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Testbericht

13. März 2013
Jetzt stehen der VW Tiguan und der Kia Sportage einfach so da, leicht verschleiert vom grauen Wintertag, und tun so, als ob nichts gewesen wäre. Dabei ließen beide kurz nach dem jeweiligen Marktstart ihre Kunden zum Teil sieben Monate bis zur Auslieferung warten. Warum nahmen sie das wohl in Kauf? Im Falle des Kia Sportage reicht ein erster Blick, um die Frage zu beantworten. Jeweils rund fünf Zentimeter breiter und flacher, zugespitzt in einer aggressiven Front, spielt er den VW Tiguan an die Wand. Der VW wirkt dagegen optisch brav. Bittet der freundliche Kia Sportage -Chauffeur seine Fahrgäste in den Fond, offenbaren sich aber schnell die Nachteile der feschen Hülle: Die geringe Innenhöhe begrenzt den Bewegungsspielraum spürbar. Und ja, der Testwagen ist mit dem optionalen Panoramadach ausgerüstet. Kia Sportage wirkt moderner Der Fahrer selbst muss sich dagegen nicht wirklich kasteien, in der ersten Sitzreihe sind die Platzverhältnisse bestens. Zudem erleichtert die übersichtliche Instrumententafel den Umgang mit dem Kia Sportage ebenso wie die großen, klar gekennzeichneten Bedienelemente. Kleine Einschränkung: Die Ziffern von Tacho und Drehzahlmesser sowie das pixelige Zentraldisplay dürften klarer gestaltet sein. Darüber hinaus gelingt es wohl nur in wenigen Fällen, eine optimale Sitzposition zu finden, da der Fahrersitz im Verhältnis zum Lenkrad immer wenige Zentimeter zu hoch montiert erscheint. Im VW glückt das zwar ebenfalls nicht auf Anhieb, aber am Ende dann doch. Hinzu kommen die bequemeren, da mit längerer Oberschenkelauflage und mehr Seitenhalt ausgerüsteten Sitze. Ebenfalls besser: die kontrastreicheren Displays und Instrumente. Dagegen erscheint das Infotainment im Vergleich wie aus einer anderen, längst vergangenen Ära. VW-Diesel agiert kräftiger Übrigens: Auch der Tiguan profitiert von seinem Design. Die Platzverhältnisse im Fond sind großzügig, und die Rundumsicht kann in einem Wintergarten kaum besser sein. Ganz nebenbei bemerkt: Der Laderaum steckt ebenfalls mehr weg. Beide geizen hingegen nicht mit der möglichen Zuladung. Und was passiert nach dem Dreh des Zündschlüssels? Der Kia Sportage wirft sein Zweiliter-Dieseltriebwerk nach einem Druck auf den Startknopf an – und bemüht sich nur unzureichend, das zu verheimlichen. Bereits im Stand rumort der Vierzylinder munter vor sich hin, will offenbar jedem mitteilen, dass er direkt einspritzt und ein maximales Drehmoment von 373 Newtonmeter zu mobilisieren gedenkt. Um es vorwegzunehmen: Daran ändert sich auch im betriebswarmen Zustand nichts. Von der Wucht des Drehmoments ist zunächst überraschenderweise ebensowenig zu spüren. Ziemlich lustlos grantelt der Kia Sportage los, wirkt zugeschnürt und müht sich nicht, dieses Manko mit engagierter Drehfreude wettzumachen. Der TDI des VW entwickelt zwar nur 320Nm, kommt aber genauso flott vom Fleck – beide sprinten in 10,2 Sekunden von null auf 100km/h. Wie geht das? Ganz einfach, durch die kürzer übersetzten Gänge eins bis drei. Bei der Elastizitätsmessung sticht dagegen der Kia Sportage den kultivierten Tiguan aus. Und wie effektiv knausern die beiden? Der Kia Sportage genehmigte sich im Testmittel 8,1 L/100 km, begnügt sich auf der ams-Normrunde mit 6,0 L/100 km. Der sechs Kilogramm schwerere VW kommt auf 7,8 und 5,7 L/100 km. Kia Sportage mit deutlichem Preisvorteil Kräftiger als der Tiguan, ähnlich sparsam, aber deutlich eigenständiger – fehlt dem Kia Sportage also lediglich noch ein talentiertes Fahrwerk. Ja, das fehlt ihm tatsächlich. Über lange Bodenwellen wankt er steifbeinig hinweg und reicht Querfugen ungefiltert in die Sitzpolster durch. Und die Agilität? Nicht viel besser, denn trotz straffer Federn schiebt er früh und mit Nachdruck zum Fahrbahnrand, was somit auch Punkte bei der Fahrsicherheit kostet. Der mit den 1.100 Euro teuren Adaptiv-Dämpfern angetretene Tiguan federt jegliche Bodenunebenheiten lässiger weg und folgt in Kurven selbst dann unbeirrt der vorgegebenen Richtung, wenn der Kia Sportage hektisch vom ESP wieder zurück auf den eingeschlagenen Kurs gebracht werden muss. Der VW schlägt den Kia Sportage also in erster Linie mit seiner geräumigeren Karosserie und dem um Klassen besseren Fahrwerk. Dafür kostet der Kia Sportage ausstattungsbereinigt rund 6.500 Euro weniger und bietet ungewöhnlich weitreichende Garantieleistungen, die bei der Konkurrenz für Schnappatmung sorgen. Bei so viel Attraktivität grenzt es beinahe an ein Wunder, dass es beiden überhaupt gelang, die Lieferzeiten zu reduzieren.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-03-13

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