlecht entgrateten Plastik-Dekorleiste, dem eigenwilligen Infotainmentsystem und dem Tchibo-Chromrand der Analoguhr wird man aber wieder auf italienische Weise geerdet.

 

Das ursprünglich von Ferrari entwickelte 405 PS starke 4,2-Liter-Triebwerk gibt sich erst gar nicht die Mühe, besonders seidig zu wirken. Es verbläst mit seinem sexy-schmutzigen Ton für einen kurzen Augenblick jede Klimawandel-Depression. Wenn der Asphalt trocken wie ein Barolo von Gaja ist, stürmt der GT in artgemäßen 5,4 Sekunden auf Tempo 100. In 19,9 Sekunden fällt die 200er-Marke, und zwischendurch lädt der Sechsgang-Wandlerautomat der Zahnradfabrik Friedrichshafen, fast unmerklich einen Gang nach dem anderen nach. Dazu tönt noch etwas Zwischengas beim Runterschalten.

 

Der Name "Gran Turismo" passt

Für harte Wintermomente drückt der clevere Fahrer den Ice-Knopf und sperrt damit nicht nur den ersten Gang, sondern verschiebt auch die Gangwechsel auf maximal 3.000/min. Ein Druck auf "Sport" und das Ganze findet erst jenseits von 7.000 Touren statt, mit spürbar schnellerer Gasannahme. Das hintere Drittel des GTs neigt auch bei eingeschaltetem ESP und sportlicher Kurven-Fahrweise mit Vergnügen dazu, nach außen zu driften. 1.922 Kilogramm Gewicht lasten schwer auf großen Handling-Ambitionen, drücken jedoch gleichzeitig mit Erfolg lange Bodenwellen weg. Nur fiese kleine Unebenheiten stören das Komfortidyll bisweilen unfreundlich. Was aber nichts daran ändert, dass sein Name Gran Turismo - großer Reisender - passt. Viel besser als kleiner Raser.

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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-12-17

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