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Testbericht

24. Juni 2008

Im Passat Variant 2.0 TDI 4Motion wird die beliebteste Karosserie-Variante mit einem Allradantrieb kombiniert. Der von Pumpe-Düse- auf Common-Rail-Einspritzung umgestellte, konventionell quer eingebaute Zweiliter-Diesel bringt es nach wie vor auf 140 PS und 320 Nm. Vorteil Subaru: Der ebenfalls zwei Liter große Boxer-Diesel leistet nicht nur zehn PS mehr, er ist mit 350 Nm auch kräftiger.

Und das nicht nur auf dem Papier, wie die Messwerte zeigen. Sowohl in der Beschleunigung als auch im Durchzug zeigt der Subaru dem VW die beiden Auspuffendrohre. Dabei hat der Legacy mit seinem Fünfgang-Getriebe bei den Elastizitätsmessungen nur scheinbar einen Vorteil, denn sein fünfter Gang ist praktisch genauso lang übersetzt wie der sechste beim Passat. Trotzdem nimmt ihm der Legacy über zwei Sekunden beim Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h im jeweils letzten Gang ab. Der Boxer-Diesel hat zudem in allen Bereichen genügend Kraft, um die größeren Übersetzungssprünge locker zu verdauen, so dass man einen sechsten Gang nicht wirklich vermisst.

Antriebskapitel geht an Japan

Gegen den auch subjektiv temperamentvollen Subaru wirkt der Passat so, als laufe er mit angezogenem Zügel. Im Vergleich zu den Pumpe-Düse-Aggregaten ist die Leistungsentfaltung zwar gleichmäßiger, aber der Punch blieb auf der Strecke. Zudem läuft der TDI-Motor akustisch und mechanisch immer etwas kerniger als der sehr kultivierte Boxer mit seinem perfekten Massenausgleich, der sogar noch etwas sparsamer ist. Selbst die leichte Anfahrschwäche und das Kaltstartnageln ändern nichts daran, dass das Antriebskapitel an den Diesel-Newcomer aus Japan geht.

Der Passat kontert mit innerer Größe, die vor allem als Kombi kaum den Wunsch nach mehr Raum aufkommen lässt. Das gilt gleichermaßen für das üppige Gepäckabteil wie für den großzügigen Innenraum. Im Variant haben die Passagiere fühl- und messbar mehr Platz, besonders in der zweiten Reihe geht es in Sachen Bein- und Kopffreiheit viel luftiger zu als im Legacy. Außerdem reist man im Passat dank größerer Sitztiefe und aufrechter Haltung entspannter. Die niedrig montierte Rückbank im Subaru ist zwar bequem gepolstert, bietet aber eine zu geringe Oberschenkelauflage und zwingt zu einer auf Dauer wenig komfortablen Sitzhaltung mit stark angewinkelten Beinen.

Subaru: Zu wenig Zuladung für einen Mittelklasse-Kombi

Kritik muss sich der Subaru ebenso wegen der geringen Zuladung gefallen lassen: 425 Kilogramm sind eindeutig zu wenig für einen ausgewachsenen Mittelklasse-Kombi. Auch in Sachen Anhängelast - gerade bei Allradmodellen ein wichtiges Kriterium - zieht der Subaru mit 1.700 zu 2.000 Kilogramm den Kürzeren. Positiv fällt dagegen die gute Übersichtlichkeit der Karosse auf. Der Legacy gehört dank seiner niedrigen Fensterlinie und guter Sicht nach hinten zu den wenigen Autos, die man auch ohne Piepser sicher einparken kann.

Nicht mit Ruhm bekleckern sich beide Probanden beim Bremsen auf rechts und links unterschiedlich griffiger Fahrbahn (μ-split). Sie bleiben zwar sicher beherrschbar in der Spur - der Subaru mit leichten Lenkkorrekturen -, die Bremswege sind aber viel zu lang. Besonders beim VW, der über die 150 Meter lange Testbahn hinausrutscht. Hier muss VW nachbessern.

Erstlingswerk gegen Platzhirsch

Vor allem wegen des auf Anhieb gelungenen Erstlingswerks in Sachen Diesel schlägt sich der Legacy respektabel gegen den Platzhirsch Passat. Auch bei Komfort und Fahreigenschaften kann der Subaru dem VW Paroli bieten, während er bei der verfügbaren Sicherheitsausstattung Lücken aufweist und wertvolle Punkte verliert.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-06-24

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