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Testbericht

6. August 2009

Die erste Bekanntschaft mit dem jüngsten Hybrid- Modell der Toyota-Tochter Lexus versumpft im Feierabendverkehr rund um Stuttgart. Nach dem Motto "Hier stehen alle, die immer hier stehen" quält sich eine gewaltige Autoschlange Richtung Süden. Was dem Lexus RX 450h die Gelegenheit gibt, seine Besonderheit zu demonstrieren. Denn normalerweise steigt der Verbrauch, je zäher der Verkehr wird.

Im Stau sinkt der Verbrauc des Lexus RX 450h Die Verbrauchsanzeige des Lexus RX 450h-Bordcomputers, die beim Start in der Stadtmitte noch deutlich über zehn Liter als Durchschnitt bekannt gegeben hat, kommt ganz im Gegensatz dazu bei der kontinuierlichen Neuberechnung auf immer niedrigere Zahlen. Als sich das Stopp-and-go-Fiasko aufzulösen beginnt, erfreut den Fahrer ein Durchschnittsverbrauch von nur noch 9,2 Liter/100 Kilometer. Warum das so ist? Weil der kräftige vordere Elektromotor, der mit 123 kW dem Sechszylinder-Benziner beisteht, unter diesen Bedingungen den Löwenanteil zum Vortrieb beisteuert. Nur zwischendurch springt die Haupt-Antriebsquelle kurz an und liefert wieder frischen Strom für die Batterie. Der Lexus RX 450h zeigt nicht nur im Stau Öko-Talente Es muss nicht immer Stau sein, um die Öko-Talente des Lexus RX 450h zum Vorschein zu bringen. Weil er in erster Linie für den amerikanischen Markt konstruiert ist, genügt es, sich so fortzubewegen, wie es Mr. und Mrs. Anybody tun: mit ebenso mäßiger wie gleichmäßiger Geschwindigkeit, die in Kolben- und Elektromotor schlummernde Power nur ab und zu für einen kurzen Zwischenspurt zum Überholen nutzend. Sich daran zu halten, unterstützt der Lexus RX 450h allein schon mit dem großen Rundinstrument, das links neben dem Tachometer sitzt und nur auf den ersten Blick so aussieht, als sei es ein Drehzahlmesser. Öko-Erziehung über Rundinstrumene im Lexus RX 450h In Wirklichkeit zeigt die Nadel an, ob man sich im verbrauchstechnisch günstigsten Bereich aufhält. Tritt man aufs Gaspedal, verlässt sie sofort das grüne Feld der Ökologie und schnellt in das Segment Power. Die Erziehung klappt: Der Fuß zuckt zurück, wir wollen’s ja grün. Wer so fährt, kommt mit dem Lexus RK 450h auf höchst respektable Verbrauchswerte. Unter die Zehn-Liter-Grenze zu rutschen, bedeutet noch nicht einmal eine nervende Deckelung des eigenen Temperaments - man ist flott unterwegs und darf auf der Landstraße durchaus ab und zu einem Trödler zeigen, dass man insgesamt 220 Kilowatt, entsprechend 299 PS, in Reserve hat. Im Lexus RX 450h arbeiten zwei Elektromotoren Der Lexus RX 450 h besitzt neben dem Elektromotor , der auf die Vorderachse wirkt, noch einen zweiten, der einen unabhängigen 50 kW-Hinterradantrieb darstellt. Der schaltet sich nur zu, wenn es an Traktion mangelt. Aber er liefert als Generator ebenfalls Strom an die Nickel-Metallhydrid-Batterie, deren Kapazität ausreicht, um im Stadtverkehr beachtliche Strecken rein elektrisch zurückzulegen. Die Bedingungen für den Verbrauch nach ECE-Norm begünstigen den Hybriden, was zu einem Fabelwert von nur 6,3 Liter auf 100 km führt. Davon darf man sich in der Praxis getrost verabschieden. Der Testverbrauch von 10,9 Litern auf 100 Kilometer erscheint dennoch respektabel für ein höchst stattliches Automobil, das mit generösem Platzangebot, luxuriöser Ausstattung und einem Leergewicht von 2191 Kilogramm deutlich macht, dass es keineswegs einen Müsli-Transporter für hartleibige Ökos darstellt.

Bei schneller Fahrweise schluckt der Lexus RX 450h mehr als ein Diesel Ebensowenig ist der Lexus ein Auto für Menschen, für die Leistung nur zählt, wenn sie heftig genutzt wird. Volle Pulle auf der Autobahn untergräbt den Hybrid-Gedanken und lässt den Verbrauch deutlich über das Niveau ansteigen, das wir von konkurrierenden Diesel-Modellen kennen. Denn dann leistet der Verbrennungsmotor die Hauptarbeit, und dessen Konsum wird physikalisch korrekt in Liter pro PS und Stunde gemessen. Die PS in der Formel sagen eindeutig: Leistung hat ihren Preis. Das Zusammenspiel von Elektro- und Benzinantrieb funktioniert, wie wir das von Lexus gewohnt sind, sehr gut - wenn auch nicht mit der leisen Geschmeidigkeit, die den großen V8-Hybriden zu eigen ist. Die Anstrengungen des Lexus RX450h sind zu hören In der Laufkultur hat der V6 des Lexus RX 450h ( der Lexus RX 450h im Fahrbericht ) klare Defizite: Wenn er sich anstrengen muss, hört man das. Bei hohen Drehzahlen wird er laut. Das Motorengeräusch ist auch deshalb gewöhnungsbedürftig, weil das stufenlose Automatikgetriebe die übliche Korrelation zwischen Geschwindigkeit und Drehzahl verhindert. Bei voller Beschleunigung beispielsweise verharrt die Drehzahl nahezu konstant im oberen Bereich - der Lexus RX 450h legt mit der heulenden Monotonie einer Straßenbahn Tempo zu. Man kann das Getriebe mit dem Wählhebel auch manuell schalten - dann gibt es vorprogrammierte Gangstufen. Der subjektive Fahreindruck wird dadurch konventionellen Autos ähnlicher, aber dafür büßt man den Komfort der Vollautomatik ein.

Innenraum-Komfort des Lexus RX 450h teilweise mit Defiziten Apropos Komfort: Der Lexus RX 450h hat da mit seiner sehr wirkungsvollen Klimaanlage und einem hochwertigen Soundsystem einiges zu bieten. Aber in manchen Punkten, die den Umgang mit einem Auto angenehm machen, gibt es Defizite. Beispiel Bedienung. Da haben sich die Lexus-Techniker etwas Neues ausgedacht: Das Bildschirmmenü wird wie beim heimischen Computer über eine Maus gesteuert. Mit der sind wir vertraut - aber ein Auto ist nun einmal kein Schreibtisch. Die korrekte Platzierung des Cursors gerät zu einer stark ablenkenden Fingerspitzen-Fummelei. Vor allem, wenn Erschütterungen durch die Fahrbahn hinzukommen. Lexus hat Nachholbedarf Und die gibt es reichlich im Lexus, dessen Federung auf kurze Unebenheiten nur sehr unwillig anspricht und auf langen Wellen für heftige Vertikalbewegungen sorgt. Das ist wenig zeitgemäßer Komfort und damit ein krasser Gegensatz zu der Zukunftstechnologie des Antriebs. Auch die vergleichsweise langen Bremswege beweisen, dass Lexus im Bereich der klassischen Auto-Technik Nachholbedarf hat. Auf der Habenseite stehen immerhin ein sicheres, sehr gutmütiges Fahrverhalten sowie eine gute Traktion, so dass über der alle Aspekte berücksichtigenden Wertung letztendlich vier Sterne funkeln.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-08-06

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