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Testbericht

6. Oktober 2008

Die ewige Fehde geht weiter. Mitsubishi Lancer Evolution gegen Subaru Impreza WRX STI. Seit Generationen reiben sich die Rallye-Simulatoren mit bespoilertem Stufenheck leidenschaftlich aneinander. Doch nun ist der Subaru nicht mehr er selbst, tänzelt als gedrungener Kompaktwagen um den Mitsubishi. Niedrigeres Gewicht für bessere Beschleunigung, knappe Abmessungen für höhere Beweglichkeit?

Vielleicht will der Impreza mit großer Heckklappe gar bei bislang verpönten Alltagskriterien brillieren? Kürzer ist er als sein Vorgänger, aber auch schwerer. Keine gute Entwicklung. Immerhin ist sein Gepäckabteil leichter zu beladen und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.216 Liter. Doch der Lancer lässt sich nur kurz auf dem falschen Fuß erwischen, grätscht mit luftigerem Raumgefühl sowie müheloserem Einstieg nach hinten ein, zeigt sich von seiner bürgerlichen Seite: bessere Rundumsicht, klarer ablesbare Instrumente und eine umfangreichere Sicherheitsausstattung. Dem Impreza bleibt nur die passendere Sitzposition dank variabler zu verstellendem Lenkrad. Und leiser ist er, doch das würde er nur verschämt zugeben.

Beide setzen nach wie vor auf heftig aufgeladene Motoren und Allradantrieb sowie seit kurzem auf die gleichen Reifen: Dunlop SP Sport 600. Um auf 295 PS zu kommen, reicht dem Lancer ein Zweiliter-Reihenvierzylinder samt dickem Turbolader.

Laderbefeuert

Der Impreza dagegen stockt auf 2,5 Liter Hubraum und 300 PS auf, was dem ebenfalls laderbefeuerten Vierzylinder-Boxer mehr Drehmoment entlockt (407 statt 366 Nm).

Herr über den effektiven Vortrieb ist nun ausschließlich das permanente Allradsystem. Beim ersten Start kämpft sich der Subaru mühsam aus seinem Turboloch; zu viel Traktion für zu wenig Leistung.

Null bis 100 km/h in 5,6 Sekunden, mit Zugeständnissen erreicht. Gleiches Recht für den Mitsubishi; auch er darf zur Starthilfe auf den rutschigen Untergrund. Sein Reihenvierer packt williger, dreht kultivierter und spielerischer hoch, erreicht die 100 km/h eine zehntel Sekunde früher - und verliert diesen Vorsprung schließlich wegen der ungünstigeren Übersetzung seines Fünfganggetriebes. Dank enger gestufter Sechsgang-Box ist der Subaru über eine Sekunde schneller auf 200 km/h, büßt diesen Vorteil aber wieder beim Durchzug im höchsten Gang ein: Bei niedrigen Drehzahlen taugt der Sechste ausschließlich zum Eindämmen des exorbitanten Spritverbrauchs.

Fahrdynamik-Paradies

Selbst damit ist er in dieser Fahrzeugklasse zu hoch (14,9 Liter auf 100 Kilometer), im Mitsubishi aber geradezu indiskutabel (16,1 Liter), zumal Vollgasfahrten um gut 14 (Lancer) beziehungsweise elf Liter (Impreza) höhere Verbräuche generieren.

Um wieder ins Heute zu finden, reicht Evolution alleine nicht mehr aus; beide Hersteller müssen ihre Konzepte von Grund auf neu überdenken, falls sie wieder als Sportwagen-Gegner ernst genommen werden wollen. In der jetzigen Form ist der Mitsubishi Lancer Evo kein glanzvoller Sieger, sondern einfach nur etwas besser als der Subaru Impreza WRX STI. Eine Empfehlung bleibt er ausschließlich für einen Käuferkreis: die Privatfahrer in der Rallye-Meisterschaft. Nur dort und vor allem auf lockerem Untergrund zeigen die ausgefeilten Allrad-Differenziale ihr einzigartiges Können. Früher waren Evo und WRX Faszinations-Sonderangebote. Heute nicht mehr.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-10-06

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