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Testbericht

Sebastian Renz, 11. Oktober 2008

Das hauseigene Designstudio Centro Stile entwarf für den Delta eine markante, sehr auffällige Form, die aus jeder Perspektive formale Extravaganz versprüht. Im Alltag hat die fließende Karosserie mit dem wuchtigen, hohen Heck jedoch einige funktionale Nachteile - die wegen der langen, nicht einsehbaren Motorhaube und den dicken D-Säulen schlechte Übersichtlichkeit etwa oder die hohe Ladekante. Andererseits sorgt der lange Radstand für ein Raumangebot, das deutlich über dem Niveau der Kompaktklasse liegt.

Qualität kaum premiumverdächtig

An den teils sehr einfach wirkenden Materialien und der kaum premiumverdächtigen Qualität ändert sich nichts. Beim Testwagen war sogar schon nach ein paar Kilometern der Schaltknauf lose. Also besser die Basis mit ein paar Extras aufrüsten: dem gut funktionierenden Spurhalteassistenten für 500 Euro etwa, dem sehr nötigen Parkpiepser hinten für 370 Euro oder den Xenon-Scheinwerfern mit adaptivem Kurvenlicht für 850 Euro.

Obwohl sein höchstes Drehmoment von 300 Nm schon bei 1.500 Umdrehungen anliegt, kommt der Diesel nur zögerlich auf Touren. Da muss man eben feinfühlig mit Gas und Kupplung umgehen und das knorpelige, lang übersetzte Sechsganggetriebe bemühen, um den Vierzylinder bei Laune zu halten. Leicht hat er es mit dem leer knapp 1,5 Tonnen schweren Delta jedoch nicht, und so entsprechen die Fahrleistungen nur dem Durchschnitt der Hubraumklasse.

Es regiert Durchschnitt

Das gilt auch für den Verbrauch: Mit 7,4 Liter/100 km liegt der auf dem akzeptablen Niveau des ähnlich großen Volvo V50 1.6 D. Mit der wilden Zeit scheint der Delta abgeschlossen zu haben, Lancia wohl noch nicht ganz. Denn die elektronische Vernetzung von Traktionskontrolle, per Bremseingriff wirkendem Sperrdifferenzial, μ-split-Bremsassistent und Übersteuerkorrektur mit Lenkeingriff wird vollmundig als "absolutes Handling-System" gepriesen. Mit bescheidenem Ergebnis: Der Delta wirkt träge und giert keineswegs nach Kurven, sondern bringt sie schon früh untersteuernd und etwas wogend hinter sich.

Der Delta, der kein Delta mehr sein will, ist auch keiner mehr. Er hat seine alte Identität aufgegeben, aber noch keine neue gefunden. Denn geräumig, günstig, sicher und individuell sind auch andere, und ansonsten regiert höchstens Durchschnitt. Die Ambitionen eines Lancia waren schon mal höher.

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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-10-11

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