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Testbericht

21. September 2010

Innen größer als außen - diesen Anspruch können auch die Fahrberichts-Kandidaten Kia Venga und Skoda Roomster nicht einlösen. Doch sie nähern sich dem Wunsch, möglichst viel Raum in möglichst kompakter Hülle zu bieten. Allerdings auf unterschiedliche Art und Weise: Der Kia Venga sieht nicht wie ein typischer Van, sondern eher wie ein erhöhter Kleinwagen aus. Dagegen muss der 14 Zentimeter längere, aber kaum höhere Skoda Roomster das Kastenheck hinter seiner Fabia-Front mit einer gewöhnungsbedürftigen Fensterlinie verzieren, um nicht in der Schublade der nutzfahrzeugverwandten Hochdachkombis zu landen.

Skoda Roomster und Kia Venga mit überzeugendem Raumangebot Die praktischen Vorteile dieser nüchternen Form sind dagegen unbestritten. Durch die tief ausgeschnittenen Fondfenster können Kinder im Skoda Roomster besser rausschauen, der gut zugängliche Gepäckraum besitzt mit 480 Liter Mindestvolumen Mittelklasseformat. Dachhoch bepackt fasst das Kastenheck noch deutlich mehr, aber dann empfiehlt sich die Netztrennwand für 120 Euro. Keinen Aufpreis kostet dagegen die hochvariable Einzelbestuhlung im Fond, die sich umklappen, verschieben und ausbauen lässt. Damit eignet sich der Skoda Roomster als Kleintransporter ebenso wie als Taxi - der Platz für Kopf und Beine fällt auf den etwas schmal geschnittenen Fondsitzen sehr üppig aus. Wer in den Kia Venga umsteigt, stellt allerdings fest, dass dessen limousinenhafte Karosserieform zwar Abstriche bei der Übersichtlichkeit, aber kaum Einbußen beim Raumangebot mit sich bringt. Erhöht montierte Sitze ermöglichen einen bequemen Zustieg, und über zu wenig Platz können selbst die hinteren Mitfahrer kaum klagen, auch wenn hier ringsum ein paar Zentimeter gegenüber dem Skoda Roomster fehlen. Kia Venga mit vielen gut nutzbaren Ablagen Mit flexiblen Einzelsitzen kann der Kia Venga nicht dienen, aber da sich die geteilt umklappbare, bequeme Rückbank auch einige Zentimeter in der Länge verschieben lässt, können Beinfreiheit und Kofferraum in Maßen an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. Ohne den doppelten Ladeboden passen 444 Liter unter die Gepäckraumabdeckung - mit Zwischendeck zum bequemeren Beladen sind es dagegen nur noch 314 Liter. In der ersten Reihe empfängt der Kia Venga seine Passagiere auf ordentlich konturierten und bequemen Sitzen, präsentiert zudem ein nett gemachtes Cockpit mit leicht durchschaubarer Bedienung. Sehr praktisch sind die vielen gut nutzbaren Ablagen - hier finden nicht nur Schlüsselmäppchen, Geldbeutel oder Mobiltelefon ein passendes Plätzchen. Der Skoda Roomster zeigt sich im Fahrbericht in diesem Punkt nicht ganz so großzügig, kontert aber mit einem doppelten Handschuhfach. Auf seinen weicheren Vordersitzen sitzt man tiefer, aber eine Höhenverstellung ist an Bord und Platz nach oben reichlich vorhanden. Funktionalität hat im sachlich gestalteten Cockpit Vorrang, alle Schalter und Hebel sitzen an der richtigen Stelle. Kia Venga bietet ansprechenden Komfort In Anbetracht einer Leermasse von über 1,3 Tonnen erscheint ein Turbodiesel mit 90 PS für eine ebenso effiziente wie einigermaßen dynamische Fortbewegung durchaus ausreichend. Kia greift hierfür auf 1,4 Liter Hubraum zurück, kombiniert mit einem leicht schaltbaren Sechsganggetriebe und Start-Stopp-Automatik (300 Euro). Sobald der Turbodiesel seine Anfahrschwäche überwunden hat, legt er sich ordentlich ins Zeug. In der Stadt profitiert der Kia Venga von seiner leichtgängigen Lenkung, beim Parken macht er seine mäßige Übersichtlichkeit mit der Rückfahrkamera (610 Euro mit Tempomat) wett. Relativ lange Federwege samt eher weicher Dämpfung ergeben einen ansprechenden Komfort. Auf unebenen Straßen neigt der Kia Venga im Fahrbericht jedoch zu vertikalen Schwingungen, was den Fahrspaß auf kurvenreicher Strecke schmälert. Skoda Roomster schöpft Kraft aus 1,6 Liter Hubraum Der straffere Skoda Roomster meistert solche Situationen im Fahrbericht souveräner, ohne deshalb seinen Passagieren jede Unebenheit mitzuteilen. Seine Lenkung arbeitet präzise und gibt mehr Rückmeldung, und wenn es darauf ankommt, packen die Bremsen leer wie beladen kräftig zu - im Gegensatz zum Kia. Im Skoda Roomster schöpft der Motor seine Kraft aus 1,6 Liter Hubraum. Das macht aus dem Skoda zwar auch keinen Sprinter, doch der TDI fühlt sich insgesamt etwas kraftvoller an. Nur nicht in der höchsten Stufe des Fünfganggetriebes, denn diese ist noch länger übersetzt als die sechste des Kia Venga. So zwingen bereits kaum sichtbare Steigungen den Skoda-Piloten zum Zurückschalten - was mit der butterweichen Schaltung aber keine Mühe bereitet. Roomster ist einen Tick sparsamer Kehrseite dieser Auslegung: Über die Testdistanz ist der Skoda Roomster mit 6,4 zu 6,6 Liter pro 100 km noch einen Tick sparsamer als der Kia Venga auch ohne Start-Stopp-Automatik. Bei häufigerem Stopp-and-go-Verkehr in der Stadt mag dies anders aussehen. Dank niedrigerer Typklassen in Haftpflicht und Vollkasko kann der Skoda Roomster noch mit etwas günstigeren Unterhaltskosten punkten. Zum Ölwechsel müssen beide alle 30.000 Kilometer in die Werkstatt, der Skoda aber nur jedes zweite Jahr, wenn sein Besitzer jährlich nicht mehr als 15.000 Kilometer zurücklegt. In der jeweils höchsten Ausstattungslinie Spirit (Kia Venga) und Comfort (Skoda Roomster) kosten beide Autos über 19.000 Euro. Kia Venga bietet etwas mehr Extras fürs Geld Beim Kia Venga sind im Vergleich zum Skoda Roomster auch Parksensoren am Heck und Klimaautomatik aufpreisfrei an Bord, während der Skoda Roomster serienmäßig einen Tempomaten mitbringt. Wie sich die ungewöhnlich umfangreiche Vollgarantie des Kia Venga (sieben Jahre) auf den Geldbeutel auswirkt, lässt sich beim Neukauf nur schwer beziffern. Immerhin: Sie senkt über einen langen Zeitraum das Kostenrisiko, erhöht das Vertrauen ins Produkt und verschafft dem Kia Venga eine Ausnahmestellung in seiner Klasse, die er mit seinen Eigenschaften alleine nicht erreicht. Denn da muss er dem Skoda Roomster den Vortritt lassen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-09-21

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