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Testbericht

10. Juli 2015
Das Marktsegment der kleinen SUV unterhalb der Kompaktklasse, so sagt man uns gern bei Pressekonferenzen und Fahrzeugvorstellungen, sei eines der am schnellsten wachsenden, und deshalb komme Marke X jetzt mit dem Produkt Y, um richtig loszulegen. Was Wunder, natürlich wächst es schnell, weil es vor ein paar Jahren praktisch nicht existent war.Dann wirft Skoda den Yeti auf den Markt, Mini bringt den Countryman, und schon explodiert eine Marktnische, die wir vorher gar nicht vermisst hätten. Nun kommt Mazda dazu mit dem CX-3. Der basiert auf dem kleinen Mazda 2, bedient sich der anerkannt guten Skyactiv-Antriebe und setzt statt auf burschikosen Macho-Auftritt auf smarten Leichtbau und dynamische Kodo-Linien. So heißt die markeneigene Designsprache, deren Grundsätzen alle Mazda-Modelle vom 6 bis eben dem CX-3 folgen. Zu unserem Vergleichstest rollt der Mazda als Skyactiv-D 105 an, der Einstiegsdiesel, der als Fronttriebler in der Exclusive-Line-Ausstattung ab 23.890 Euro kostet. Ab 21.990 Euro gibt es ihn ebenso in der einfacheren Center-Line-Version. Wer unbedingt einen Allradler haben muss, kann ab 26.590 Euro zugreifen. Das sind 2.700 Euro Aufpreis, in denen allerdings auch die 900 Euro teure Sports-Line-Ausstattung enthalten ist.Wir haben es, wie erwähnt, mit einem Exclusive-Line zu tun, was insofern bemerkenswert ist, als einige der Technik-Goodies des Mazda CX-3 Skyactiv-D 105 im Technik-Paket für 1.300 Euro enthalten sind, das es nur für die Top-Ausstattungsversion gibt. Dazu gehören die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage MRCC (steht für Mazda Radar Cruise Control), Pre-Crash Safety, Spurwechselassistent oder dynamisches Kurvenlicht.

Mazda CX-3-Diesel zeigt sich dynamisch
Fahren wir aber endlich los mit dem Mazda CX-3 Skyactiv-D 105, womit wir bereits bei seiner Schokoladenseite angekommen sind: dem Skyactiv-Diesel, der hier einmal mehr zeigt, dass Mazda bei den Motoren vieles richtig macht. Der kleine Diesel ist zwar der schwächste im Vergleich, verbraucht aber am wenigsten, bietet die überzeugendsten Fahrleistungen und die angenehmste Laufkultur. Das Beste daran: Die dynamischeren Fahrwerte stehen nicht nur auf dem Display des Messgeräts, der Motor fühlt sich einfach quirliger und lebendiger an, hängt besser am Gas und gibt sich kein bisschen nagelig.Das gilt nicht ganz für das Getriebe, das zwar passend übersetzt ist, sich jedoch bei schnellen Gangwechseln gern einmal ziert und in den falschen Schaltgassen verhakt. Das kennen wir von anderen Mazda-Schaltboxen allerdings besser.Was kann er noch, der Mazda CX-3 Skyactiv-D 105? Nun, er federt ganz angenehm, was sich im direkten Vergleich mit dem Jeep Renegade 1.6 Multijet und dem Mini Cooper D Countryman jedoch nicht mehr so heldenhaft ausnimmt. Und er fährt sehr ordentlich neutral um Kurven ohne die Lastwechsel-Zickigkeit einiger seiner Markenbrüder.Ausgesprochen leicht ist er ebenfalls, als Mazda-2-Ziehkind, bringt rund 150 kg weniger auf die Waage als der Mini Cooper D Countryman und reichlich 200 kg weniger als der Jeep Renegade 1.6 Multijet. Schön, wenn es sich nicht in dünn gepolsterten Sitzen und pappigen Türverkleidungen bemerkbar machte. Dass er trotz der üppigsten Außenmaße innen am wenigsten Platz bietet, ist bei den geringen Differenzen nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler. Jeep Renegade 1.6 Multijet glänzt mit GeräumigkeitDer Jeep Renegade 1.6 Multijet, kleinster aller Jeeps, war ja bereits zum ein oder anderen Vergleichstest in der Redaktion zu Gast, jedes Mal, wie auch bei diesem Besuch, mit Licht und Schatten. Er kommt ebenfalls mit dem Einstiegsdiesel, in diesem Fall ist es der bekannte Fiat-Multijet mit 120PS, beim Jeep Renegade 1.6 Multijet nur mit Vorderradantrieb verfügbar und in der Limited-Version nicht unter 25.200 Euro zu haben. Für 1.600 Euro weniger ist die einfachere Longitude-Ausstattung zu haben, und wer auf Allrad besteht, muss den 140-PS-Diesel ab 26.500 Euro nehmen. Das wird in den meisten Fällen gar nicht nötig sein, die Traktion der Vorderräder ist beim antrittsmilden Multijet-Diesel meist nicht wirklich gefordert. Dass der kleine Jeep Renegade 1.6 Multijet eher unvehement antritt, liegt am recht hohen Gewicht von über 1.400 kg sowie an der langen Gesamtübersetzung. Weil sich der Motor so anstrengen muss, verbraucht er im Testmittel am meisten, mit 6,8 Litern ist es ein ganzer Liter mehr als beim sehr knauserigen Mazda CX-3 Skyactiv-D 105 und 0,4 Liter mehr als beim schnelleren Mini D Cooper Countryman.Der Federungskomfort zählt ebenfalls nicht zu den Paradedisziplinen, da zeigt er sich ähnlich gut wie der Mazda CX-3 Skyactiv-D 105 und besser als der Mini Cooper D Countryman. In puncto Raumangebot für die Insassen kommen ihm beide nicht nahe; wer öfter Passagiere mitnimmt, ist mit dem Jeep Renegade 1.6 Multijet am besten bedient.Die werden sich ebenso wie der Fahrer über die guten Bremsen freuen, der Jeep Renegade 1.6 Multijet verzögert trotz seines Gewichts eine Spur besser als der Mazda CX-3Skyactiv-D 105 und der Mini Cooper D Countryman – eine weitere starke Seite, ebenso wie seine ausgesprochen gute Sicherheitsausstattung mit serienmäßigen Spurassistenten, Einparkhilfen oder Auffahrwarnsystem.

Mini Cooper D Countryman: Kultig und holperig
Womit wir bei Kandidat Nummer drei sind, dem Mini Cooper D Countryman, der gerade auch beim Blick auf die Sicherheitsausstattung zeigt, dass er nicht mehr ganz frisch auf dem Markt ist und eine Ablösung auf der Basis jener neuen BMW-Frontantriebsplattform fällig ist, die bereits dem aktuellen Mini sowie diversen BMW Baureihen als Unterbau dient.Bis es so weit ist, werden sich die Mini Cooper D Countryman-Käufer mit der etwas widerspenstigen Hoppeligkeit seines Fahrwerks und dem rauen Unterton des 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel abfinden. Wie wir wissen, tun sie das gern, denn für den Mini Cooper D Countryman gilt ebenso wie für alle anderen Mini-Ableger jene rätselhafte Regel, wonach Eigenarten, die anderen Autos als Schwächen angekreidet würden, beim Mini als identitätsstiftende Charaktermerkmale durchgehen.Für Charakter gibt es jedoch keine Punkte, weshalb es der Mini Cooper D Countryman hier nur auf Platz drei schafft, obwohl er sehr starke Seiten hat. Das agile, sehr sichere Fahrverhalten etwa, die zielgenaue und direkte Lenkung oder, als Sekundärtugenden, die sehr alltagsfreundliche Variabilität sowie die hohe Wertstabilität. Denn gebrauchte Countrymänner verkaufen sich gut, was den hohen Preis relativiert. Billig ist der Mini Cooper D Countryman nämlich nicht gerade, ausstattungsbereinigt rund zwei Tausender teurer als die Konkurrenz. Doch auch das hat die Mini-Interessenten traditionell noch nie gestört.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-07-10

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