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Testbericht

19. November 2015


Grund #1: Der Stammbaum des Dodge Viper
Wenn etwas außer Frage steht, dann, dass der Dodge Viper ein Muscle Car ist. Und als solches steht er in der Tradition von ikonengleichen Modellen wie Dodge Charger oder Coronet, Plymouth Barracuda oder Roadrunner und auch dem Pony Car Dodge Challenger. Zumindest, wenn es um das einende Prinzip geht, dass mehr Leistung auch dann nicht schadet, wenn man vor Kraft kaum noch laufen kann.Doch die Viper, in Europa als Chrysler vermarktet, sonst als Dodge gelabelt, kann laufen, und zwar nicht nur geradeaus, wie er das in einigen Rennserien und 2008 in straßentauglicher Version mit einer 7.22er- Zeit auf der Nordschleife unter Beweis gestellt hat. Während der Chrysler-Insolvenz 2009 schon totgesagt, lebt der Dodge Viper bis heute, wobei Chrysler ihre Produktion in der ersten Jahreshälfte 2014 mal wieder aussetzte. Zum 25. Geburtstag des Monster-Muscle-Cars soll dann übrigens ganz Schluss sein. Die Produktion soll wegen mangelnden Absatzes Ende 2017 auslaufen.

Grund #2: Günstiger Preis für das gebotene Gesamtpaket
Die Viper war ein 100.000-Dollar-Auto und dazu kompromisslos. Das sorgte für geringe Stückzahlen und einen eingeschworenen Freundeskreis. Unter 30.000 Euro geht so gut wie nichts, außer Angebote aus mehr oder weniger fernen Nachbarländern. Um die 40.000 bis 50.000 Euro kommt etwas Leben in die Bude. Gepflegte Dodge Viper mit weniger als 50.000 km auf der Uhr liegen um die 50.000 Euro aufwärts. Aktuelle Modelle sind rund um die 100.000er-Marke zu finden.

Grund #3: Monströse Leistung
Abgeleitet wurde der Dodge-Viper-V10 von Chryslers LA-Motoren-Familie, gedacht unter anderem für den Pick-up Dodge Ram. Lamborghini leistete Entwicklungshilfe, um die erste Version auf über 400PS zu bringen. Über mehrere Zwischenstufen erreicht die Leistung in der bislang letzten Ausgabe 649PS, das Drehmoment achserweichende 813 Newtonmeter. Eher ein Schwachpunkt waren anfangs die Bremsen.

Grund #4: Unbändige Gewaltigkeit des Dodge Viper
Die ersten Exemplare des Dodge Viper hatten wie der schon 1989 gezeigte Prototyp noch Sidepipes, aber nicht mal ABS, geschweige denn sonstige elektronische Hilfen wie ESP oder gar Traktionskontrolle. Airbags kamen 1996, und erst 5 Jahre danach hielt ein Antiblockiersystem Einzug in die Serie.Das Fahrwerk ist hart, das Fahrverhalten des Dodge Viper mitunter so giftig, wie der Name das verspricht, und trotz Klimaanlage heizt die Abwärme des gewaltigen Motors den Innenraum stark auf. Allerdings macht gerade dies den eigentlichen Reiz der Viper aus: dass er die Urgewalt des Stoßstangen-Zehnzylinders ohne Filter auf die Insassen loslässt.Der Dodge Viper ist brachial. Punkt. Aber wer zum Kickboxen geht, sollte auch nicht erwarten, gestreichelt zu werden. Es wäre eine Enttäuschung.

Grund #5: Stehvermögen der Technik und Karosserie
Zwar ist der Dodge Viper nicht eben praktisch, und auch in Sachen Haushaltsmittel tendiert er zu eher großzügigem Umgang. Aber der Gegenwert stimmt: Er heißt Vergnügen. Und das auf Dauer. Denn die Viper ist nicht fragil oder empfindlich. Rost ist kein Thema und die Technik solide dimensioniert.

Darauf sollten Sie beim Kauf unbedingt achten
Die Verarbeitung des Dodge Viper erreicht nicht das Niveau der Leistung. Und wer das Niveau als Fahrer nicht hat, sollte sehr vorsichtig in diesem Auto agieren, das Fahrverhalten ist mit schwerer Front und leichtem Heck heikel bis hinterhältig. Auch ohne Ausrutscher liegen die Folgekosten für Wartung und Unterhalt hoch, die Alltagstauglichkeit ist es dagegen nicht.
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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-11-19

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