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Testbericht

21. November 2010

Susten nahe Gotthard-Massiv. An der Schranke zum Pass kommen ernsthafte Zweifel auf, ob ein lange gehegter Wunsch wahr werden kann: das Fahren zwischen Schneewänden - links und rechts Weiß, nach oben nur der unendliche Himmel, blau leuchtend über dem Scheibenrahmen des Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder . So weit die Vorstellung. Doch die Realität malt rechts grauen Felsen, links einen braunen Abhang, und der Horizont suppt im Dunst. Weiße Pracht? Schön wär’s.

Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder behält seine Stoffmütze auf Trotzdem starten wir in den noch gesperrten Teil des Passes. Weiter oben fressen sich gerade die Schneefräsen durch das Eis, bis dort, so das Tiefbauamt des schweizerischen Kantons Uri, hätten wir freie Fahrt. Diese führt ernüchternd lange durch weiß gesprenkeltes Braun. Nie haben wir Serpentinen lustloser erklommen, nie waren 560 PS spaßfreier. Der Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder trägt sogar noch seine Verdeck-Mütze. Sonst reißt er sie sich bei jeder regenfreien Minute vom Kopf. Welchen Schnee wollen die da oben eigentlich wegfräsen? Oder hat eine Schlammlawine den Weg versperrt? Fast wären wir mit dem Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder umgekehrt Biegungen voller Trübsal fliegen in der Halb-Wahrnehmung vorbei. Wir blicken nach links ins Tal und hätten rechts fast ein Schneemäuerchen übersehen. Bremsen, taxieren. Es ist niedrig wie ein Jägerzaun. So flach kann sich der Scheibenrahmen des Spyder gar nicht ducken, dass er nicht darüber hinauswachsen würde. Wir erklimmen im Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder weitere Höhenmeter. Missmutig. Umkehr-Impulse formieren sich, benebeln die Aufmerksamkeit. Nur so kann sich scheinbar plötzlich eine Wand ins Panorama schieben. Majestätisch, haushoch, steil. Wie nachlässig verschalter Waschbeton. Es gibt sie also doch. Wir stellen den Motor ab, steigen aus und staunen. Welche Schneemassen. Ob dieser tonnenschwere Bau nicht einsturzgefährdet ist? Start-Schrei des Zehnzylinders zerfetzt die Stille Bedenken überlagert der nebenan glucksende Wildbach als akustischer Baldrian. Durch eine Wolkenlücke setzt die Sonne ihren Spot auf eine reinweiße Fläche. Sie steht im harten Kontrast zu den grauen Felsblöcken, dem dunklen Asphalt und dem zumindest teilweise blauen Himmel. Wir wollen in diese knautschige Marshmallow-Masse greifen, doch die Fingerkuppen prallen an der harschigen Oberfläche ab. Eis, logisch. Schnee würde wohl kaum stabil genug bleiben, um den Elementen einige Wochen zu trotzen. Zurück ins Auto, Dach öffnen. Der Start-Schrei des Zehnzylinders zerfetzt die Stille, hallt in verzerrten U-Vokalen von der Wand zurück. Er scheint sich nicht darüber bewusst, dass Schallwellen Lawinen auslösen können. Ob ihnen der Gallardo notfalls davonbeschleunigen könnte? Oft ist die befahrbare Spur noch so eng, dass der Außenspiegel seine Signatur in die Wand ritzt und dabei unser Gesicht mit feinen Eiskristallen akupunktiert. Doch Nadelstiche bleiben aus, längst sind die Haut-Nerven vom eisigen Wind betäubt. Es stört nicht - wie beim Skilaufen. Lamborghini Gallardo-Thermometer bekommt volle Aufmerksamkeit Alles ist weiß, der Schnee, das Auto und die Haut - vom Sunblocker. Denn hier oben brutzelt die Strahlung hinterhältig: Man nimmt sie wegen der meist niedrigen Temperaturen nicht wahr. Schon hat der Drehzahlmesser seinen Rang als meistbeachtetes Instrument an das Thermometer im Multifunktions-Display verloren. Im Schatten dümpelte es bei drei Grad, doch nur einige Ecken weiter lässt es die Sonne auf bis zu 20 Grad klettern, und die frostige Nase taut langsam wieder auf. Schmelzwasser rinnt vom Berg herab, treibt eine Drainage unter dem Schnee hindurch und tropft einen Serpentinen-Schwung tiefer auf die Straße. Oder platscht auf die Frontscheibe und kurz danach auf den Kopf. Da kann es sogar ohne Regen im offenen Cabrio feucht werden. Übrigens auch dann, wenn die durchdrehenden Vorderräder Schnee von der Straße in den Innenraum wirbeln - ESP ist abgeschaltet, damit wir nicht im Matsch stranden.

Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder hält die Spur Es geht darum, alle Eindrücke ungefiltert hereinzulassen. Fahren in einem nach oben offenen Kanal, hell und freundlich. Die seitliche Eingrenzung wird nicht wie in einer dunklen Röhre zur Einengung, sondern man nimmt stattdessen das Zielgerichtete einer Eisbahn wahr. Unser Bob heißt Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder und bleibt dank Winterreifen Pirelli P Zero Sottozero und Allradantrieb in der Spur. Tunnelblick einmal positiv: Weil der Weg vorgegeben ist, können wir uns auf die Eindrücke konzentrieren und sinnieren. Man erhält eine Ahnung von einer Erstbesteigung. Dem Pass die Jungfräulichkeit zu nehmen, ihn archaisch zu bezwingen, alleine unterwegs in dieser unwirklichen Landschaft, fast wie auf einem fernen Eis-Planeten. Abenteurer sein, auch wenn keine Gefahr droht. Obwohl ... Noch klingt Walter von der Straßenmeisterei im Ohr: "Vor allem mittags, wenn es wärmer wird, gehen kleine Schneebretter ab." Und dann schaut er uns kopfschüttelnd zu, wie wir das Verdeck öffnen. Als ob geschlossen zur Debatte stünde. Schließlich wollen wir voll im Strom sitzen, wenn der eisige Duft der alpinen Winter-Wildnis an der Scheibe vorbei die Nase hochzischt wie Wasabi. Nur Ganzjahres-Offenfahrer kennen dieses erhebende Gefühl, das schon wegen der Serotonin-Ausschüttung nie in Grippe, sondern immer in Glücksmomenten mündet.

Bei blauem Himmel ist die Fahrt am schönsten Sie wollen sich auch den Wind im Eiskanal um die Ohren rauschen lassen? Dann müssen Sie nach extrem starkem Schneefall losziehen und einen Alpenpass suchen, der bis auf 2.000 Meter reicht. Sonst bleibt die weiße Pracht nicht lange genug liegen. Auch eine Art Hochplateau ist wichtig, andernfalls türmen sich die Wände nur einseitig auf. Passen Sie die Tage ab, nachdem die Fräse eine frische Schneise gezogen hat - und noch kein Tauwetter einsetzt. Am besten starten Sie nach einer aussichtsreichen Wettervorhersage; bei blauem Himmel ist es am schönsten. Tipp: Susten, nahe Gotthard-Massiv.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-11-21

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